Auch öffentliche Veranstaltungen für Interessierte

Wohnungslose treffen sich in stimmiger Atmosphäre

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Stefan Schneider (r.) hier mit Jürgen Schneider im Sommer 2016 in Freistatt, begleitet das Treffen auch in diesem Jahr. 

Freistatt - Wie viele wohnungslose Menschen es aktuell in Deutschland gibt, kann niemand sagen, auch nicht die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Wohnungslosenhilfe in Berlin.

Die letzten ungefähren Zahlen stammen aus dem Jahr 2014 und sind nach Angaben eines Sprechers der BAG weiterhin gültig. Und: Die Prognose, die die Mitarbeiter seinerzeit für die Jahre 2017 / 2018 getroffen hätten, seien realistisch. Demnach müssten aktuell gut 466.000 Menschen – Männer, Frauen und Kinder – in Deutschland ohne Obdach sein. 

Den größten Anteil, mit über 70 Prozent, stelle nach Angaben des Dachverbandes der Wohnungslosenhilfe die Gruppe der erwachsenen Männer. Ihnen allen eine Stimme geben, die gehört wird, auch dazu dient das Wohnungslosentreffen, das am kommenden Sonntag, 23. Juli, in Freistatt beginnt. Die Gemeinde ist nach 2016 erneut Gastgeber – und wird das auch im kommenden Jahr sein, erklärt Dr. Stefan Schneider, einer der Hauptorganisatoren. Warum Freistatt? Der Ort sein zwar verkehrstechnisch nicht so günstig zu erreichen, aber die Atmosphäre im Dorf stimme. Soll heißen: Die Teilnehmer werden nicht von den Bürgern beäugt. Freistatt habe durch die Einrichtungen von Bethel im Norden auch bezüglich der Wohnungslosenhilfe eine lange Tradition.

Konzert beim „Abend der Begegnung“

Das Treffen, das erneut für eine Woche mit vielen Programmpunkten für die Teilnehmer gespickt ist, diene nicht dazu, Wohnungslose vorzuführen. Vielmehr ist der Kreis der Teilnehmer geschlossen – mit gelegentlichen Terminen, bei denen sich auch interessierte Bürger dazugesellen dürfen. So ist etwa für Montag, 24. Juli, ab 20 Uhr ein Konzert beim „Abend der Begegnung“ im Sinnesgarten geplant. Zu Gast sind Rainer Wölk und die „Arrested Amtsbrüder“. Im Seminarraum der benachbarten Werkstatt Wegwende liest Autor Karsten Krampitz Geschichten von Bettlern, Schnorrern und Süchtigen.

Für Dienstag ist das Bandprojekt für wohnungslose Männer aus Hannover, „Büttners Best Choice“, eingeplant: Ihr Konzert beginnt um 20 Uhr im Sinnesgarten. Am Freitag, 28. Juli, wird um 15 Uhr der Film „Freistatt“ in der Moorkirche gezeigt, die anschließende Diskussion moderiert Rüdiger Scholz und führt danach durch das Haus Moorhort mit der darin gezeigten Ausstellung zur Geschichte der Heimerziehung in Freistatt. Ein drittes Konzert beginnt am Samstag, 29. Juli, um 21 Uhr im Sinnesgarten. Die Gruppe „Jaded“ spielt Bluesrock. Ausdrücklich öffentlich ist die Abschlussandacht, zu der für Sonntag, 30. Juli, um 9 Uhr in den Sinnesgarten eingeladen wird. Unter der Leitung von Freistatts Pastor Michael Herzer und der Moderation von Werner Franke (Armutsnetzwerk) und Janina Spörecke, beide aus Berlin, wird das Treffen der Wohnungslosen in Freistatt beendet.

Ziel ist, die Personen zu vernetzen, ihnen die Handhabung neuer Medien zu erklären, Fertigkeiten zu vermitteln, Gesprächskreise sollen Möglichkeiten zum Austausch bieten. Themen sind ebenso Sucht und Angriffe auf wohnungslose Menschen, Projekte, Aktionen, gemeinsame Ausflüge und Spiele stehen ebenfalls auf dem Programm. 

sis

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