Unterhaltsamer Abend der Weltmusik auf der Diele des Kreismuseums mit den Bands „Blau“ und „No Blues

Klangteppiche auf der Musik-Straße „Arabicana“

Das Duo „Blau“ aus Bremen zu Gast im Syker Kreismuseum.

Syke - · Mal wieder hielt die uralte Bauerndiele im Kreismuseum Syke einen musikalischen Leckerbissen vom Feinsten bereit. Der gestaltete sich am Samstagabend mit dem Menu „Weltmusik“ in zwei Gängen.

Das vor Ort bekannte Duo „Blau“ aus Bremen allerdings als „Vorspeise“ zu bezeichnen, wäre wahrlich untertrieben. Besser passt sicherlich „1. Hauptgang“ zu den von Werner Willms und Günter Orendi mitgebrachten musikalischen Geschichten der „lüttjen Lüüd“.

Da ging es ums Anstehen an der stets falschen Kasse, dem Kriseln in Beziehungen und uralten Geschichten aus dem Moor, die das Publikum zwischen Nordic Walking Blues und Hip-hop zur Pubertät mitten ins Herz traf. Schwungvoll und schweißtreibend wie gewohnt Günter Orendis Kraftakt zwischen mächtigem Sousaphon, Akkordeon, Gitarre und Trommel. Werner Willms griff indes immer wieder zu einer anderen Gitarre und begeisterte zwischendurch mit einem Solo. Plattdeutsche Bühnensentimentalität hatte keinen Platz bei „Blau“. Vielmehr überzeugte der Eindruck einer lebendigen Sprache zu ebensolcher Musik. Für eine sonst gewohnte Zugabe aus der Kiste blieb indes keine Zeit, denn nach kurzem Bühnenumbau und Sackenlassen des Gehörten bei einem Glas Wein hieß es Platznehmen zum zweiten Gang der Weltmusik.

Den präsentierte bei dem langen Neo-Folk-Abend die Gruppe „No Blues“ aus den Niederlanden. Mit der fünfköpfigen Band kamen noch mehr Instrumente auf die kleine Bühne, aber wie von Zauberhand fand jeder Musiker seine Position.

Hausherr Dr. Vogeding ließ es sich nicht nehmen, auf die Lebendigkeit der Kultur durch Sprache und Musik über Grenzen hinweg hinzuweisen. Die Gruppe „Blau“ habe dies mit ihren neuen plattdeutschen Texten und der Musik gezeigt, „No Blues“ spanne den Bogen mit ihrer Mischung noch etwas weiter. So richtig warm gemacht, ließ sich das Publikum in der proppevollen Diele voller Neugier auf eine Mixtur unterschiedlichster Klänge ein. Die fing verhalten mit arabischen Tönen an. Oud-Spieler Haytham Safia aus Israel bekam schon bald Begleitung von Ad van Meurs an der Gitarre, gefolgt von Anne-Maarten van Heuvelen (Bass) und Osama Maleegi (Percussion). Zudem war noch eine Frauenstimme zu hören, die sich wenig später aus dem Hintergrund mit Ankie Keultjes auch noch sehen ließ. Schwer zu beschreiben, welch zauberhafte Reise der Zuhörer erleben durfte. Mal war man in der arabischen Musikwelt, mal in der westlichen. Die Sprachen mischten sich, ohne sich zu stören. Folk-Blues traf sich mit Arabischer Musik, und dissonante Oktavensysteme erlebten auf der Verbindungsstraße „Arabicana“ ein hinreißendes Klangerlebnis. Zudem wurden Geschichten von Liebe, Kummer, politischer Verfolgung erzählt, ganz nah am Puls des Lebens. Die Gäste stellten Ausschnitte aus ihren bisher erschienenen Alben und dem neuen Album vor.

Nicht nur dem Publikum machte der Abend Spaß, den hatte auch die Band aus den Niederlanden. Mit einem gemeinsamen „Helahela“ gingen dann um 23 Uhr die Lichter im Museum langsam aus.n Angelika Kratz

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