Wilhelm Köster öffnet am Sonntag wieder die Türe zum Malermuseum

„Blau ist nicht gleich Blau“

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Malermeister Wilhelm Köster mit Farbtonkarten.

Wehrbleck - Von Sylvia Wendt. Die Frage nach der „Malerdelle“ wäre wohl eine für eine Million Euro beim TV-Ratespiel. Maler haben sie am Mittelfinger, da sie stundenlang und täglich den Pinsel in der Hand halten. Mit Bonmots wie diesem zaubert Wilhelm Köster flugs ein Lächeln auf die Gesichter seiner Gäste.

24104 hat er im Malermuseum in Wehrbleck auf dem Hof Witte bereits begrüßt und in diesem Jahr sind die 25000 sein Ziel. Ab morgen, Sonntag, 1. Februar, wird wieder nach der Winterpause stets sonntags zwischen 14 und 18 Uhr geöffnet sein.

Von dieser Zahl hätte Köster indes vor zehn Jahren, als das Museum eröffnet wurde, nicht zu träumen gewagt. Nicht nur Kollegen finden den Gang durch die Räume hochinteressant. Wie umfangreich die Dienstleitungen im Malerhandwerk sind, wird hier deutlich sichtbar, denn Wilhelm Köster bietet Ansichtsexemplare für Handwerkerkunst, die deutlich über jedermanns „Raufasertapete-mit-weißer-Farbe“ gehen. Was man früher für die Arbeit des Profis bezahlt hat und heute ist ein schneller Einstieg in Gespräche mit Gästen. Köster hat alte Rechnungen vorliegen, überreicht von Kollegen, die ihre Papierstapel „zu schade zum Wegwerfen“ fanden. In zehn Jahren hat sich ein umfangreiches Archiv zum Malerberuf in Deutschland im beschaulichen Wehrbleck angesammelt. Immer wieder rückt Köster ein Thema in den Vordergrund und will das auch im Jahr des zehnjährigen Bestehens besonders tun. Etwa am 16. Mai, wenn, organisiert zusammen mit der Kreishandwerkerschaft, ein Handwerksflohmarkt auf dem Gelände stattfinden soll. „Da kann dann Handwerkertrödel aller Art verkauft werden“, freut sich Köster auf viele Kollegen und noch mehr Besucher. Er selbst hat ebenso manche Dinge „doppelt und dreifach“, wird diese aussortieren und vom Erlös neue Ausstellungsstücke ergattern.

Für den 5. September wiederum plant Köster ein offizielles „Geburtstagsfest“. Dann steht das Malerhandwerk im Mittelpunkt. Maltechniken könnten Berufsschüler aus Syke zeigen – die Besucher dürfen sich ebenfalls versuchen. Zum Beispiel daran, die Farbtonverläufe, die jeder Maler früher selber herstellen musste, nachzumischen. Heute mache das eine Maschine, die könne sogar neue Farbtöne analysieren und auf den Punkt mischen. Wie perfekt die Profis das selbst können, zeigen alte Farbtonkarten aus den 1950er Jahren – die haargenau zu den mechanisch erstellten der Neuzeit passen.

Wilhelm Köster war Obermeister der Maler- und Lackiererinnung im Landkreis und unterrichtet heute noch den Nachwuchs. Dass Blau nicht immer Blau ist, dass es auch ein rotes Blau gibt – all diese Details sind Fachwissen, das wie nebenbei erklärt wird. Zum Beispiel durch ein Tongefäß voller ultramarinblauem Farbpulver. Wenn Köster das Licht genau auf das Pulver richtet, fangen die nicht-blauen Farbpigmente an zu glitzern. Und dann wird klar, warum Malermeister Wilhelm Köster die Arbeit rund um das Museum nicht als negativen Stress ansieht. Warum es ihm in den Fingern kribbelt, samstags Dinge abzuholen und aufzuarbeiten für die Präsentation.

Eintrittsgeld nimmt Köster nicht, ein Sparschwein dankt für Spenden. Die Kunde von seiner Arbeit ist weit über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannt. „Flüsterpropaganda“ hat ihm etliche Einladungen in Keller und auf Dachböden beschert. Aber auch auf Innungsversammlungen, auf denen er in das Malermuseum nach Wehr-bleck einlädt, immer für sonntags, 14 bis 18 Uhr.

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