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„Müssen Standortqualität sichern“: Markus Kellermann über Wehrblecker Zukunftswünsche

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Von: Sylvia Wendt

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Markus Kellermann ist seit rund 100 Tagen Bürgermeister der Gemeinde Wehrbleck.
Markus Kellermann ist seit rund 100 Tagen Bürgermeister der Gemeinde Wehrbleck. © privat

Wehrbleck – Wehrbleck ist zweigeteilt: Die Bundesstraße 214 verläuft mitten durch die Ortschaft. Das birgt eine besondere Herausforderung, oder? Seit den Kommunalwahlen im Herbst 2021 ist Markus Kellermann Bürgermeister der Kommune, kein Neuling in der Ratsarbeit und auch nicht in der „Chefetage“, hat er doch bereits als stellvertretender Bürgermeister Einblick bekommen.

Sie sind seit 100 Tagen Bürgermeister der Gemeinde Wehrbleck – wie läuft’s?

Momentan zweigleisig. Also einmal die normalen Aufgaben und Tätigkeiten – ich sag jetzt mal „Tagesgeschäft“ – und einmal das Einfinden in die Detailfragen, Zuständigkeiten und Abläufe. Hier bin ich dankbar für die hilfsbereite und unkomplizierte Unterstützung des Verwaltungsteams.

Was hat Sie überrascht an der Position, soll heißen: Gab es Überraschungen?

Durch die Zeit als Stellvertreter meines Vorgängers Heinrich Schwenker konnte ich schon Einblicke in das Tätigkeitsfeld bekommen, sodass die Annahme des Amtes kein Sprung ins ganz kalte Wasser war. Die komplette Vielfalt der Themen, mit denen man sich beschäftigt, ist aber schon spannend.

Die Gemeinde Wehrbleck ist geprägt von der B 214, wird von ihr zweigeteilt. Wie sehr behindert das die Entwicklung der Gemeinde? Immer wieder ist ein Kreisel ein Thema – um den Verkehr zu verlangsamen und ein Queren der B 214 für Fußgänger oder Radler gefahrlos zu ermöglichen. Immer wieder wird das abgelehnt. Wie beurteilen Sie einen erneuten Vorstoß?

Im Alltag spielt die Bundesstraße hier eher keine große Rolle. Kreisverkehr ist, besonders nach Unfällen im Kreuzungsbereich, immer mal wieder Thema. Sicherlich würde ein „Kreisel“ das Tempo an dieser Stelle rausnehmen. Ob er für eine gefahrlose Querung durch Fußgänger und Radler das Mittel der Wahl ist, bleibt fraglich, da eine Straße bei fließendem Verkehr überquert wird. Einmal nicht aufgepasst und schon kann es passiert sein. Eine Ampel bringt da – finde ich – mehr Klarheit, da sie eine Überquerung bei stehendem Verkehr ermöglicht. Zu dem Thema „Anlage eines Kreisverkehrplatzes (KVP)“ in Wehrbleck hat die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr seinerzeit ausführlich Stellung bezogen.

Die Nachfrage nach Bauplätzen ist überall groß – Wehrbleck hat gerade neue Optionen „An der Stranger Straße“ geschaffen. Was bedeutet der Zuzug für die Kommune im Hinblick auf die Dorfgemeinschaft?

Neben der Nachfrage nach Bauplätzen gibt seit ein paar Jahren auch ein verstärktes Interesse an Bestandsimmobilien. Gerade für kleine Gemeinden wie uns ist Zuzug natürlich sehr erfreulich, auch im Hinblick auf die weitere Entwicklung.

Was fehlt an Infrastruktur? Und: Wie sähe die Lösung aus?

Bedarf sehe ich bei mehr altersgerechtem Wohnraum, aber auch bei mehr passendem Wohnraum für Singles, Paare oder Familien, alternativ zum klassischen „Haus im Baugebiet“. Ansonsten haben wir hier vor Ort vier Möglichkeiten, Lebensmittel und/oder Backwaren zu kaufen sowie drei gastronomische Angebote. Das Glasfasernetz ist im Aufbau, die Sporthalle jüngst durchsaniert, die Landesbuslinie fährt stündlich in die Mittelzentren Diepholz und Sulingen und der Kindergarten bringt zusätzliches Leben ins Dorf. Die Gemeinde ist also, was das betrifft, für ihre Größe auf dem Land momentan recht gut aufgestellt. Diese Art von Standortqualität gilt es auch in der Zukunft sicherzustellen. Hierbei sehen wir es im Rat als unsere Aufgabe, Ideen und Möglichkeiten künftiger Entwicklungen, beispielsweise der Innenentwicklung, zu finden beziehungsweise positiv zu begleiten. Dieser Aufgabe kommen wir gerne nach und sind da im Thema eng abgestimmt.

Die Pandemie fordert noch immer Einschränkungen: Wie würden Sie die generelle Stimmung im Dorf beschreiben? Woran liegt das?

Corona ist natürlich alltäglich präsent und dementsprechend auch Gesprächsthema. Im Großen und Ganzen würde ich die Stimmung als gelassen bezeichnen, denke aber, dass jeder auch froh wäre, wenn der ganze Spuk nach und nach ein Ende findet.

Wie gehen Sie, die Frage gilt Ihnen als Bürgermeister, ins Jahr drei der Pandemie?

So wie alle anderen auch, mit größtmöglicher Gelassenheit.

Wenn alles wieder auf „Normal“ gedreht ist: Auf was freuen Sie sich am meisten?

Einfach auf das „Normal“.

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