„Second Rose“ ab 24. April in Varrel

Upcycling oder: Manches ist zum Wegschmeißen zu schade

Es bleibt viel zu tun: Ariane Meyer-Kelkenberg (links) und Kerstin Renzelmann beim Einrichten der neuen Geschäftsräume in Varrel.
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Es bleibt viel zu tun: Ariane Meyer-Kelkenberg (links) und Kerstin Renzelmann beim Einrichten der neuen Geschäftsräume in Varrel.

Varrel/Barenburg – Eben noch Linsensuppe drin, jetzt eine Glühbirne: Die Weißblechdose wurde um das ursprüngliche Etikett erleichtert und erhielt ein neues Kleid. Dazu eine Holzkonstruktion, die aus der Dose eine auch äußerlich erkennbare Lampe macht. Das ist nur eines der Dinge, die sich Ariane Meyer-Kelkenberg ausgedacht hat.

Die gelernte Erzieherin findet neben ihrem Beruf Zeit für ein Anliegen, das ihr seit Jahren schon am Herzen liegt. Während einer beruflichen Pause hat sie „Second Rose“ als Standbein entwickelt. Hier kann sie kreativen Projekten ihren Lauf lassen. Kreativität und Nachhaltigkeit treffen dabei zusammen: Näh-Ideen generieren sich aus den Stoffresten oder aussortierten Kleidungsstücken aus dem eigenen Schrank. Zeitungspapier kann, speziell gerollt und aufgearbeitet, zu Taschen und Körben, zu Tellern und Schalen verarbeitet werden – alles in einer Stabilität, die die Kunden immer wieder erstaunt.

Aus Weißblechdosen können originelle Lampen entstehen.

Die bisherigen Geschäftsräume in Barenburg verlässt Ariane Meyer-Kelkenberg – und eröffnet am 24. April in Varrel an der Hohen Straße eine neue Basis. „Die brauchen wir einfach“, sagt die 47-Jährige. In großen Schaufenstern kann eine Auswahl der Projekte gezeigt werden, ohne Öffnungszeiten. Die Räume sollen auch eine Anlaufstelle bieten für Interessierte, die sich entweder für eines der kreativen Projekten interessieren oder für Nachhaltigkeit oder ebenfalls beides kombinieren möchten.

Nachhaltigkeit ist ein Thema, das viele Menschen umtreibt. Und Ariane Meyer-Kelkenberg will dazu beitragen, will aufklären, was sich wiederverwerten lässt, will aufzeigen, welche Firma nicht recyclebares Material nutzt und damit zur Umweltverschmutzung beiträgt.

Aus Papier oder Plastik entstehen Taschen.

Es sind verschiedene Ansätze, die Ariane Meyer-Kelkenberg verfolgt: Kinder, Jugendliche und Erwachsene ihre kreative Seite ausleben, indem sie Workshops besuchen. Diese gehören seit 2016 unter dem Motto „Recycling/Upcycling“ zum Angebot von Second Rose. „In den Workshops versuche ich zu zeigen, was man aus Hausmüll gestalten kann. Das Thema Recycling / Upcycling wird den Teilnehmern auf die kreativste Weise näher gebracht. Das Auseinandersetzen mit den Materialien, das kreative Tun, und dies noch mit durchaus weltverbesserndem Hintergedanken, entlastet enorm. Den Teilnehmer ebenso wie den Kursleiter“, erklärt Ariane Meyer-Kelkenberg. Eingesetzt werden, neben Papier, Stoffe in den Nähworkshops, Holz, Plastik, Blech und Metall.

Das Coaching zum Thema Nachhaltigkeit erfolgt wie „nebenbei“. Als eigenständiger Kurs oder Vortrag ist das denkbar – mit der neuen Basis in Varrel solle aber auch eine Anlaufstelle geschaffen werden für Interessierte, die sich erkundigen möchten, die einen Einstieg ins Thema suchen: „Ich möchte im Dialog sein“, erklärt Ariane Meyer-Kelkenberg. In den neuen Räumen in Varrel sollen Schulungen und Workshops gebucht, sollen aber auch Materialien angeliefert werden können. Auch ganz individuelle Ideen entwickelt werden: Wenn etwa das Lieblingskleidungsstück nicht einfach so entsorgt werden soll. Was sich daraus machen lässt, lasse sich in persönlichen Gesprächen klären, in einer gemeinsamen Ideenfindung.

Ariane Meyer-Kelkenberg persönliches Herzensprojekt, die „Waikiki-Beschützerbären“, läuft derweil immer noch. Die Mutmachgeschichte für Kinder heißt „Der Zauber der Waikiki Bären“. Neben den genähten Kuscheltieren ist die selbst geschriebene Geschichte von Ariane Meyer-Kelkenberg als Audiodatei erhältlich für Familien. Die Barenburgerin hatte dieses Projekt initiiert, nachdem sie zum Pandemiestart auf die Maskenfertigung gewechselt hatte. Diesen selbst genähten Mundschutz spendete die Barenburgerin damals tausendfach an Pflegeeinrichtungen und Physiotherapiepraxen sowie Schulen.

Aus Papier kreiert ist diese kleine Stehlampe.

Materialanlieferung heiße aber nicht, dass jeder Müll in den Geschäftsräumen entsorgt werden könne. Es wird gezielt gesammelt: „Stoffe, Knöpfe, Dosen, Tetra Paks, Klopapierollen: Das alles können wir annehmen“, sagt Ariane Meyer-Kelkenberg, die mit Kerstin Renzelmann an ihrer Seite derzeit eine sehr kreative Partnerin weiß, die auch kaufmännische Kenntnisse einbringt. Spenden kommen derweil auch von Firmen: Etwa Leder- und Stoffreste, die bei der Möbelproduktion übrig bleiben.

Spezielle umweltbewusste (und nachfüllbare) Kosmetik gehöre ebenso zum Angebot in den künftigen Geschäftsräumen wie Holzarbeiten. Später sollen umweltfreundliche Materialien zum Arbeiten angeboten werden. Meyer-Kelkenberg und Renzelmann sind auf der Suche nach weiteren Geschäftspartnern, die in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein auf der gleichen Wellenlänge denken.

Die „Waikiki-Bären“ gibt es immer noch.

Für die Eröffnung am 24. April gelten strenge Vorgaben: Durchs Schaufenster gucken ist jederzeit möglich, unter Wahrung der notwendigen Abstände. Ins Geschäft kommt, wer sich per E-Mail anmeldet (ariane.meyer.kelkenberg@web.de) und für den Besuch eine Zeit erhalten hat. Einen „Tag der offenen Tür“ soll es geben, wenn die Pandemie beendet ist. Für jeden Gast am Eröffnungstag ist bereits ein kleines nachhaltiges Gastgeschenk vorbereitet (weitere Infos: www.second-rose.de).

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