Das aufwendige Projekt der Syker Modellbauer

21 kleine Gärten am Bahnhof

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EINES der 55 Module der transportablen Modelleisenbahn hat Günter Nobis in Arbeit: Auf dem Berg sprießen jetzt Tannen, ein ordentlicher Weg führt zur Fußgängerbrücke

Syke - Dem Zufall geben sie keine Chance. Vereinsmitglied Stefan Reinke ist sogar in der Rolandklinik unterwegs gewesen, ist bis an deren höchsten Punkt emporgestiegen, und hat die Kamera gezückt und draufgedrückt.

Eine ganze Reihe „Luftbilder“ von der gleich nebenan liegenden Kleingarten-Siedlung hat er mitgebracht. Und schon war es wieder um eine Vorlage reicher, eines der aufwendigsten Projekte, das die Syker Modelleisenbahner (MECS) in diesem Jahr umsetzen, eine neue Einfahrt für den Schattenbahnhof. Anders als sonst werden die Züge diesmal nicht hinter einer Trennwand im Nichts verschwinden, sie werden durch eine Parzellenlandschaft gondeln. Vorgestellt wird diese jüngste Errungenschaft der Modulbau-Abteilung des Clubs womöglich schon bei den Syker Modelleisenbahntagen am zweiten Oktober-Wochenende in der Olympiahalle.

SCHUF eine der neuen Kleingarten-Parzellen: Holger Jarocki.

Der Aufwand macht Sinn. „Unsere Besucherumfrage hat ergeben, die Leute wollen auch hinter die Kulissen schauen können. Vor allem in die Schattenbahnhöfe mit den vielen Abstellgleisen, von wo aus mal ein Personenzug, mal ein Güterzug, mal aber auch eine alte Dampflok abgeschickt wird,“ sagt der Syker Georg Menger. Und da er selbst in früheren Jahren einen Kleingarten betrieben hatte, und eine Reihe weiterer Modellbahnbauer zumindest von ihren Eltern her ein solches Fleckchen im Grünen noch aus eigener Erfahrung kennen, war die Landschafts-Idee schon geboren. 21 Parzellen und ein Vereinsgelände entstehen an der neuen Zufahrt zum Schattenbahnhof.

Leichter gesagt, als getan. Denn die Modelleisenbahn fährt durch eine norddeutsche Landschaft, und das bedeutet, dass auch die Kleingärten nach der deutschen Kleingartensatzung aufgebaut sein müssen, nach jenen Vorgaben also, die seitenweise alles haarklein regeln. Wieviel Bäume, wie hoch der Bewuchs, welche Fläche für den Gemüseanbau, welche Hecken – das sind Fragen, die auch Kleingartenmodell-Bauer beantworten und beherzigen müssen. Und dennoch bringen sie individuelle Elemente ein. Holger Jarocki hat die beiden Parzellen, die er zugelost bekam, schon fertiggestellt. „Ich habe versucht, all das einzubauen, was der Nachbar noch nicht hat.“ Unter anderem rollt ein Holz-Lastwagen in den Kleingarten, Zimmerer erstellen einen neuen Dachstuhl.

Diese Bahnhofseinfahrt würde ausreichen, die Syker Modellbauer an ihren Clubabenden jeweils montags um 19.30 Uhr über Monate auszulasten. Doch im Vereinsheim an der Barrier Tennisanlage warten noch eine ganze Reihe weiterer Module auf die Renovierung. Das hat eine vereinsinterne Revision ergeben, die die Modellbahnbauer bei ihrem jüngsten großen Auftritt durchgeführt haben. Bei der German Rail Ende Januar in Bremen stellten sie mit 285 Metern Gleislänge die größte Anlage. Von den insgesamt 55 Modulen, die sie im Laufe der Zeit gebaut haben, machten 41 den Weg in die Hansestadt mit.

BRINGEN die Vereinsanlage voran: Maik Rosenowski (v.) und Gerog Menger.

Günter Nobis hat eines dieser Module in Arbeit, einen Abschnitt mit Fußgängerbrücke und kleinem felsigen Höhenzug. Im kleinen Team modellierte er den Weg zur Brücke neu, bepflanzte die Steilwandmauern mit Efeu und drappierte ausgewachsene Bäume auf den Gebirgshang. Mehr als 20 Stunden brachten die Hobbyeisenbahner allein an diesem Modul. Und elf weitere warten noch.

Währenddessen entwickelt sich die Vereinsanlage weiter. An die 150 Stunden mögen bisher in das Projekt geflossen sein. Die detaillierten Gleispläne sind fertig, der Rohbau auch, erste Gleise liegen bereits. „Wir komplettieren zurzeit die Paradestrecke,“ sagt Maik Rosenowski. Jene Strecke also, auf denen lange Züge ohne Stopp unterwegs sein können. Irgendwann soll hier ein Stück norddeutscher Eisenbahnlandschaft entstanden sein, mit kleineren Höhenzügen, mit viel Natur, mit einem Rangierbahnhof und mit Loks und Wagen aus allen Epochen. Eine ganz besondere Herausforderung: Während die Module noch in Analog-Technik betrieben werden, setzten die Modelleisenbahner bei ihrer Clubheim-Anlage ganz auf Digital.

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