Was heute die Kampfhunde sind, waren im Leeste und Kirchweyhe des Jahre 1885 die kläffenden Pinscher und Teckel

„Kostgänger unschädlich machen“

Dieses Foto entstand um 1914 im Leester Ortsmittelpunkt, heute Henry-Wetjen-Platz, Einmündung Leester Straße. Fuhrwerke und Fußgänger bestimmten das Bild, „bissige Köter“ sind allerdings nicht mit aufs Bild gekommen.Repro: Wilfried Meyer

Weyhe - LEESTE/KIRCHWEYHE (wm) · Die aktuelle Erhöhung der Hundesteuer und besondere Behandlung von „Kampfhunden“ hat Gemeindearchivar Wilfried Meyer an den Bericht in einer alten Zeitung erinnert. Unter der Rubrik „Lokales und Provinzielles“ fand er unter dem 14. November 1885 im „Allgemeinen Anzeiger“ folgende Zeilen, die in der damals noch gängigen Schreibweise wiedergegeben werden:

„Die „Hundenoth in Leeste und Umgebung hat gerade eine Höhe erreicht, die ein energisches Einschreiten gegen diese Calamität seitens der Polizeibehörden und des zumeist betheiligten Publikums als unabweisbare Nothwendigkeit erscheinen läßt. Es ist nicht möglich, Leeste mit einem Fuhrwerk zu passieren, ohne daß vom Anfang bis zum Ende des langgestreckten Ortes eine Meute bissiger Köter Wagen und Pferde mit lautem Gebell und wüthenden Sprüngen begleitet.

Hat man nun glücklich ohne Unfall, Dank der im Laufe der Jahre „hundefromm“ gewordenen Pferde die Leester Grenze passiert, so wird alles, was beritten oder zu Wagen ankommt, in ebenso skandalöser Weise am Bahnhof Kirchweyhe von Pinschern und Teckeln begrüßt, deren Lebensaufgabe nur darin zu bestehen scheint, die zahlreichen Passanten durch ihr gräßliches Gekläffe bis nach Kirchweyhe hinein zu belästigen.“

In dieser Art und Weise beschreibt der Redakteur dann weitere Fälle der „Hundenoth“ und kommt schließlich zu einer unbedingt einzuführenden Kreishundesteuer. Doch dann geht es gleich weiter: „Da aber bis zur Erfüllung dieses Wunsches noch mancher Tropfen Wasser ins Meer fließen dürfte, so geben wir uns vorerst mit der bescheidenen Hoffnung zufrieden, daß von kompetenter Behörde gegen diesen Hundeunfug entschieden vorgegangen wird und alle derartigen unnützen Kostgänger auf irgend ein Weise unschädlich gemacht werden!“

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