Henstedter Heerlager war zum sechsten Mal Saisonauftakt für bundesweite Mittelalter-Szene

Knappen, Söldner, Rittersleut

Traditionell steht beim Henstedter Heerlager der Samstag im Zeichen der Kampfspiele und  Wettbewerbe. Hier geht es um Beweglichkeit und Reaktionsvermögen.

Syke - HENSTEDT · Nicht in jedem Ritter steckt ein schwertschwingender Kämpfer. Das wurde am Wochenende deutlich, beim sechsten Henstedter Heerlager.

Andreas Morwinski (42), Angehöriger der Gruppe „Freie ostfälische Ritter“ aus dem Raum Helmstedt, ist Templer. In seiner rund 1000 Euro teuren Ritterrüstung steckt ein Mann, der mit seinem Schwert (eine Arbeit aus Polen) nur simulierte Kämpfe austrägt und zeigt, wie so ein Kampf ablaufen könnte.

Das Heerlager in Henstedt ist für die Szene der Auftakt zur Saison mit diversen  mittelalterlichen Spektakeln. Rund 100 Ritter, Knappen, Söldner, Handwerker und Weibsleut waren am Wochenende in den Syker Vorort gekommen. Alle des Lobes voll über die durchdachte Organisation der Veranstalter Alexandra und Falk Sünkenberg (Bruchhausen-Vilsen), Sven Beneke und Thorsten Köhler (beide aus Henstedt).

Gekommen waren unter anderem die Mecklenburger Stiere, die Blau-Schwarzen Söldner aus Nienburg, die Weser-Ems Sachsen, die Delmenhorster Bogenschützen, die Stedinger Bauern aus Norddeutschland und Erlangen, die Zehnttreiber (Steuereintreiber) des Bischofs zu Verden (sie versuchen das Leben speziell um 1150 darzustellen) und nicht zu vergessen, die  Thyefholter (Diepholzer), deren Darstellung sich auf das Leben der Burgmannen der Edelherren zu Diepholz um 1380 bis 1430 bezieht.

Auf dem Platz wurden am Sonnabend die Schwertkämpfe der Ritter und Söldner ausgetragen. Dabei ging es spannend und klirrend zu. Die Bogenschützen wetteiferten ebenfalls um Sieg und Ehre. Bei ihnen setzte sich mit Bogenschütze Frederic ein Diepholzer durch.

Stephan Seidel (46), Elektromeister aus Helmstedt, fand vor zwölf Jahren zum Mittelalter. Er ist Constabler in der Organisation der Freien ostfälischen Ritter und Johanniter. Begleitet wird er von seinem Sohn, Ritter Alexander (18, Azubi). Er findet es wichtig, sich mit dem Mittelalter ernsthaft zu beschäftigen. „Ich lese Bücher und schaue ins Internet. Ich will wissen, wie das damals war“, beschreibt er sein Faible für Geschichte. · nie

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