Serie „Urlaub in der Heimat“

Durch die Heidelbeer-Plantagen von Kirchdorf

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Ob Stippmilch mit Heidelbeeren oder Heidelbeersaft - die Früchte aus Scharringhausen schmecken einfach lecker.

Kirchdorf - Von Jan Dirk Wiewelhove. Heidelbeeren in der Stippmilch, als Saft, im Pfannkuchen oder einfach pur. Es ist Heidelbeer-Hochsaison auf dem Fruchthof Thiermann in Kirchdorf. Wir begleiten eine Reisegruppe bei der Fahrt durch die Plantagen und dürfen auch naschen.

Auf einer Anbaufläche von rund 300 Hektar baut Thiermann die blauen Beeren an und vertreibt sie im eigenen Hofladen, auf Wochenmärkten und im Einzelhandel. Die Ernte der ersten Sorte beginnt Ende Juni und endet im September. Am zweiten Tag unserer Sommerreise durch den Landkreis bereisen wir mit Gästeführer Ulrich Bogdan die Heidelbeer-Plantagen des Betriebs, der für seinen Spargel bekannt ist.

Die blauen Beeren, weiß Bogdan, schmecken nicht nur gut, sondern sind auch gesund. So sei eine Steigerung der Gehirnleistung nachgewiesen worden. Auch Vitamine und Mineralstoffe sind in den Früchten aus dem „Darlatener Moor“ enthalten. 

Wenn die Heidelbeeren reif sind, werden sie von Hand gepflückt.

Bevor die 1800 Tonnen Ernte beim Verbraucher landen, sind viele Arbeitsschritte nötig. Oder wussten Sie schon, dass ein Heidelbeer-Strauch erst mit neun Jahren als ausgewachsen gilt, fragt Bogdan in die Runde. Das Pflücken der reifen Beeren erfolgt dann per Hand.

Eigene Heidelbeer-Produktion direkt am Feld

Rund 20 Minuten nach Verlassen des Parkplatzes rollen wir mit dem Bus durch die Heidelbeer-Plantagen des Betriebs im Kirchdorfer Ortsteil Scharringhausen. An diesem Tag werden wir von den Mitgliedern des Ortsverbands Diepholz des deutschen Hausfrauenbundes mitgenommen. Die Damen und wir staunen ob der Dimensionen der Felder. Inzwischen hat Thiermann eine eigene Halle für die Heidelbeer-Aufbereitung und Verpackung gebaut.

Gasteführer Ulrich Bogdan präsentiert die frische Heidelbeer-Ernte.

Beherzt reißt Ulrich Bogdan, einer von zehn Gästeführern, einfach einen Zweig eines Busches ab, um der Reisegruppe eine frische Kostprobe zu ermöglichen. Er erzählt nicht nur über die Heidelbeer-Ernte, die an diesem Tag aufgrund des Regens eingestellt wurde, sondern auch über die weiteren Wirtschaftszweige des Hofes.

2660 Fußballfelder Nutzfläche

So bewirtschaftet der Betrieb eine Nutzfläche von rund 1900 Hektar, das entspricht 19 Millionen Quadratmeter oder rund 2660 Fußballfeldern. Die Felder liegen im Umkreis von 25 bis 30 Kilometern um den Hof. Etwa 500 Hektar entfallen auf den Spargelanbau. Hinzu kommen Flächen für Erdbeeren und Bohnen.

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Dienstag

Für die Ernte allein sind etwa 4000 Saisonarbeitskräfte aus Polen, Rumänien und der Ukraine im Einsatz. Diese opfern teilweise ihren Jahresurlaub, um in Kirchdorf und Umgebung zu arbeiten. Hinzu kommen etwa 70 bis 100 Angestellte im Betrieb selbst. Dort ist ein weiteres Standbein die Schweinemast mit 14.000 Mastplätzen und einem Durchlauf von 40.000 bis 50.000 Tieren pro Jahr.

Einfach lecker: Norddeutsche Stippmilch

Gut eine Stunde dauert die Rundfahrt, bevor wir uns auf den Hofladen stürzen. Nach so vielen Daten und Fakten über die blaue Beere wollen wir auch eine Kostprobe. Norddeutsche Stippmilch mit Heidelbeeren soll es sein. Die ist einfach lecker, verspricht uns Marketingmitarbeiterin Anke Meyer. Und sie hat Recht.

Das Rezept

Führungen und Öffnungszeiten

In der Spargelzeit bietet der Fruchthof Thiermann täglich Betriebsführungen an. Im Moment können sich Gruppen für Führungen durch die Heidelbeer-Plantagen anmelden. Am Sonntag, 6. August, findet ab 11.30 Uhr das Heidelbeerfest statt.

Der Hofladen ist von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Am Wochenende von 8 bis 19 Uhr. Die Adresse lautet: Scharringhausen 23, 27245 Kirchdorf.

Alle Informationen: www.thiermannspargel.de

Blühende Landschaften in der Kirchdorfer Heide

Kirchdorf ist auch bekannt für seine Heide- und Moorlandschaft. Ab Ende August erstrahlt das Moor in einem violetten Blütenmeer. Dann können Besucher die Region zum Beispiel ab dem Heide-Parkplatz zu Fuß, mit dem Fahrrad oder hoch zu Ross erkunden.

Wander-, Reit- und Radwege unterschiedlicher Länge sind ausgeschildert. Informationen zu den Routen und zu Veranstaltungen rund um die Kirchdorfer Heide sind auf der Webseite der Gemeindeverwaltung zu finden.

Geocaching in Sulingen

Auch am zweiten Tag unserer Reise wollen wir einen Geocaching-Punkt im Landkreis vorstellen. Auf der Rückfahrt nach Syke haben wir Halt in Sulingen gemacht. In der Nähe der Skulptur „Sensenschmied“ wurden wir fündig. Vielleicht findet ihr den Nano-Cache ja auch?

In der Nähe dieser Skulptur ist Jan fündig geworden.

Hierhin sind wir auch gereist:

Die Woche begonnen haben wir in Groß Henstedt mit einer Expedition in ein Maislabyrinth.

Mit dem zurückkehrenden Sonnenschein haben wir uns auf die Lohne gewagt und sind zehn Kilometer von Lembruch nach Diepholz gepaddelt.

Doch damit nicht genug Wassersport: Wir wagten uns zum Windsurfen auf den Dümmer See.

Außerdem waren wir zu Gast in Ströhen. Wir erkundeten sowohl den Tierpark als auch die Moorwelten.

Zum Abschluss besuchten wir Bruchhausen-Vilsen. Wir wanderten rund um den Heiligenberg und informierten uns über Kräuter.

Den kompletten Überblick über die Sommerreise durch den Landkreis Diepholz finden Sie hier.

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