Heinz Schweer gastiert am 30. Januar in Bassum

König Kunde gibt es doch

Dr. Heinz Schweer ist Direktor Landwirtschaft bei dem Nahrungsmittelbetrieb VION Deutschland und am Montag zu Gast in Bassum-Osterbinde. ·
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Dr. Heinz Schweer ist Direktor Landwirtschaft bei dem Nahrungsmittelbetrieb VION Deutschland und am Montag zu Gast in Bassum-Osterbinde. ·

Von Katrin PliszkaSYKE/BASSUM · Die Schweinemast ist sein Fachgebiet: Dr. Heinz Schweer, Direktor Landwirtschaft der VION Deutschland, ist am Montag, 30. Januar, zu Gast in Bassum-Osterbinde. Der 60-Jährige folgt einer Einladung des Vereins ehemaliger Landwirtschaftsschüler Bassum und referiert im Rahmen der Mitgliederversammlung im Gasthaus Freye ab 19.30 Uhr über die Trends auf dem Rind- und Schweinefleischmarkt.

Mit der Kreiszeitung spricht der 60-Jährige vorab über die Lage der Schweinemast und erklärt, warum und wie Tierschutz und moderne Zucht sehr wohl zusammen funktionieren können.

Wie ist die derzeitige Lage auf dem Fleischmarkt, Herr Schweer?

Die Gesamtlage ist, dass wir mehr produzieren, als wir konsumieren. Das ist bei allen Fleischsorten so. Diese Tendenz trifft auch auf den Landkreis Diepholz zu. Beim Schweinefleisch exportiert Deutschland 2,6 Millionen Tonnen im Jahr, 85 Prozent davon gehen in EU-Länder wie Lettland, Ungarn, Italien und Rumänien. 15 Prozent in Drittländer. Deutschland ist in zehn Jahren die Exportnation Nummer eins geworden, die Hochburgen der Schweinemast finden sich im Kreis Diepholz, Oldenburg und dem Emsland. Problematisch ist dabei die Währungsdiskrepanz zwischen Dollar und Euro.

Vor welchen Herausforderungen stehen die Erzeuger und Produzenten?

Das sind in erster Linie das Thema Tierschutz und der Fleischkonsum. Immer mehr Menschen machen sich Gedanken darüber, wie die Tiere gehalten werden, ob es ihnen gut geht. Und: Wir können nicht immer mehr exportieren und gleichzeitig geht der Verbrauch zurück. Die Kunden kaufen weniger Fleisch, sie schauen genauer hin, wo es herkommt und wie es produziert wurde. Daher müssen wir mit dem Tierschutzbund in Dialog treten und eine Lösung erarbeiten – wie das Tierwohl-Label.

Was erhoffen Sie sich von dem „Tierwohl-Label“?

Es steht für mehr Tierschutz bei der Haltung. Schweine bekommen zum Beispiel mehr Platz und Stroh als Beschäftigungsmöglichkeit. Wir haben Pilotbetriebe in Niedersachsen bei Uelzen und Lüchow-Dannenberg, leider keine im Kreis Diepholz. Diese Betriebe beliefern die Coop in Kiel. Die Coop hat gesagt, sie kaufen und bewerben das Fleisch entsprechend. An dieses Programm ist neben dem Tierschutzbund auch die Uni Göttingen beteiligt, die das Projekt wissenschaftlich begleitet. Wir hoffen, dass es ab dem Sommer soweit sein wird und natürlich, dass es funktioniert.

Was könnte das Label den die Diepholzer Veredlern bringen?

Wir haben sehr tüchtige Betriebe in Diepholz. Wir reden da von Betrieben mit moderner Tierzucht. Das Label soll zeigen, dass der Tierschutz und moderne Zucht kein Widerspruch sind. Für den Tierschutz ist das Projekt natürlich auch Neuland, aber es ist eine Chance, dass wir den Wünschen des Verbrauchers gerecht werden. In Holland ist dieses Konzept schon Praxis.

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