Freistätter Ausbildungsbereich stellt sich vor

„Werker“ gewähren Einblicke

Buntes Thema: Die Maler informierten über Grundfarben und die Farbenlehre an sich. - Foto: sis

Freistatt - Manchmal wächst man auch über sich hinaus: Per „Schnick Schnack Schnuck“ wird geklärt, wer als erster in die acht Meter hohe Kletterwand steigt – gesichert zwar, aber hoch ist es dennoch. Und alle gucken zu.

Zugucken und gerne auch etwas selber machen ist am Mittwoch das Thema beim „Tag der offenen Tür“ der Werkerausbildung im Schulverbund Freistatt von „Bethel im Norden“.

Alles versammelt sich auf und rund um den Schulhof, die Gärtner haben ihr schweres Gerät ausgeladen, es soll eine Sitzecke mit Sitzsteinen unter Kugelahorn entstehen. Würde man sie machen lassen, wären sie fertig, bevor Mittagessen serviert wird. Deshalb sollen sie den Gästen gerne ausführlich ihre Arbeitsschritte erklären.

Werkerausbildung, das bedeutet für die Teilnehmer ein Ausbildungsweg in den Bereich ihrer Wahl: Bau- und Metallmaler, Gartenbau, Hauswirtschaft, Holzverarbeitung oder Metallbau. Ab September 2016 wird die Auswahl um den Bereich „Werker in der Landwirtschaft“ ergänzt.

Jeweils bis zu 15 Plätze pro Ausbildungsrichtung

„Wenn die Ausbildung begonnen wurde, kann man nicht mehr wechseln“, erklärt Koordinator Jürgen Neddermann. Bevor allerdings die Wahl auf einen der jeweils bis zu 15 Plätze pro Ausbildungsrichtung falle, würden die Schüler in einer „gründlichen Berufsorientierung“ oder im Berufsvorbereitungsjahr an der Freistätter Berufsschule informiert. Die Werkerausbildung richtet sich an Jugendliche, die ihre Schulpflicht erfüllt haben und in der Regel noch ein einjähriges Berufsvorbereitungsjahr absolvieren. Laut Neddermann liegt das Einstiegsalter meist zwischen 16 und 19 Jahren. Die Werkerausbildung richtet sich besonders an Schüler mit Lernproblemen, ohne oder mit einem schwachen Hauptschulabschluss.

In Freistatt schafft es das Team um Jürgen Neddermann, etwa 60 Prozent der Jugendlichen, die diese Ausbildung abschließen, in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu leiten. Allerdings bekomme man auch die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt zu spüren, erklärt Neddermann. Soll heißen: Manch Schüler, für den die Werkerausbildung der passendere Weg wäre, geht in die sogenannte Vollausbildung. Nach dem Motto: „Wenn du schon eine solche Stelle bekommen kannst, dann nimm sie auch.“ Doch Neddermann weiß, dass mancher vielleicht im praktischen Teil der Vollausbildung gute Ergebnisse erzielen kann – dann aber im schulischen Bereich ohne gleichwertige Ergebnisse auffällt. Hier wäre die besondere Betreuung durch die Fachlehrer der Freistätter „Werker“ eigentlich besser. Aber: Auszubildende werden heute in jedem Bereich händeringend gesucht...

Am Mittwoch sind Achtklässler aus Förderschulen aus Sulingen und Diepholz zu Gast. Die Werker haben pro Ausbildungsstation Aktivitäten vorbereitet, die mit ihrem jeweiligen Bereich zu tun haben, stellen den Besuchern Fachfragen – jeder Gastschüler erarbeitet sich eine Art Parcours, an dessen Ende er idealerweise Einblicke in jede angebotene Werkerausbildung bekommen hat.

Wer nun Fragen zum Bewerbungsprozedere hat, kann sich mit Koordinator Jürgen Neddermann in Verbindung setzen (Tel. 0 54 48 /88 588, juergen.neddermann@bethel.de).

sis

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