Thema: „Digitalpakt“

Corona-Alltag an Grundschule Kirchdorf: „Wir sind vorbereitet für Szenario B“

Die Klasse 1a grüßt aus der Grundschule Kirchdorf mit ihrem Maskottchen Ole – und „Elmo“: Oles Namensschild wird mit dem „Elmo“ an die Wand projiziert.
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Die Klasse 1a grüßt aus der Grundschule Kirchdorf mit ihrem Maskottchen Ole – und „Elmo“: Oles Namensschild wird mit dem „Elmo“ an die Wand projiziert.

Kirchdorf – Wie kommen die jüngsten Schüler mit der veränderten Situation klar? Wie mit den Auflagen, die die Pandemie ihnen abverlangt im Schulalltag? Selten ist der Bericht aus der Grundschule Kirchdorf im Schulausschuss der Samtgemeinde mit mehr Spannung erwartet worden, als in der jüngsten Sitzung: Wie geht es Lehrern, Schülern und deren Eltern in dieser Zeit mit allen Herausforderungen und Schwierigkeiten?

Die Lehrkräfte Elke Grabow und Jan Strauß berichten aus dem Corona-Alltag an der Grundschule Kirchdorf. Der finde derzeit im Szenario A statt, erklärt Elke Grabow. Soll heißen: Alle Schüler sind in der Schule zum Präsenzunterricht anwesend. „Gleichwohl sind wir vorbereitet für das Szenario B, wenn in halber Stärke im Wechsel unterrichtet wird und wir wissen, welche Kinder dann grundsätzlich betreut werden müssen. Ebenso haben wir das Szenario C vorbereitet, wenn die Kinder wieder ganz zu Hause sind. Dafür liegen bereits Lernpakete parat, die für ein bis zwei Wochen reichen. Wir müssen nix aus dem Hut zaubern, wir sind vorbereitet.“

Das regelmäßige Lüften ist im Unterrichtsablauf so integriert, dass es nicht stört. „Die Kinder sind sehr flexibel und gewöhnen sich schnell an neue Abläufe“, lobt Grabow.

An der Grundschule in Kirchdorf gehen die Klassenstufen versetzt in die Pausen: Während Klassen die 3 und 4 spielen, frühstücken die Klassen 1 und 2. Und umgekehrt. Das gebe eine räumliche und zeitliche Entzerrung.

Das sogenannte Kohortenprinzip habe man bisher praktiziert, jetzt aber vermeidbare Kontakte noch weiter reduziert. Die Kinder seien generell gut eingestellt auf die Pflichten und erinnerten sich gegenseitig. „Aber auch wir haben ein Auge drauf: Ob Abstand, Masken anziehen oder andere Vorgaben.“

Grabow erklärt, dass das Niedersächsische Kultusministerium, mit dem Schule und Eltern in engem Kontakt stünden, die Arbeitspläne des Schuljahres abgespeckt habe. „Nichts fällt weg“, beschwichtigt Grabow.

Kollege Jan Strauß ergänzt, dass die Unterrichtsversorgung samt Ganztagsangebot „ganz gut“ sei, mahnt aber, dass sich das ändern würde, wenn länger auf eine Lehrkraft verzichtet werden müsste. Grundsätzlich sei dann nur noch leistbar, die Hauptfächer abzudecken.

In Vorbereitung sei derzeit der Digitalpakt für die Grundschule. Schulleiterin Katrin Westhoff und Lehrerin Lea Vahrenkamp seien angemeldet für eine Fortbildung. Das Kollegium wolle sich auch an der neu gebauten und mit neuesten Geräten ausgestatteten Grundschule Sulingen – so das denn möglich ist – informieren. „Allerdings: Bevor wir die Geräte anschaffen, sind andere Arbeiten notwendig. Wir haben hier nur zwei Internetanschlüsse. Und kein WLAN.“

Geräte, Clouds und Apps für den Unterricht

Im Haushaltsplan 2021 der Samtgemeinde sind daher für den „Digitalpakt Schule“ fast 78 000 Euro eingeplant, 67 000 Euro sind Fördermittel. Vorgesehen sei die Anschaffung von I-Pads, kündigt Jan Strauß an. Zunächst für die älteren Klassen, um zu gucken, wie sich die Handhabung in den Unterricht integrieren lässt.

Strauß berichtet vom Einsatz von „Elmo“. „Macht Elmo heute wieder mit?“ sei eine fast tägliche Frage der Kinder an die Lehrer. Das moderne Projektionsgerät (der Hersteller nennt es Dokumentenkamera und, englisch, „Visualizer“) werde gerne eingesetzt, er nutze es fast täglich. „Es hilft ungemein. Mit der Dokumentenkamera kann per Beamer das, was auf einem Zettel steht, an die Wand geworfen werden. Die Kinder präsentieren so gerne ihre Ergebnisse, schätzen das Gerät sehr und gehen sehr sorgsam damit um.“ Neu an der Kirchdorfer Grundschule sei die „Anton-App“: „Darüber können wir die Kinder mit Aufgaben versorgen.“ Diese App, das betont Jan Strauß, ersetze nicht die Handschrift. „Wir dürfen das Schreiben, auch mit Füller, nicht vergessen. Das halte ich für grundlegend wichtig.“ Die Schulcloud, ebenfalls neu eingerichtet, sei eine Art Lehrer-WhatsApp. Hier könne man auch die Eltern dazufügen, Hausaufgaben oder Bastelvorschläge einstellen. Hierüber fragten auch Eltern an. „Es ist eine nette Sache – sofern sie funktioniert.“

Schulsport geht auch kontaktfrei

Dass Sport auch ohne Körperkontakte geht, werde immer deutlicher. Laut Sportlehrer Jan Strauß werden die Lehrkräfte immer kreativer. Beim Anticken müsse man den anderen nicht wirklich berühren, sondern könne auch ein Stück Stoff nehmen.

Gerne hätten die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Kirchdorf es geschafft, zum fünften Mal hintereinander die Auszeichnung als sportfreundliche Schule einzuheimsen, durch eine entsprechende Quote von Sportabzeichen. Das aber gelang in diesem Jahr nicht: Erst verhinderten die Corona-Auflagen die Sporteinheiten dafür, dann das Wetter. „Aber im nächsten Jahr versuchen wir uns wieder“, kündigt Jan Strauß an.

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