Förderverein Freibad Barenburg stemmt lange Liste an Einsätzen

Viel Arbeit und jede Menge Spaß

Einsatz im Schwimmerbecken: Die Fliesen werden gereinigt. 
Foto: Förderverein Freibad Barenburg
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Einsatz im Schwimmerbecken: Die Fliesen werden gereinigt. Foto: Förderverein Freibad Barenburg
  • Sylvia Wendt
    vonSylvia Wendt
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Barenburg – Man könnte meinen, die bauen ein ganz neues Freibad da im Flecken. „Klotzen, nicht kleckern“ lautet scheinbar die Devise, denn die Mitglieder des Fördervereins nutzen die Tatsache, dass das Freibad Barenburg in diesem Jahr nicht geöffnet wird, für jede Menge kleiner und größerer Arbeiten. Das machen sie sonst auch, haben dabei aber immer nur das Winterhalbjahr zur Verfügung und den traditionellen ersten Badetag am 1. Mai.

Es gibt feste Termine (der nächste folgt am 4. Juli), aber auch solche, die spontan zustande kommen. Klotzen, nicht kleckern: Das fällt dann noch mal mehr auf, wenn Container um Container mit Material gefüllt wird. Besucher auf der „Baustelle Freibad“ gebe es zahlreiche, erklärt Marlo Rethorn, Kassenwart des Fördervereins. Mancher erkundige sich nur, andere böten Arbeitszeit, mancher Expertise, wiederum andere spendieren dem gesamten Team Frühstück oder eine Kiste Bier oder...

Lange Arbeitsliste

Das Engagement der Förderer färbt sozusagen ab auf die Bürger, die ihr Bad schmerzlich vermissen: Gerade jetzt, wo ein „Abtauchen in die Fluten“ erfrischend wäre. Laut Rethorn haben sich mittlerweile etwa 50 Herren in einer WhatsApp-Gruppe zusammengefunden, außerdem etwa 30 Damen, in einer eigenen Gruppe: Gibt es etwas zu tun, wird das kommuniziert. Wer ein „Daumen-hoch-Emoji“ schickt, sagt zu, mitzuarbeiten.

Um ein Vielfaches länger sind dagegen die Arbeitslisten, die versendet werden. Zum Beispiel für den jüngsten Einsatz. Da hieß es: „Planschbecken – Folie entfernen, Stroh raus, reinigen und Pumpe montieren. Grünanlagen – Büsche zwischen Aufgang und Schwimmerbecken entfernen (Motorsäge wird benötigt). Schwimmerbecken – Restreinigung, Spülen der Leitungen.“ Allesamt Arbeiten, die sichtbar sind für Besucher.

Unsichtbar bleiben Einsätze etwa im Kesselhaus: „Auffüllen von Filtermaterial, Installation der Treibwasserpumpen“ stand auf der Liste. Das seien Arbeiten, die zeitintensiv und personalaufwendig sind – und obendrein fachlicher Kompetenz bedürfen. Marlo Rethorn nennt stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Tim Witte und Nico Siedenberg aus dem Kreis der Förderer, „ohne die das gar nicht laufen würde.“

Der Förderverein greift, neben dem Fachwissen aktueller Vorstandsmitglieder, auch gerne auf die Expertise der Vorgänger zurück und freut sich, dass viele sich von selbst melden, ungefragt Geräte offerieren.

Dass das Bad in dieser Saison nicht geöffnet ist, motiviert die Arbeitenden besonders: Als gelte es, die Zeit zu nutzen, werden Kräfte mobilisiert. Rethorn berichtet vom Abriss der Beckenköpfe: Da hätten sich schon einen Tag vor dem verabredeten Start der Arbeiten einige Mitglieder im Bad eingefunden und in einer gemeinschaftlichen Leistung in wenigen Stunden bereits alle alten Beckenköpfe in die bereitstehenden GAA-Container entsorgt.

Das Material für die neuen sei bestellt – die Lieferung allerdings erst für Mitte Juli avisiert.

Motivierte Helfer

Kann ein Projekt nicht sofort beendet werden, findet sich ein neues, um die „Pause“ zu überbrücken: „Wir haben dann das Dach repariert“, erklärt Rethorn. Im Bereich der Herrentoiletten und des Kiosks war die Dachfolie brüchig. Steindecke und Folie wurden beseitigt, Dachdecker aus den eigenen Reihen fanden sich ein und nach mehreren Samstagen war auch diese „Baustelle“ behoben.

Laut Rethorn motiviere die Arbeit in der Gemeinschaft. Viele, Mitglieder wie weitere Bürger, hätten erkannt, dass es durchaus Sinn macht, eine volle Saison zu pausieren, um notwendige Arbeiten einmal nicht unter Zeitdruck und bei widrigen Wetterverhältnissen zu erledigen.

Natürlich sei geplant, um die Fliesen zu schützen, beide Becken bis zu einer notwendigen Höhe mit Wasser zu befüllen. Für das Planschbecken hatten Nicole und Jörg Behneking Stroh spendiert, um das Areal winterdicht zu machen. Behnekings hatten nun das Stroh wieder abtransportiert. Es habe Fliesen und Technik im Planschbecken gut geschützt, berichtet Rethorn, deshalb sei diese Abdeckung auch für den nächsten Winter angedacht. Auch dieses Becken werde, um die Fliesen zu schützen, mit Wasser befüllt. Trotz aller Arbeit freut die Förderer, dass sie nicht nur Anerkennung ernten, sondern ebenso neue Mitglieder und Helfer gewinnen konnten. Sobald vor Ort gewerkelt wird, gibt es Publikum, das sich für die Arbeit interessiert.

Sponsoren „an Bord“

Und weiterhin gilt: Wer mithelfen möchte, der wendet sich an Vorsitzenden Klaus Parakenings, denn aufgrund der geltenden Bestimmungen müssen die Arbeitsgruppen eingeteilt werden.

Weitere erfreuliche Tatsache: Fast alle Sponsoren haben ihren jährlichen Betrag gezahlt. Marlo Rethorn hat mit jedem einzelnen persönlich gesprochen („Eine Heidenarbeit, aber es hat Spaß gemacht.“), jeden einzelnen auf den neusten Stand gebracht, Fragen beantwortet. „Das kam gut an.“ Nur wenige hatte die Krise wirtschaftlich so hart getroffen, dass sie den Beitrag aussetzen wollten.

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