Neue Gleichstellungsbeauftragte scheut sich nicht, Konflikte auszutragen

Für die Knef-Villa gekämpft

Die neue Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Stuhr: Annegret Kurth. ·
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Die neue Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Stuhr: Annegret Kurth. ·

Stuhr - Von Sigi SchrittSTUHR · In der Führungsebene der Gemeinde Stuhr gibt es zu wenig Frauen. Das möchte die neue Gleichstellungsbeauftragte Annegret Kurth ändern. „Wenn die Pensionierungswelle beginnt, werde ich Personalpolitik betreiben“, kündigt die 59-Jährige selbstbewusst an.

Kämpfen hat Kurth in Berlin gelernt. Ein Beispiel: Trotz aller Widerstände setzte sie sich mit ihrer Idee von einer Therapieeinrichtung für drogenkranke Frauen in einem Gebiet durch, in dem reiche Leute wohnen. Die Einrichtung zog in eine Villa am Wannsee ein, in dem einmal die Sängerin und Schauspielerin Hildegard Knef gewohnt hatte. „Dagegen gab es sofort eine Bürgerinitiative.“ Die Einrichtung haben sie und Mitstreiter erfolgreich verteidigen können. „Wir hatten gute Leute zu einem guten Thema, und es gab Bedarf.“ Daraus entwickelte sich später ein großer Verein und ein Café, sagt Kurth.

Das Interesse an sozialen Themen entwickelte sich stetig: Annegret Kurth, geboren 1953 in Rostock, wuchs in Bremen auf und studierte nach dem Abitur Sozialwissenschaften in Göttingen und Berlin. Anschließend arbeitete sie drei Jahrzehnte lang als Soziologin in der Hauptstadt. Neben der Drogenarbeit war sie auch in der Kinder- und Jugendhilfe tätig und beteiligte sich an der sozialwissenschaftlichen Praxisforschung.

Schwerpunkte waren unter anderem die wissenschaftliche Mitarbeit am Psychologischen Institut der Freien Universität Berlin, die Geschäftsführung eines Jugendhilfeträgers sowie die Arbeit als Gleichstellungsbeauftragte an der Alice-Salomon-Hochschule sowie der Stadt Burgwedel bei Hannover.

In Stuhr schließt sich der Lebenskreis: „Ich bin meiner Heimat wieder sehr nahe und finde ein verändertes Bremen samt Umland vor.“ Obwohl sie längst in der Hansestadt lebt, habe sie noch eine Wohnung in Berlin.

In Stuhr will sich Kurth dafür stark machen, dass eine Teilzeitarbeit für Frauen kein Karrierehindernis bedeutet.

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