Veränderungen in der Kirchdorfer Kirchengemeinde

Auf Zorn und Stelloh folgt Lübkemann

Andrea Lübkemann folgt auf Petra Stelloh und Antje Zorn (von rechts) im Kirchdorfer Pfarrbüro.
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Andrea Lübkemann folgt auf Petra Stelloh und Antje Zorn (von rechts) im Kirchdorfer Pfarrbüro.

Kirchdorf – Wie ist das als Pfarramtssekretärin – muss man da jeden Sonntag in die Kirche gehen? Petra Stelloh hat diesen Posten seit fast 30 Jahren in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Kirchdorf inne. Sie sagt: „Ich gehe nicht jeden Sonntag in den Gottesdienst, aber wenn ich gehe, dann gehe ich gerne. Und meistens tut er mir dann einfach gut.“

Und zum 1. Juli geht sie... in den Ruhestand.

Wer bisher im Büro auf Petra Stelloh traf, kennt auch Antje Zorn. Die Kirchdorferin ist zwar im Februar 2016 bereits in den Ruhestand verabschiedet worden, aber nicht so ganz: Zorn hatte sich immer noch, mit zwei Stunden wöchentlich, um die Friedhofsangelegenheiten im Pfarrbüro gekümmert. Und auch sie wechselt jetzt endgültig in den neuen Lebensabschnitt. Feiert aber, aufgrund der Verlängerung, ihr 50-jähriges Dienstjubiläum.

Zumindest als Pfarrsekretärin wird Antje Zorn aufhören – den Kirchenchor wird sie weiterhin leiten. Und damit weiterhin in Kontakt bleiben mit Petra Stelloh, die dort ebenfalls mitsingt.

Petra Stellohs Karriere bei „Kirchens“ begann vor 35 Jahren, als ehrenamtliche Mitarbeiterin im Büchereikreis: „Nachdem ich ein paar Mal im Büro ausgeholfen hatte, bot mir Pastor Joachim Kuklik im Februar 1992 eine Festanstellung im Gemeindebüro an.“ Gefragt nach den Eigenheiten der Pastoren antwortet sie: „Bei ,schlimmen‘ Pastoren denke ich an Missbrauchsskandale und Gewalt, die es ja leider auch in der evangelischen Kirche und in diakonischen Einrichtungen gegeben hat. Ich kann guten Gewissens behaupten, dass ich während meiner Dienstzeit in Kirchdorf mit keinem ,schlimmen Pastor‘ zusammen gearbeitet habe. Dass jeder Pastor so seine Eigenarten hatte, versteht sich von selbst. Schließlich sind Pastoren ja auch nur Menschen.“

Kürzungen bei „Kirchens“: Künftig weniger Stunden für die Aufgaben

Sieben Bewerberinnen gab es für die vakante Stelle der Pfarrsekretärin, die der Kirchenvorstand mit Andrea Lübkemann aus Holzhausen besetzt hat. Lübkemann werde aufgrund von Kürzungen mit weniger Stunden im Büro an der Marktstraße arbeiten, als ihre Vorgängerinnen, erklärt Pastor Joachim Bachhofer. Die 51-Jährige aus Holzhausen wird derzeit bereits in die Aufgaben eingearbeitet. Eigentlich war angedacht, Petra Stelloh und Antje Zorn gemeinsam in einem Open-Air-Gottesdienst zu verabschieden und Lübkemann zu begrüßen. Doch die Anmeldungen erfolgten so zahlreich, dass es jetzt zwei Termine geben wird: Petra Stelloh wird am Sonntag, 27. Juni, um 17 Uhr verabschiedet. Den Open-Air-Gottesdienst im Kirchgarten leitet Pastor Joachim Bachhofer. Die Predigt hält ein ehemaliger Pastor, Joachim Kuklik. Der Kirchenchor werde für den musikalischen Rahmen sorgen.

Am Sonntag, 18. Juli, wird der Open-Air-Gottesdienst im Kirchgarten um 10 Uhr beginnen. In diesem werde Antje Zorn für ihr 50-jähriges Dienstjubiläum geehrt und Andrea Lübkemann als neue Pfarramtssekretärin eingeführt. Der Posaunenchor sorge für den musikalischen Rahmen. Den Gottesdienst halten Pastor Joachim Bachhofer und Diakon Michael Wendel.

Den Wandel in der Büroarbeit im Laufe der Zeit haben Stelloh und Zorn gleichermaßen erlebt. „Während anfangs jeder Brief und jedes Schriftstück diktiert und stenografisch aufgenommen – später auch vom Diktiergerät – und dann mit der Schreibmaschine geschrieben wurde, geht das heute per E-Mail“, erklärt Antje Zorn.

Was macht eine Pfarrsekretärin?

Was macht eine Pfarrsekretärin eigentlich? „Die Aufgaben sind vielfältig und auf die jeweiligen Gemeinden abgestimmt“, weiß Petra Stelloh. Als „Haupttätigkeiten“ zählt sie die Bearbeitung des Posteingangs und den allgemeinen Schriftverkehr auf, zu dem etwa Einladungen zu Jubiläumskonfirmationen und die Begrüßung neuer Gemeindeglieder gehören. Außerdem müssten Abkündigungen zu Papier gebracht werden. „Und die Sekretärin führt das Sakristeibuch. Dann ist da noch die Pflege der Kirchenbücher, das Ausstellen von Kirchenbuchauszügen und anderen Bescheinigungen, etwa Patenscheine.“ Und Stellohs Liste ist damit nicht beendet: Im Büro werden Geburtstagskarten und Geschenke zu anderen Jubiläen vorbereitet. Die Friedhofsverwaltung wird ebenso erledigt, die Abrechnung der Zahlstelle (Handkasse) erfolgt im Pfarrbüro und es stehen Schreibarbeiten für den Gemeindebrief „Einblick“ auf der Aufgabenliste. „Nicht zuletzt: unzählige Telefonate und Gespräche, schließlich ist die Pfarramtssekretärin oft erste Ansprechpartnerin für die Gemeinde“, erklärt Petra Stelloh.

Der sonntägliche Gottesdienst bekommt so eine ganz andere Bedeutung: „Ich verstehe ihn als ein gutes Angebot im Wochenrhythmus. Gott lädt uns ein, sein Wort zu hören und er hört auf unsere Sorgen, aber auch unsere Dankbarkeit. Beim Thema der Feiertagsheiligung, was ja auch den Sonntagsgottesdienst beinhaltet, verweist die protestantische Kirche auf das Vorbild Jesu. Der pochte nicht auf die sture Einhaltung der jüdischen Religionsgesetze, sondern lenkte den Blick auf den Sinn des wöchentlichen Festtages als eine seelische und religiöse Wohltat“, erklärt Petra Stelloh. Seinen Kritikern habe Jesus gesagt: „Der Sabbat ist für den Menschen gemacht und nicht der Mensch für den Sabbat.“

Hat Petra Stelloh eine Lieblingsecke in der größten Kirche des Landeskreises Diepholz? „Mein allerliebster Lieblingsplatz war immer in der zweiten Reihe links außen bei den ,Alten‘, den Alt-Stimmen im Kirchenchor. Ich würde mich freuen, wenn ich diesen Platz nach der Corona-Zwangspause wieder einnehmen kann. Der zweite Lieblingsplatz ist hinten rechts im Mittelschiff.“

Gab es Besonderheiten in den gut drei Jahrzehnten im Pfarrbüro? „Eine besondere Herausforderung war die Kirchenvorstandswahl im Jahr 2012, während einer Vakanz“, erinnert sich Stelloh.

Nach sechs Pastoren und einer Pastorin, einschließlich zwei Vakanzvertretern, geht die zweifache Mutter und stolze Großmutter des kleinen Max in den Ruhestand, sie wolle aber ihre ehrenamtlichen Aufgaben, etwa im Büchereiteam und bei den Seniorennachmittagen, gerne beibehalten.

Pfarrbüro

Das Büro der Kirchengemeinde (Marktstraße 3) ist mittwochs bis freitags von 9 bis 12 Uhr, dienstags von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet; Tel. 0 42 73 /3 36, E-Mail: KG.Nikolai.Kirchdorf@ evlka.de.

Andrea Lübkemann: „Ich freue mich auf eine tolle Zusammenarbeit“

Kurzportrait: Andrea Lübkemann ist 51 Jahre alt und wohnt in Holzhausen. Sie sei sehr heimatverbunden, erklärt sie: Mit den Hunden spazieren gehen, fotografieren und die Natur genießen – das tue sie gerne. Zu Hause gestalte sie mit der Familie, die sie in der näheren Umgebung um sich weiß, den Garten um „oder wir sind einfach nur nett beisammen“, verrät Lübkemann im Kirchenblatt. Sie gehöre seit drei Jahren dem Kirchenvorstand an, müsse diese Aufgabe aber aufgrund der neuen Tätigkeit ruhen lassen.

Sie habe Spaß daran, im Team das Gemeindeleben im Kirchspiel aktiv mitzugestalten und zu unterstützen. „Ich freue mich schon jetzt auf eine tolle Zusammenarbeit mit Ihnen und Euch.“

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