Krankenhaus-Strukturreform: 200 Mitarbeiter bei Betriebsversammlung

Drangvolle Enge im Saal

Barnstorf - Von Anke Seidel. Drangvolle Enge im Hotel Roshop in Barnstorf: Etwa 200 Mitarbeiter aus den Alexianer-Kliniken im Landkreis Diepholz haben am Donnerstagabend an einer Betriebsversammlung teilgenommen – und im Dialog mit den Alexianern sowie dem Landkreis Diepholz Fakten und Fragen zur Krankenhaus-Strukturreform erörtet.

Obwohl zwei Türen des Tagungssaals offen standen, schirmte Harald Schardelmann als Betriebsratsvorsitzender der Alexianer-Kliniken im Landkreis Diepholz das Forum rigoros gegen die Öffentlichkeit ab. In einer anschließenden Pressekonferenz formulierte er gemeinsam mit Klaus-Peter Lehnert (Betriebsrat Klinik Diepholz) die Standpunkte der Mitarbeitervertretung.

„Kreisrat Markus Pragal hat das Konzept vorgetragen“, berichtete Schardelmann – und freute sich darüber, dass Norbert Lenke als Vorsitzender des Alexianer-Aufsichtsrats extra aus Köln angereist war. Ebenso vor Ort: Gerald Oestreich als Alexianer-Geschäftsführer und Landrat Cord Bockhop.

„Wir wollten den Beschäftigten die Möglichkeit geben, Fragen zu stellen“, so Schardelmann. Man freue sich darüber, dass auch die Alexianer mittragen würden, „dass das Konzept so angegangen wird“. Die Mitarbeitervertretung habe Forderungen gestellt und sei an diesem Prozess beteiligt. Das spiegele auch der Beschlussvorschlag für den Kreistag am Montag wider. Dort sei ausdrücklich festgeschrieben, dass ein Personalkonzept „unter Beteiligung der Mitarbeitervertretung“ zu erarbeiten sei.

1350 Mitarbeiter arbeiten in den Alexianer-Kliniken im Landkreis Diepholz. Der Mitarbeitervertretung sei es wichtig, Perspektiven für alle drei Häuser zu entwickeln. „Ein Gesamtkonzept ist wichtig“, betonten Schardelmann und Lehnert, die gleichzeitig feststellten: „Kurz- und mittelfristig gibt es sehr viele Fakten, die wir noch nicht kennen.“ In die Inhalte des Konzeptes wolle sich die Mitarbeitervertretung nicht einmischen: „Wir verfolgen ausschließlich den Gedanken: Was macht das mit den Beschäftigten?“ Es werde keine betriebsbedingten Kündigungen geben, davon gehe der Betriebsrat fest aus. „Wir wissen aber, dass Änderungen kommen“, hieß es. Deshalb denke die Mitarbeitervertretung über den Abschluss einer Betriebsvereinbarung nach.

Es müssten verschiedene Szenarien durchgespielt werden. „Das Vorruhestandsmodell ist so eine Idee“, so Schardelmann und Lehnert. Denn die Altersstruktur der Beschäftigten sei hoch. Die Absicherung der Mitarbeiter-Ansprüche und der Interessenausgleich sei elementar. Der Betriebsrat werde genau darauf achten, „dass die Kostenstruktur nicht zu Lasten der Beschäftigten geht“.

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