Konzert in Freistätter Moorkirche

Eberhard Brünger und Lothar Düsterhus spielen auf Clavichord

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Eberhard Brünger und Lothar Düsterhus bei ihrem Clavichord-Konzert. 

Freistatt - Von Cornelia Hedemann. „Ein Instrument , dass damals fast jeder hatte“, stellten Eberhard Brünger und Lothar Düsterhus in der Freistätter Moorkirche vor. Das Clavichord, heute in Vergessenheit geraten, nach der Orgel das älteste Tasteninstrument, war vom 17. bis 19 Jarhundert in zahlreichen Haushalten zu finden.

Der erzeugte Ton ist deutlich leiser als bei einem Klavier, was es für die Hausmusik damals beliebt machte, zudem war es günstig zu erwerben. Und dass dieses Instrument leise ist, davor warnte Eberhard Brünger sein Publium schon mal vor: „Erschrecken Sie nicht. Nicht weil es so laut wäre, es ist leise. Aber wenn man sich darauf einlässt, scheint es im Laufe des Zuhörens lauter zu werden.“ Ein zarter, gedämpfter Klang zog die Zuhörer in ihren Bann. Das Clavichord erzähle viel über die damalige Zeit, so Brünger. Über eine Zeit der Empfindsamkeit, in der die Erkenntnis Raum gewann, dass jeder Mensch ein Individuum ist. „Ein Instrument, dass keine Lautstärke braucht.“ Trotzdem stehe ein Clavichord nicht für Wohlfühlmusik, es sei keine esotherisch musikalische Lebenshilfe, man solle Musik nicht verzwecken, so der Musiker. Eine Besonderheit dieses historischen Instrumentes, dass sich durch Druck auf die Taste eine Art Vibrato erzeugen lässt, und der Musiker dadurch seine eigene Akzente setzen kann.

Auf dem Programm standen Werke von Pater Antonio Soler (Konzert für zwei Clavichorde), von Johann Sebstian Bach sowie seinen Söhnen Carl Philipp Emanuel (vier kleine Duette) und Johann Christian Bach. Die Trisonate V, C-Dur für Orgel, die Bach für seinen hochbegabten Sohn dreistimmig komponierte, adaptierten Eberhard Brünger und Lothar Düsterhus für zwei Clavichorde und verstanden es, das Publikum zu begeistern. Mit lang anhaltendem Applaus würdigten die Zuschauer das Konzert in der gut besuchten Moorkirche.

Es war das erste gemeinsame Konzert von Eberhard Brünger und Schwiegerssohn Lothar Düsterhus aus Essen, ebenfalls ausgebildeter Kirchenmusiker.

Im Anschluss wurden die Zuschauer aufgefordert, die Instrumente gerne aus der Nähe zu betrachten. Und Lothar Düsterhus und Eberhard Brünger beantworteten zahlreiche Fragen der Zuschauer, die sich um die Instrumenten drängten. Das Clavichord selber auszuprobieren, das traute sich dann doch niemand. Trotz des aufmunternden Hinweises, es werde schon nicht so schnell kaputt gehen. Leise Töne großer Komponisten virtuos gespielt, das kam beim Publikum an. „Ein sehr schönes Konzert und mal was anderes“, so der Tenor des Publikums.

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