Tuareg Alhousseini Anivolla singt in der Fehsenfeldschen Mühle

Der Klang der Wüste

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Seine Aura reichte und die Gäste verstanden: Alhousseini Anivolla sang in seiner Muttersprache und auf Französisch. ·

Martfeld - Von Jana WohlersEin exotisches Klangerlebnis gab es für über 50 Besucher am Sonnabendabend in der Fehsenfeldschen Mühle in Martfeld. Tuareg und Sänger Alhousseini Anivolla begeisterte mit orientalisch-melodischer Musik, zog mit seinem Gesang die Aufmerksamkeit auf sich und wusste vor allem durch Bescheidenheit, Freundlichkeit und jeder Menge Talent zu überzeugen.

Der 40-jährige Musiker zog die Gäste von Beginn an in seinen Bann. So sehr, dass die Besucher sogar in Scharen vor der Tür standen, um sich den ungewöhnlichen Mann und seine fast abstrakt erscheinende Musik nicht entgehen zu lassen.

Nur mit einer Gitarre und einem freundlichen Lächeln sang der Musiker den gesamten Abend. Anivolla war mit einem traditionellen Kostüm und einem Turban bekleidet, denn „Kultur ist es, die meine Musik prägt und meine Identität ausmacht“, erklärte er. Ursprünglich stammt Anivolla aus Niger. Aufgewachsen ist er in der Sahara, die Muttersprache des Künstlers ist Tamashek. Mit dem Publikum unterhielt er sich in fließendem Französisch. Damit die Gäste ihn verstehen, erklärten zwei Übersetzerinnen nach jedem Lied die zugehörigen Anekdoten und Geschichten. Anivolla thematisierte unter anderem Kultur, Frieden, Liebe, Vergänglichkeit und Unverständnis. „Alles, was wir wollen, was wir uns wünschen, ist, dass die Menschen in Frieden leben können“, erzählte Anivolla, und sprang mitunter zu aktuellen Streitigkeiten in Mali über. „Wir brauchen Frieden und müssen etwas gegen den Krieg tun, ehe wir ihn selbst in unserem Land zulassen.“ Wissen und Weisheit, Verständnis und Einheit – das sei es, was sich der Musiker für die Welt wünscht.

Eindrucksvoll präsentierte er seine Wünsche, indem er das Publikum über den Abend vermehrt zum Mitsingen aufforderte. Der Ausdruck von Freude über die Musik sprang schnell auf das Publikum über. Das Klatschen war zu Beginn eher zurückhaltend, am Ende wippten und trommelten selbst die Füße und die Finger mit. Die Aura, die Anivolla mit seiner Musik hinüberbrachte, reichte, um das Publikum verstehen zu lassen. Die sandige Sahara, der Wunsch nach Frieden und Liebe – Anivolla ließ seine Gäste teilhaben an den Empfindungen seiner Seele. „Es war einfach Wahnsinn, eine andere Welt und ein Konzert ganz entgegen des Gewohnten“, lautete das Fazit einer begeisterten Besucherin.

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