Künstler bei „Kirchdorfer Heide- und Moormalerei“ kreativ

Wolken machen sich ganz gut

Fernado Paez Rada und Hannelore Kühnen, Teilnehmer der „Kirchdorfer Heide- und Moormalerei“, in die Kirchdorfer Heide - Fotos: mks

Kirchdorf - „Nein, es nervt nicht, wenn man angesprochen wird. Wer hier teilnimmt, ist auch bereit, sich über die Schulter schauen zu lassen“, versichert Fernando Paez Rada und setzt schmunzelnd hinzu: „Das ist wie Facebook, nur analog.“

Die Künstlerinnen Monika Pannemann und Birgit Waldeck (sitzend).

Der Hobbymaler gehört mittlerweile zu den „Veteranen“ der Freiluft-Kunstaktion „Kirchdorfer Heide- und Moormalerei“, die bei ihrer neunten Neuauflage am Wochenende 26 Kunstschaffende mobilisierte. Fernando Paez Rada ist der erste, der in der Heide seinen Lieblingsort bezieht und seine Staffelei aufstellt. Er hält es wie seine Künstlerkollegen: „Selbst ein bisschen malen und dann schauen, was die anderen machen.“ Der Austausch untereinander ist ein zentrales Element der Aktion. Das Konzept kommt an, nicht nur bei Künstlern aus der Region: Rolf Hedemann, der die „Kirchdorfer Heide- und Moormalerei“ ehrenamtlich organisiert, kann in diesem Jahr auch Teilnehmer aus Bad Zwischenahn, Bad Fallingbostel, Essen und Soest begrüßen.

Das Konzept hat auch Hannelore Kühnen aus Rahden überzeugt. Sie ist kürzlich dem Verein „Kunst in der Provinz“ beigetreten, hatte von der Aktion gehört und sich kurzfristig angemeldet. „Ich habe eigentlich ein Faible für die Portraitmalerei, Landschaften habe ich noch nie gemalt,“ sagt sie. Begeistert ist sie von der Stimmung unter den Künstlern. Und vom Ambiente in der Heide. Auch dem Wetter kann sie Positives abgewinnen: „Zu viel Sonne bedeutet zu viel Kontrast, und die Regenwolken machen sich ganz gut auf dem Bild.“

Jeder Künstler suchte individuell seine Perspektive, um die Landschaft in Aquarell, Acryl oder Öl auf die Leinwand zu bringen. Laut Ausschreibung sind auch Collagen, Skulpturen oder keramische Arbeiten als künstlerische Ausdrucksform möglich. Birgit Waldeck aus Edewecht hat sich für die Variante „Öl auf Acryl“ entschieden. Sie hat sich vorgenommen, ihr „unvollendetes“ Bild vom letzten Mal fertigzustellen.

Durch die Pflegearbeiten in der Heide – etliche Gehölze wurden inzwischen entnommen, überalterte und geschwächte Heidepflanzen großflächig abgeschlegelt (wir berichteten) – muss sie umdisponieren. „Macht nichts“, sagt sie lachend. Ebenso wie ihre Freundin Monika Pannemann aus Bad Zwischenahn genießt sie die Landschaft, die Gemeinschaft mit anderen Künstlern und die „unglaublich gute Organisation“. Beachtlich findet sie, dass Samtgemeindebürgermeister und „Schirmherr“ Heinrich Kammacher die Kunstaktion aktiv begleitet: Er habe die Teilnehmer im Renzeler Moor und der Kirchdorfer Heide persönlich aufgesucht, Obst und „Hüftgold“ verteilt.

Am Sonntag, 20. November, wird eine Gemeinschaftsausstellung im Rathaus der Samtgemeinde Kirchdorf eröffnet. Jeder Teilnehmer hat dann die Möglichkeit, eine fertige Arbeit der Aktion zu präsentieren. 

mks

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