Verbesserung der Biodiversität in der Gemeinde

Wilde Möhren in Kirchdorf

Die Artensammlung der „Veitshöchheimer Bienenwiede“ wächst jetzt auch in Kirchdorf, dank des Engagements von (von links) Ewald Dollmann und Andreas Wege, Holger Könemann, Julian Plenge, Ulrike Ehlers, Wilhelm Riechers vom Maschinenring Weyhe, Christian Griewe sowie Sandra Schnetlage („Westenergie“).
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Die Artensammlung der „Veitshöchheimer Bienenwiede“ wächst jetzt auch in Kirchdorf, dank des Engagements von (von links) Ewald Dollmann und Andreas Wege, Holger Könemann, Julian Plenge, Ulrike Ehlers, Wilhelm Riechers vom Maschinenring Weyhe, Christian Griewe sowie Sandra Schnetlage („Westenergie“).

Kirchdorf – Für jemanden ohne Botanik-Kenntnisse klingt das alles schon abenteuerlich, aber auch Ulrike Ehlers vom Landschaftspflegeverband mit Sitz im Moorzentrum Wagenfeld muss manchmal ihr Smartphone zücken, die Erkennungs-App öffnen und die nachschauen lassen, um was es sich bei einem Gewächs handelt. Eine solche App empfiehlt sich all jenen, die in diesem Sommer mal nach Kirchdorf kommen oder dort wohnen: In der Gemeinde wird es bunt.

Zahnöhrchen-Margerite, Kuckucks-Lichtnelke, Kleinblütige Königskerze, Wegwarte aber auch Wilde Möhre, Petersilie und Rainfarn-Phazelie gehören zu den insgesamt 28 Arten, die als Mischung unter dem Namen „Veitshöchheimer Bienenweide“ speziell für Blumenwiesen im innerörtlichen Bereich zusammengestellt wurden.

Auf Botanik-Entdeckungstour dank der „Veitshöchheimer Bienenweide“

In Kirchdorf wird es aber nicht nur bunt auf gleich mehreren Wiesen. „Wir haben ein hervorragendes Co-Sponsoring für die Verbesserung der Biodiversität in Kirchdorf auf die Beine gestellt“, freut sich Bürgermeister Holger Könemann.

Die Grundlage legte die Jugendfeuerwehr. Mit 3. 000 Euro war der Umweltpreis des „Westenergie“ ausgelobt, den die Jugendlichen im Jahr 2019 gewannen. Ihre Maßgabe: Das Preisgeld sollte im Rahmen des Landkreis-Wettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“ komplett für die Verbesserung der Biodiversität im Dorf eingesetzt werden.

Engagiertes Orga-Team wird ausgebremst durch die Pandemie

Das Engagement der Jugend wiederum rief etliche weitere Akteure auf den Plan und so entstand schnell ein Orga-Team für den Wettbewerb: Julian Plenge und Fabian Ackermann von der Jugendfeuerwehr Kirchdorf, Anna König (engagiert sich für Kinder und Jugendtanz im TuS Kirchdorf), Jennifer Rochner (Jugendfußballerin), Landwirt Christoph Albers, „Maibaumsänger“ Laurids Breuer, Philipp Lahmann von der Theatergruppe im TuS Kirchdorf, Ulrich Hoier („Solawist“, Solidarische Landwirtschaft), Uwe Sprick und Joachim Hölzchen vom Heimatverein und Bürgermeister Holger Könemann hatten seinerzeit schon Ulrike Ehlers für die fachliche Beratung gewinnen können. Sie alle wurden ausgebremst durch die Pandemie. Der Wettbewerb wurde abgesagt und Gruppenaktivitäten ebenso wie Zusammenkünfte waren vor Ort kaum realisierbar. Aber der Keim war gesät, im Wortsinn, denn: „Auch wenn der Wettbewerb ruht, soll es weitergehen.“

Es fehlte eine qualifizierte Antwort auf die Frage: Was machen wir genau, um diesem Ziel näher zu kommen? Dazu wurde ein konkreter Plan entworfen.

Die Fräse kann auch gleichzeitig einsäen.

Eine relativ große gemeindeeigene Fläche, etwa 4. 000 Quadratmeter, am Ortseingang an der Haupt-Zufahrt von der Bundesstraße 61 ins Dorf, neben dem Einkaufszentrum, werde aktuell als Ausweichparkfläche für den sonst jährlich stattfindenden Herbstmarkt im November vorgehalten. Die Fläche werde mehrere Male im Jahr „gemulcht.

Mehrere Flächen im Ort: Blumenweiden, Staudenbeet, Obstbaumwiese

Ewald Dollmann und Andreas Wege vom Bauhof Kirchdorf haben diese und die weiteren Flächen hergerichtet. Jetzt konnte rings um diese (Park-)Fläche herum die besondere Samenmischung eingebracht.

Dazu war Wilhelm Riechers vom Maschinenring Weyhe samt Umkehrfräse mit Drillmaschine, die gleichzeitig einsäen kann, angereist. Die Mitte der Fläche soll - ähnlich wie bisher, allerdings extensiver - gepflegt werden. „Da wir die Flächen im Herbst vielleicht als Stellplatzfläche wieder brauchen“, sagt Könemann.

Die zweite Fläche ist ein etwa 200 Quadratmeter großes Areal in der Ortsmitte an einer – noch – relativ viel befahrenen, innerörtlichen Landesstraße (Kreuzung Brassers / Steyerberger Straße). Der Verkehr solle in den nächsten Jahren abnehmen, da eine „nördliche Entlastungsstraße“ im Rahmen eines Flurbereinigungsverfahrens geplant ist, erklärt Könemann. Der Bereich hatte ursprünglich ein Heidebeet hergezeigt, als Hinweis auf die nahe Kuppendorfer Böhrde. Doch das Beet sei regelmäßig eingegangen.

Auf verschiedenen Flächen wurden Blühstreifen angelegt.

Das aktuelle Steinbeet soll schnellstens entfernt werden. Die Idee hier: Eine ganzjährig blühende Fläche mit unterschiedlichen Stauden. Die Auswahl, Pflanzung und Pflege hat Christian Griewe, der örtliche Gärtner, übernommen.

Zwei weitere Flächen sind etwa 1 .600 und etwa 1. 200 Quadratmeter groß, auch sie sollen mit Blühstreifen aufgewertet werden. Die größere Fläche ist, noch, ein innerörtlicher Bauplatz ohne Nachfrage, auf der verschiedene Blühflächen zum Durchwandern einladen sollen. Die kleinere Fläche solle einen Blühring bekommen, die innere Fläche sich komplett selbst überlassen werden, auch dieser Bereich könnte als Parkfläche genutzt werden.

Eine kleine Fläche zwischen Tennisplatz und Kirchdorfer Mühlbach werde als Obstbaumwiese „für die Allgemeinheit“ angelegt: Hier wachsen neun Apfelbäume, alles alte deutsche Sorten, ebenfalls vom Team der „Baumschule Griewe“ bereits angepflanzt.

Das Konzept habe die „Westenergie“ so überzeugt, dass sie weitere 1. 500 Euro für Blühsamen und Pflanzen spendierte, teilte Sandra Schnetlage, Kommunalmanagerin der „Westenergie“, beim Ortstermin mit.

Von Sylvia Wendt

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