Jutta Röscher leitet seit der Gründung vor 25 Jahren die Big Band des Gymnasiums

CD und Konzert zum Jubiläum

Höhepunkte der gemeinsamen Arbeit sind die Auftritte der Big Band vor großem Publikum – wie hier im Dezember in der Bassumer Stiftskirche. ·
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Höhepunkte der gemeinsamen Arbeit sind die Auftritte der Big Band vor großem Publikum – wie hier im Dezember in der Bassumer Stiftskirche. 

Syke - Von Frank Jaursch. Den Stellenwert ihrer Arbeit mag Jutta Röscher nur für sich beurteilen: „Es bedeutet mir viel“, sagt die Musiklehrerin, hält kurz inne und fügt hinzu: „Sehr viel.“ In diesem Jahr besteht die Big Band des Gymnasiums seit 25 Jahren. In all den Jahren an der Spitze: Jutta Röscher.

Wo die Big Band des Gymnasiums auch auftritt, füllt sie den Konzertsaal aus. Sowohl personell – mit bis zu 40 Ensemblemitgliedern ist die Band außergewöhnlich groß – als auch musikalisch. „Wir hinterlassen einen Eindruck“, weiß Röscher. Und der lautet: „Man kann auch mit Vielen gut sein.“

Rückblick: Als Röscher ihre Tätigkeit im Gymnasium aufnimmt, blickt sie sich um: „Was gibt‘s noch nicht?“ Ein Chor, ein kleines Orchester existieren. Doch Röscher, die Saxofon spielt und selbst während des Studiums Mitglied einer Big Band war, hat höhere Pläne: Wie wäre es mit zeitgenössischer Musik?

Die ersten Schritte zur Big Band sind etwas holprig – „da kamen schon mal zwei Blockflöten und ein Akkordeon um die Ecke“, erinnert sich Röscher mit einem Lächeln. Doch der Weg führt zielstrebig voran, schon nach kurzer Zeit steht 1989 das Ensemble. Mit überschaubarem Repertoire zwar, aber mit großen Zielen.

Die Entwicklung gleicht einer Berg- und Talfahrt. In einer Phase, als einige Instrumente fehlen, bröckelt die Big Band, doch sie bricht nicht auseinander. „Die Schüler waren es, die sich formierten und mich dazu brachten, weiterzumachen“, sagt Röscher.

In den folgenden Jahrzehnten wachsen die Ansprüche, die Leistungen und die Teilnehmerzahlen. Und Röscher wagt auch, ausgetretene Pfade zu verlassen.

In ihrer Gruppe gibt es Platz für Klarinette und Querflöte; „irgendwann kam eine erste Schülerin und sagte: ‚Ich bin Sängerin‘.“ Eine Vocal Section als Teil der Band – warum eigentlich nicht?

„Es ist wichtig, sich immer weiter zu entwickeln“, sagt die Leiterin. Das Ergebnis ist eine Formation, die Röscher selbst als „skurrile Big Band“ bezeichnet. Eine, die auf sich aufmerksam macht. Spätestens 2006, als die Syker sich „ganz naiv“ beim Niedersächsischen Orchesterwettbewerb anmelden und dort für Furore sorgen.

Mehrere hundert Schüler waren im Laufe von 25 Jahren Teil der Big Band. Die meisten von ihnen, glaubt Jutta Röscher, haben durch diese Zugehörigkeit eine Identifikation mit ihrer Schule entwickelt – weit über das Ende der Schulzeit hinaus. Zudem gibt es einen speziellen Big-Band-Geist, der Jahrgangsgrenzen buchstäblich spielend überwindet: Große helfen Kleinen, man respektiert einander. „Das bedeutet mir ganz viel“, erklärt sie, „so hat meine Arbeit einen tieferen Sinn.“

Regelmäßig treffen sich die jungen Musiker auch außerhalb der Schulzeiten, oft am Wochenende, einmal jährlich – wie vor kurzem – zu einer mehrtägigen Probenfahrt. Die Big Band wird immer besser, immer komplexere Arrangements arbeitet Röscher für ihre Band aus. Und fordert die Jugendlichen – oft, das weiß sie, über alle Schmerzgrenzen. „Ich hab‘ viel vor“, erklärt Jutta Röscher, „und die Schüler machen mit. Sie fangen Feuer. Sie wissen: ‚Wenn wir durchhalten, dann knacken wir es‘.“

25 Jahre sind ein Grund zum Feiern. Gleich doppelt sogar: Die Big Band spendiert sich – eine Premiere! – eine eigene CD. In den kommenden Monaten soll ein Querschnitt durch das Repertoire von Profis aufgenommen werden. Zudem ist ein außergewöhnliches Konzert geplant: Am 27. Juni treffen sich jetzige und einstige Big-Band-Mitglieder, um zusammen Musik zu machen.

„Ich hab schon so viele Anmeldungen von Ehemaligen“, freut sich Röscher. Der Spaß an ihrer Arbeit, das merkt man im Gespräch mit ihr, ist ungebrochen. „Es gibt noch so viel, was man spielen kann.“ Die Big Band ist eine Herzensangelegenheit für Röscher, fast wie eine Familie. Eine, der die Pädagogin zutiefst dankbar ist. „Ich weiß zu schätzen“, sagt Jutta Röscher, „was die Schüler mir schenken.“

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