40 Jahre Bogengilde Dörrieloh: Mit Übung zu Meisterschaften

Wenn die Pfeile im Stroh verschwinden

Wahrscheinlich eine Bezirksmeisterschaft in den 1980er Jahren, vorne: Heinrich Ahrens.
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Wahrscheinlich eine Bezirksmeisterschaft in den 1980er Jahren, vorne: Heinrich Ahrens.

Dörrieloh – Es sei doch die älteste Sportart überhaupt und eigentlich müsste jeder Schütze begeistert sein: Heinrich Ahrens meinte das Bogenschießen. Und nein, nicht jedes aktive Mitglied eines Schützenvereins kann auch den Bogen spannen. Respektive den Pfeil ins Ziel bringen. Auch nach 40 Jahren nicht, die die Bogengilde Dörrieloh jetzt existiert.

Bernhard Trachsel hat die Geschichte der Gilde aufgeschrieben. Der „runde Geburtstag“ bot Gelegenheit, sich an die Anfänge zu erinnern – und mit Bogenschützen befreundeter Vereine ein Turnier auszuschießen.

Ein Rückblick: Ende Februar 1981 lädt der damalige Bezirkssportleiter Hans-Werner Ohlendiek zur Sportleitertagung des Bezirks-Schützenverbandes Kreis Grafschaft Diepholz ins Diepholzer Soldatenheim ein. Themen: Das Schießen als Alternative zu anderen Sportarten und die Nachwuchsförderung der Schützengesellschaften. „Dabei kam auch das Bogenschießen ins Gespräch“, heißt es. Genauer: Heinrich Ahrens, damals Kreisjugendsportleiter im Kreisverband IV, übernimmt die Leitung des Bogenschießens, das der Bezirksschützenverband neu in sein Repertoire aufnimmt.

Geübt wird bei Ahrens in Dörrieloh hinter der Scheune. Dazu werden Strohballen aufgestapelt, an denen die Zielscheibenauflagen befestigt werden. Pfeile, die nicht ins Ziel treffen, müssen zwischen den Strohhalmen herausgesucht werden. Sehr zur Gaudi der Sportkollegen. Kurzerhand mit einer Zange geradegebogen wird der Pfeil, wenn der auf etwas Hartes traf.

Der Gründer Heinrich Ahrens, heute Ehrenmitglied der Bogengilde.

Nach vielem Üben trauen sich die Bogenschützen, bei Wettkämpfen anzutreten. Da in Dörrieloh keine geeigneten Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, muss die noch junge Bogengilde des Schützenvereins Dörrieloh mit ihrem Wanderpokalschießen „über die Grenze“ nach Ströhen ins Gasthaus Spreen ausweichen. Zu diesem Zeitpunkt zählt die Bogensparte 25 Mitglieder, die Hälfte nimmt regelmäßig am Schießen teil. Das alte Schulgelände bietet den Bogenschützen in der ersten Freiluftsaison Platz, die Vereinsmeister zu ermitteln.

Der Bogensport breitet sich aus, weitere Bogensportvereine werden gegründet. 1983 kommt es erstmals zu einem Freundschaftsturnier und zur Bezirksmeisterschaft zwischen der Bogensparte Dörrieloh und dem Bogensport Diepholz. „Über die Jahrzehnte haben sich die Bogensportler zu Wettkämpfen und Freundschaftsturnieren verabredet, um sich in fairem Wettstreit zu messen, wobei auch der Spaß bei manchen Turnieren im Vordergrund stand“, berichtet Bernhard Trachsel.

Aktuell zählt die Bogengilde Dörrieloh 35 bis 40 aktive und passive Mitglieder, zwischen zwölf und 16 Mitglieder trainieren regelmäßig an den Übungsabenden. Die finden von April bis September jeden Donnerstag von 18 bis 20 Uhr auf dem ehemaligen Schulgelände Dörrieloh statt und von Oktober bis März in der Sporthalle Varrel. Heinrich Ahrens ist heute Ehrenmitglied. Seit der Gründung haben die Mitglieder viele Medaillen und Urkunden errungen, auf lokaler Ebene, aber auch Teilnahmen an Deutschen Meisterschaften sind darunter, „mit zum Teil sehr guten Ergebnissen“, heißt es stolz aus Dörrieloh. Zurzeit ist Rolf Möhlenbrock Trainer von Jessica Emker, die zahlreiche Erfolge einheimst und aufgrund ihrer Leistungen in den Landeskader Bogen des Nordwestdeutschen Schützenbundes (NWDSB) aufgenommen wurde. Möhlenbrock gibt ebenso anderen Vereinsmitgliedern wertvolle Tipps in Sachen Bogenschießen. Erfolgreich bei Landesmeisterschaften oder den „Deutschen“ sind neben Jessica Emker (Recurve), Bernhard Trachsel (Compound), Stephan Emker, Jürgen Vogt und Jürgen Rolfs (alle Recurve).

Einige der aktuell aktiven und erfolgreichen Mitglieder der Bogengilde Dörrieloh.

Das Turnier aus Anlass des 40-jährigen Bestehens der Bogengilde in der Varreler Sporthalle verlief aufgrund der aktuellen Pandemie-Verordnungen etwas anders als sonst üblich. Jürgen Vogt begrüßte 22 Bogenschützen vom BSV Oerdinghausen 05, Bogensport Diepholz, SSV Dümmer, Bogensport Klein Lessen, von der Bogensportgruppe 92 des Schützenvereins Schwaförden, dem BSC Werlte und natürlich die Bogengilde Dörrieloh. Sieger wurden mit dem Blankbogen Andreas Schraubeck, mit dem Compound-Bogen Jürgen Hafer (vor Bernhard Trachsel und Dirk Dworzack). 14 Teilnehmer schossen mit dem Recurve-Bogen, dabei setzte sich mit 576 Ringen Mathias Kramer vor Jessica Emker (534) und Uwe Meyer (524) durch.   sis/r.

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