Entlassfeier in Varrel: Harmonisches Miteinander von Schülern, Lehrern und Eltern

„VIPs“ verlassen die Schule

Die Lehrerinnen Julia Böckermann (l.) und Gesche Röpe (r.) betreuen den Schulkiosk – in der ersten und zweiten großen Pause allerdings stehen die Schüler montags bis freitags hinter dem Tresen. Dafür ausgezeichnet wurden, v.l., Fabian Niemeyer, Mathis Wiegmann, Isabel Kuster, Ronny Seligmann, Alina Imkenberg und Lisa Kinze.

VARREL - Von Sylvia Wendt. Zweieinhalb Stunden gute Musik, freundliche Worte, lächelnde Menschen: Schüler, Lehrer und Eltern zeigten bei der Abschlussfeier an der Oberschule Varrel, wie harmonisch ein gutes Miteinander, trotz der üblichen Stressphasen aufgrund von Pubertät und Lernstress, aussieht.

„VIP: das Niveau verlässt die Schule“ – unter dieses Motto hatten die Entlassschüler 2016 ihre Abschlussfeier gestellt. Als VIPs, also very important persons, schaut auch Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher auf die jungen Bürger der Kommunen: „Wir brauchen Sie in unserer Gesellschaft.“ Die Oberschule Varrel mache fit für die Zukunft. Erstmals sei mit Marlo Rethorn der Schulsprecher zum Gespräch mit ihm ins Rathaus gekommen, Thema: Schule. Kammacher sieht das als Zeichen dafür, dass sich die Schüler einbringen. Zwei Absolventen der OBS wird Kammacher künftig öfters sehen, sie beginnen eine Ausbildung in der Verwaltung. Ein Dank Kammachers galt den Eltern, die mit der Wahl der Oberschule Varrel Vertrauen in die Schule gesetzt hätten.

Elternratsvorsitzende Carmen Holthus, Mutter der Entlassschülerin Fiona, skizzierte humorvoll den Werdegang der Absolventen, erklärte, dass die Eltern stolz auf ihre Kinder seien. Dennoch gelte es weiterhin, Mitmenschen zu achten. „Stellt euch vor, ihr erhaltet jeden Morgen 86 400 Euro geschenkt, müsst sie ausgeben, könnt sie nicht ansparen... Ihr erhaltet jeden Tag 86 400 Sekunden geschenkt: Nutzt sie, um euch und andere glücklich zu machen.“ Dass die Entlassschüler durchaus nicht nur den Blick auf sich selbst richten, zeigte die Ansprache von Klassensprecher Kevin Drafz für die Klassen 10aR/10bR. Die gemeinsame Zeit an der Oberschule habe die Schüler Freunde werden lassen. Das allein genüge, um positiv an die Schulzeit zu denken. Zu danken sei aber auch Klassenlehrern, Schulleitung, Helfern im Hintergrund, Elternvertretern, Eltern und der Schulsekretärin dafür, dass sie es solange mit den Schülern ausgehalten haben, das angerichtete Chaos beseitigten oder einfach nur an der Seite der Schüler standen.

Schulsprecher Marlo Rethorn und Schulleiter Torge Sprado knüpften hier an. Rethorn verglich die Schüler, die zum Team zusammenwuchsen, mit den deutschen Fußballern um Jörg Löw. Man habe sich gegenseitig ergänzt (mal mehr, mal weniger gut), sich immer durchgekämpft, als Mannschaft agiert – „ohne für den Knochenjob hier jemals einen Cent“ erhalten zu haben. Sprado bezeichnete diesen Durchgang als „starken Jahrgang“ der „Generation Y“. Denken und Handeln sei bestimmt durch digitale Entwicklungen – aber auch durch ein unsicheres öffentliches Leben, eine Welt voller Ungewissheit, allerdings mit zwei Konstanten: „Es ist nichts mehr sicher. Es geht immer weiter.“ Fleiß, Leistung, Ehrgeiz erlebten eine Renaissance – „verliert aber nicht die Kreativität und Lebenskunst dazu“, mahnte Sprado. Die Zeugnisausgabe begleiteten die Klassenlehrerinnen Christina Stegemann-Auhage (10aR), Julia Böckermann (10bR), Indra Diering (9a) und Katharina Kramer (9b) mit kurzen Ansprachen zu Besonderheiten der gemeinsamen Zeit und einem Dank an die Eltern für die gute Zusammenarbeit. Heidemarie Dummeyer, Klassenlehrerin der 10H händigte die Zeugnisse ohne Ansprache aus: „Meine Jungs hatten immer Probleme beim Zuhören.“ Das Lachen zeigte, dass die Schüler wohlbekannt sind. „Wir fliegen weg, die Welt ist klein und wir sind groß“: Musikalisch beendeten die Entlassschüler das Programm.

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