Knechte, Gaukler und Händler bevölkerten am Wochenende den mittelalterlichen Markt auf Gut Varrel

Ein „Koboldkasten“ ist tabu

Knechte, Gaukler und Händler bevölkerten am Wochenende den mittelalterlichen Markt auf Gut Varrel.

Varrel - (ak) · Nur wenige Schritte trennten die Seniorenmesse „Gesundheit und Leben im besten Alter“ von dem historischen Mittelalter auf dem Varreler Gut. Ein buntes Völkchen von Gauklern und Händlern hatte sich am Wochenende zwischen Backhaus und Remise mit ihren Zelten niedergelassen.

„Hochinfektiös“ sei das besetzte Gelände, warnte Clan-Chefin Hera vor allen Risiken und Nebenwirkungen des dort vorherrschenden Mittelalterfiebers. In das sei sie selber bei der Lektüre von „Herr der Ringe“ Mitte der achtziger Jahre geraten.

Fotostrecke vom Markt

Mittelalterlicher Markt auf dem Gut Varrel

„Timmi ist mit seinen sieben Jahren der Jüngste, und bei den Ältesten geht es bis zur sechsten Null“, verriet sie das Alter ihres Clans. Der reiste mit 26 Mitgliedern aus dem Stuhrer Umland an und hatte trotz schlechter Wetterlage seinen Spaß beim Abtauchen in eine andere Welt und deren Sprache. Auf jeden elektronischen Luxus der Neuzeit wird bei den Treffen verzichtet, selbst ein Koboldkasten, ein Radio, sei hinsichtlich drohender Gema-Gebühren tabu.

Bestens passte das Ambiente des Varreler Gutes zu den dunkel Gewandeten aus dem fiktiven Land Nordord. Selbst das unfreundliche Wetter konnte die Freizeit-Ritter, Knechte, Kobolde, Elben, Zofen und Wald- und Wiesenknechte nicht erschrecken. Ihr Heerlager zog besonders gestern viele junge Besucher aus der neuen Welt an. Zwergenkegeln, Drachenwerfen, Schwertkämpfe, Feuerspucken und Jonglage mit Reifen und Bällen stand auf dem Programm. Godehard und Tahra konnte beim Kettenhaubenflechten zugeschaut werden, Hökerwaren vom Allerfeinsten galt es zu bestaunen und zu erwerben. In der Taverne ließen Angebote von „Drachenpisse“, „Elfentau“ und „Koboldwasser“ den Neuling etwas erschauern. Im Hintergrund „mähte“ Schaf „Pinka“ unaufhörlich. Mitgebracht hatte sie ihre gut zweimonatigen Vierlinge. „Pinka ist mein Show-Schaf“, erzählte Katja Berz, Besitzerin und Züchterin der Romanov-Schafe von Pinkas vierbeiniger Begeisterung sich auf mittelalterlichen Märkten mit ihrem Nachwuchs zu zeigen. Pferde gab es indes nur in gestrickter Version als Steckenpferde, wie auch so manche andere liebevoll gestaltete Handarbeit.

„Langeweile gibt es bei uns nicht“, verriet Lazarus, der Feuerspucker und begabte Jongleur von feuerbestückten „Kampfpois“ über die Abende am Gut Varrel ohne offizielle Besucher. Mit einem Taschendrachen (Feuerzeug) wurde ein Lagerfeuer entzündet, und drum herum versammelte sich die große Familie des Clans. Nach so einigen Töpfen Met erhielten neben den Tavernenliedern besonders die selbst komponierten Balladen besonderen Schwung. Dank einer „Intrige“ von Clan-Chefin Hera wurden die Nachtwachen von Wegelagerern überfallen. Viel wird Hera, die sich heute wieder in Franziska verwandelt, aus der Zeit des Mittelalters zu erzählen haben. Was bleibt: die mitgebrachte Achtung und der Respekt voreinander.

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