Zehn Jahre Malermuseum in Wehrbleck mit offizieller Feier

Platz für das Handwerk

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Bernd Goldmann (r.), ehemaliger Lehrling bei Wilhelm Köster sen. und nachher Arbeitskollege von Wilhelm Köster jun. (l.) überreichte ein Geschenk.

Wehrbleck - Früher lebte der Lehrling beim Meister in dessen Familie, während der Ausbildung. Das galt auch für Bernd Goldmann – und seine Erinnerungen an diese Zeiten im Hause Köster sorgten für etliche Lacher bei der offiziellen Feier zum zehnjährigen Bestehen des Malermuseums in Wehrbleck.

Köster jun. wiederum, Motor und Initiator des Museums, und Goldmann arbeiteten später zusammen in der Freistätter Malerwerkstatt. Als Geschenk hatte Goldmann ein Buch mitgebracht, mit dem man sich 1952 auf die Meisterprüfung vorbereitete.

Es sind diese Fundstücke, die andere achtlos wegschmeißen, aber der Kenner sieht, welch historischen Wert sie besitzen. Wilhelm Köster hat diesen Blick in vielen Jahren als Maler für sein Handwerk geschult. Wieviele Dinge ein Maler heute nicht mehr benötigt, die aber im Wehrblecker Museum gezeigt werden, daran erfreute sich auch Karl-August Siepelmeyer, Präsident des Bundesverbandes Farbe Gestaltung Bautenschutz. Selber kann er 45 Berufsjahre vorweisen. Und fühlt sich an „alte Zeiten“ erinnert. Kittmesser würden heutige Lehrlinge nicht mehr kennen, Glaskiepen auch nicht: „In Niedersachsen setzten die Maler auch Glas ein. Eine Glaskiepe brauchte man für die vielen, vielen Sprossenfenster und die Scheiben waren dann ja so klein, dass man die wunderbar transportieren konnte – zu Fuß, per Rad oder Roller.“ Die Ausstellungsstücke zeigen, wie viel sich geändert habe: Die Älteren erkennen Dinge wieder und die Jüngeren lernen Werkzeuge und Materialien kennen, die heute nicht mehr verwendet werden. Siepelmeyer: „Viele Dinge aus der Vergangenheit werden einem bewusst. In dieser kleinen Gemeinde Wehrbleck ist der Wandel in unserem Handwerk sichtbar.“ Heinrich Schwenker, Bürgermeister in Wehrbleck, erinnerte an die Entstehungsgeschichte des Museums, die viele Ehrenamtliche, Sponsoren, die Kommune und Familie Witte gemeinsam geschrieben hätten. Ortwin Stieglitz gratulierte namens der Samtgemeinde – in der Kultur eine große Rolle spiele. Maler sei einer der ältesten handwerklichen Berufe und ohne Farbe wäre „alles ein bisschen trist“.

Marion Langhorst freute sich als Vorsitzende des Heimatvereins Wehrbleck, dass Wilhelm Köster, der von 1991 bis 1999 Vorsitzender des Vereins war und viel bewegt habe, heute wieder im Vorstand aktiv ist – denn das Malermuseum wurde in den Verein eingegliedert.

Wilhelm Köster selbst dankte für das Lob, gab es an die viele Unterstützer, Sponsoren und Wegbegleiter weiter, insbesondere auch an seine Familie und Ehefrau Heike. Die Kunde von dem kleinen, aber sehr feinen Museum ziehe immer größere Kreise.

Das aber auch dank seines stets kreativen „Museumsdirektors“. Mit steigender Zahl an Exponaten und Sonderausstellungen hat er bisher über 25000 Besuche begeistert. Wer Malerutensilien hat, die er nicht mehr benötigt, fragt mittlerweile immer erst bei Köster an, ob der das schon hat. So kann die Sammlung stetig ergänzt werden – sehr nach dem Geschmack seines Gründers, der so seinen Gästen immer wieder was Neues (eigentlich Altes) präsentieren kann.

sis/sk

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