Kegelclub nach fast 40 Jahren aufgelöst / Hausfrauenballett machte „Moortüten“ bundesweit bekannt

Knobelbecher statt Kegelkugel

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Am 27. Juli 1973 wurde der Diepholzer Kegelclub „Moortüten“ ins Leben gerufen. Seitdem wurde auf der Bahn der Gaststätte Laker-Wiele gekegelt. Beim letzten Kegelabend wurde der Club „zu Grabe getragen“. Eine Ära ging zu Ende! ·

Diepholz - Dieser Kegelclub war bekannt wie ein bunter Hund, war eine feste Größe in Diepholz. Er tat sich bei den alljährlichen Stadtmeisterschaften durch vordere Platzierungen hervor, pflegte eine vorbildliche Kameradschaft, hielt wie Pech und Schwefel zusammen, ließ in Sachen „Feiern“ nichts anbrennen (auf der Kegelbahn ebenso wie im „ganz normalen Leben“) und sorgte – dank seiner Damen – bundesweit für Schlagzeilen.

Nun hat sich der nach einem auch im Diepholzer Moor lebenden Vogel benannte und am 27. Juli 1973 gegründete Kegelclub „Moortüten“ nach fast 40-jährigem Bestehen aufgelöst. Dafür waren vor allem gesundheitliche Gründe ausschlaggebend. Klar, dass beim letzten Kegelabend auf der Bahn von Laker-Wiele ein wenig Wehmut aufkam. Doch freudige Ereignisse überwogen. Erinnert wurde an Ausflüge, an die Bewirtung der Ehrengäste beim Diepholzer Marktfrühschoppen, die Teilnahme am Festumzug zur 600-Jahr-Feier von Diepholz und ganz besonders an die Auftritte der Damen, die temperamentvoll, Holzschuh klappernd und charmant vor allem die Herzen der Männer im Sturm eroberten. Und dass sie auch tänzerisch auf der Höhe des Geschehens waren, dafür sorgte seinerzeit die Tanzlehrerin Charlotte Bledow.

Auf „Deutschlands erstes Hausfrauenballett“ waren schnell auch die Medien aufmerksam geworden. Ein Rauschen ging durch den Blätterwald – beste Werbung für die alte Kreis- und Grafenstadt. Die „Moortüten“ traten mit ihren Holzschuhtänzen in grün-weißem Outfit nicht nur bei Veranstaltungen in der Region auf, sondern gaben auch beim Tag der Niedersachsen in Bonn Proben ihres Könnens. Auch im Fernsehen waren die Damen zu bewundern.

Nun, aber irgendwann wurden die Holzschuhe an den Nagel gehängt, und es wurde zum „Kerngeschäft“, dem Kegeln, zurückgekehrt.

Nach der Gründungsversammlung am 27. Juli 1973 wurde der erste Kegelabend nach Fertigstellung der Kegelbahn im Moorhof am 7. September 1973 angewürfelt. Hier wurde den Spendern, Stiftern, Zu- und Zurechtschneidern des Vereinswimpels und der Ansteckorden für die all-kegel-abendlichen Auszeichnungen herzlich gedankt,“ hielt seinerzeit der damalige Schriftführer Günter Pieper im Protokoll über die ersten 20 Kegelmonate fest.

„Bis zur heutigen Generalversammlung wurde an 43 Abenden gewürfelt. Internationale Gäste nahmen an sechs Kegelabenden teil und gingen mit der Erkenntnis nach Hause, dass der KC Moortüten hart gegen sich selbst ist,“ hielt Pieper für die Nachwelt fest. Notiert wurde über die ersten 20 Kegelmonate auch, dass das Präsidentengespann bei Ordensverleihungen 43 mal (ohne Fehlversuche) küssen durfte...

Mitglieder in den Anfangsjahren waren Inge und Wilfried Brüning, Hedwig und Martin Bussmann, Renate und Helmut Gerhard, Dörte und Willi Haverkamp, Christa und Wilfried Krümpelmann, Anneliese und Hans-Joachim Neumann, Gertrud und Günter Pieper, Helga und Heinz Raffetseder sowie Erika und Dieter Wittenbrock.

Seit 1983 stand Günter Pieper an der Spitze des Clubs. Erster Präsident war zehn Jahre Wilfried Brüning. Dank sagte Pieper beim letzten Kegelabend bei Laker-Wiele sowohl seinem Vorgänger als auch Schriftführer Hans-Joachim Neumann und Kassenwart Willi Haverkamp für ihre Arbeit. Dank ging auch an den Moorhof beziehungsweise Laker-Wiele für die freundliche Aufnahme.

„Heute hat man nicht nur mit der Kugel, sondern auch mit Rheuma zu kämpfen“, scherzte Günter Pieper beim 30-jährigen Besehen. Nun hat die Gesundheit die „Moortüten“ endgültig eingeholt. „Ein Zipperlein hier, ein Zipperlein da. Wenn's an allen Ecken und Enden beim Kegeln zwickt, soll man aufhören.“

Ganz aus den Augen verlieren sich die „Moortüten“ natürlich nicht. Alle vier Wochen wird abwechselnd in Gaststätten geknobelt. In den Annalen der Stadt Diep-holz hat dieser Club jedenfalls einen festen Platz eingenommen – und das ist vor allem ein Verdienst der Frauen. · rdu

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