Seniorenresidenz Huntetal empfängt Gäste zum Wirtschaftsfrühstück / Auslastung beträgt 90 Prozent

Köbel: „Wir sind kein Abschiebebahnhof!“

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Wirtschaftsförderer Thorsten Kuhlmann und Einrichtungsleiter Frank Köbel (stehend, v.r.) begrüßten die Gäste zum Wirtschaftsfrühstück in der Seniorenresidenz Huntetal. ·

Barnstorf - Die Seniorenresidenz Huntetal war Gastgeber für das neunte Wirtschaftsfrühstück in der Samtgemeinde Barnstorf. Etwa 25 Gäste waren der Einladung von Wirtschaftsförderer Thorsten Kuhlmann gefolgt.

Er gab das Wort recht zügig weiter an Einrichtungsleiter Frank Köbel. Sein Vortrag stieß auf reges Interesse. Dabei ging es schwerpunktmäßig um die Organisation des Unternehmens und die Konzeption der Seniorenresidenz. Aber auch das Thema Pflegeversicherung kam zur Sprache.

Nach Angaben des Einrichtungsleiters sind in der Pflegeeinrichtung, die seit 2012 an der Dr.-Rudolf-Dunger-Straße besteht und zur Wohnpark Weser GmbH gehört, zurzeit 45 Mitarbeiter beschäftigt. „Davon 28 Vollzeitstellen und drei Auszubildende“, erläuterte Köbel. „In wie weit wird hier was von Ehrenamtlichen abgedeckt?“, lautete eine Frage aus der Runde. Es seien zurzeit drei Personen, die mit den Bewohnern Spazier- und Behördengänge vornehmen würden. Diese würden ebenso wie das Personal regelmäßig an Fortbildungen teilnehmen. In diesem Zusammenhang hob der Einrichtungsleiter die gute Kooperation mit den Nachbarn, der Interessengemeinschaft Gesundes Leben (IGEL) und der Kinderkrippe, hervor. So wechsele man sich mit regelmäßigen Frühstücken ab, nehme an Laternenumzügen teil und verbringe plattdeutsche Nachmittag.

Den größten Diskussionsbedarf gab es bei der Kostenaufrechnung über einen Platz in der Pflegeeinrichtung. Zum Beispiel stünden bei der Pflegestufe I für den Bewohner knapp 1 300 Euro an Eigenanteil, in der Stufe II etwas mehr als 1 400 Euro und bei der letzten Stufe sogar knapp 1 600 Euro zu Buche. „Welcher Rentner hat denn schon 1 300 Euro monatlich zur Verfügung?“, lautete eine Frage. Die Antwort: Sofern die Rente nicht ausreiche, greife das eigene Vermögen und auch die eigenen Kinder könnten zur Kasse gebeten werden. Daraufhin bemerkte ein Teilnehmer: „Da arbeitet man 50 Jahre, schafft Eigentum an, ist viele Jahre mit dem Abtrag beschäftigt und dann geht alles drauf.“ Daneben stehe Menschen, die möglicherweise nie gearbeitet hätten, die gleiche Pflege zu, nur zahle hier das Sozialamt. Köbel machte keinen Hehl daraus, dass auch der finanzielle Aspekt bei der Auswahl des Heimes eine Rolle spiele. In Deutschland sei das Angebot an Pflegeplätzen größer als die Nachfrage. Mit Blick auf die Wettbewerbssituation stellte der Einrichtungsleiter fest: „Es geht darum gute Arbeit zu leisten.“ In der Seniorenresidenz Huntetal liege die Auslastung zurzeit bei 90 Prozent, erstrebenswert seien 95 Prozent.

Doch wie erkennen Normalbürger eine gute Einrichtung? Auch darauf wusste der Gastgeber einen Rat: „Gehen Sie in die Häuser, gucken Sie sich alles an und nehmen Sie die Stimmung des Hauses auf!“ Ebenso sei es ratsam, Kontakt zur Leitung und zum Personal herzustellen. Und ganz wichtig: Sauberkeit und Geruch des Hauses. Köbel wehrte sich gegen weit verbreitete Klischees: „Wir sind kein Abschiebebahnhof!“. Leitfaden des Hauses sei die Normalität und Alltagorientierung. Zeitung lesen, Bingo spielen, Gedächtnistraining sowie Backen, Kochen und Bewegungsspiele seien nur einige der Angebote.

Wirtschaftsförderer Kuhlmann dankte dem Gastgeber für die Bewirtung und den Vortrag. Außerdem hatte er eine Nachricht parat, die den Unternehmen Hoffnung machen dürfte. Die Samtgemeinde Barnstorf kooperiert mit anderen Kommunen, um die Breitbandversorgung voranzutreiben. Ziel sei es, für einen schnelleren Internetzugang, insbesondere auf den Dörfern, zu sorgen. · sn

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