100 Tage Mitglied der Geschäftsführung

Pastor Michael Krause: „Wir arbeiten alle für ein Ziel“

Michael Krause, hier in Freistatt: Wenigen persönlichen Treffen stehen viele Onlinekonferenzen gegenüber.
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Michael Krause, hier in Freistatt: Wenigen persönlichen Treffen stehen viele Onlinekonferenzen gegenüber.

Freistatt – „Ich kriege zu wenig live mit“, sagt Michael Krause. Seit gut 100 Tagen ist der Pastor Teil des Geschäftsführungstrios von Bethel im Norden, zusammen mit Stefanie Schwinge-Fahlberg und Claus Freye. Die Corona-Pandemie hat sich als festes Element in der täglichen Arbeit etabliert – auf allen Ebenen. Und bedeutet für Krause eben einen erheblichen Mangel an persönlichen Begegnungen, Kontakten, Gesprächen.

Er wird an Himmelfahrt 2021 keine Chance haben, beim Jahresfest in Freistatt einen Ausgleich zu schaffen. Das weit über die Grenzen der kleinen Gemeinde hinaus beliebte Fest fällt auch in diesem Jahr aus. Himmelfahrt in Freistatt wird sonst eingeläutet, wenn morgens auf den örtlichen Straßen die Tische klappern, die die Flohmarktbeschicker zuhauf aufbauen. „Ich will das auch erleben“, freut sich Krause auf eine Zeit nach der Pandemie.

Konstruktiver fachlicher Austausch

Wie kann man also in eine Führungsaufgabe reinkommen, wenn die Coronaauflagen vorgeben, Kontakte zu reduzieren? Krause vermeidet in seinen Antworten jeglichen Klageton, vielmehr verweist er auf die positiven Erlebnisse, die er hat. Und davon gab es scheinbar viele. Auch wenn der berufliche Alltag oft reduziert sei auf Büro (entweder in Hannover oder in Freistatt) sowie Onlinekonferenzen, hat Krause sich bereits im vergangenen Jahr in manchen Einrichtungen umgeschaut, sofern das damals möglich war und unter den herrschenden Auflagen. „Aber eben nicht in allen.“ Als Mitglied der Geschäftsführung arbeitet Krause nicht auf kollegialem Abstand zu den Mitarbeitenden, sondern genießt vielmehr das Eintauchen in die fachlichen Runden, als Teil von ihnen. Und freut sich über Vielfalt: „Es ist ja nichts weggefallen an Aufgaben.“ Das, was fließen müsse, fließe. Krause habe die Fachbereiche kennengelernt: „Die Leute kennen ihre Wege, sie sind gut abgestimmt.“ Fachlicher Austausch sei konstruktiv und offen, es sei ein vertrauensvoller Umgang miteinander. Es werde als Team agiert. Das sich nicht auf die Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner mache, sondern nach dem Entscheidenden: „Worum geht es uns? Was ist unser Grundauftrag, was unsere Grundausrichtung?“ Die unterschiedlichen Perspektiven von Geschäftsführung und Mitarbeitenden spielen da keine Rolle: „Wir arbeiten alle für ein Ziel.“

„Ich bin froh, dass ich hier sein darf“

„Ich bin froh, dass ich hier sein darf“, urteilt Krause. „Ich stehe auf die Einrichtung, und die Kollegen nehmen mich gut mit rein.“ Wenn auch viele sonstige Präsenzveranstaltungen entfallen, so bleibe dennoch der fachliche Input, der zum Nachdenken anrege, sagt Krause, der mit seiner Familie in Hiddenhausen wohnt. Das ausgiebige Pendeln ist neu für den ehemaligen Superintendenten aus Herford, der als solcher in drei Minuten per Rad im Büro war.

Werte und Haltung

Wie viel „Kirche“ bleibt dem 52-Jährigen? Kirche sei nicht nur der Sonntagsgottesdienst, sondern habe viele Facetten. Aufmerksam und begeistert verfolge er die Arbeit der Kollegin Silke van Doorn, die ebenfalls neu in Freistatt ist, in der hiesigen Kirchengemeinde. Außerdem fänden sich christliche Kernaufgaben im Alltag der Arbeit für Bethel im Norden. Hier erlebe er pragmatisches Arbeiten, im christlichen Sinne, am Menschen. „Da spüre ich eine Energie, eine Kraft. Es freut mich, dass Werte und Haltung eine Rolle spielen.“ Die Mitarbeitenden hätten eine gewisse Haltung, aus der heraus sie etwas tun, anderen begegneten.

Personalie im Schulverbund

Im Wechsel von einem Büro ins nächste bleibt Zeit für Personalien. Zu Pastor Krauses Aufgabenbereich zählt auch Schule. Der Schulverbund von Bethel im Norden, den Heiner Thiemann als Leiter über Jahrzehnte geprägt hat, muss ab dem neuen Schuljahr auf den 68-Jährigen verzichten. Neuer Leiter wird Frank Simon. „Wir sind sehr froh, dass wir auf dem bisher aufgebauten Weg weiterarbeiten können“, sagt Krause mit Blick auf die unterschiedlichen Standorte des Schulverbundes und die individuellen Ausrichtungen der verschiedenen begleitenden Einrichtungen der Jugendhilfe.

Schwierige Personalsuche

Stichwort Personal: Der Aufgabenbereich ist schwierig. „Das geht uns alle an“, weiß Krause nicht nur aus der diakonischen Konferenz im Landkreis. Ob Pflege- oder Lehrkräfte, auch Bethel im Norden muss tätig werden, um Fachpersonal zu bekommen. „Wir setzen auf das Projekt ,Mitarbeitende werben Mitarbeiter‘ und sind da ganz erfolgreich“, bilanziert Krause. Die Mundpropaganda der Mitarbeitenden im Freundes- und Bekanntenkreis greife. Das sei umso wichtiger, wo derzeit alle Berufsmessen ausfallen und man sich als Arbeitgeber nicht im persönlichen Gespräch präsentieren könne. Krauses Ziel: „Wir müssen uns als familienfreundliches Unternehmen präsentieren.“ Das Votum der Mitarbeitenden, die Fragen über Arbeitszeiten, Informationsfluss und Work-Life-Balance beantworten, sieht er dabei als „Gütesiegel“. Auch hier bleibt Krause bescheiden, lobt die Kollegen: Die Vorgesetzten, die Fachbereichsleiter hätten diese Punkte ebenfalls im Blick. Krause lobt erneut das Agieren als Team, mit dem gemeinsamen Ziel, dass Bethel im Norden – im positiven Sinne – als Marke wahrgenommen wird.

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