In der Samtgemeinde Kirchdorf

Schulung für Führungskräfte der Ortsfeuerwehren im Umgang mit der Chaosphase

Zum Schluss der Schulung folgte ein kniffeliges Übungs-Szenario für die Führungskräfte.

Wehrbleck- Das Eintreffen am Einsatzort erfolgt unter Hochspannung, das Adrenalin pumpt durch den Körper. Für die Führungskräfte der Ortsfeuerwehren heißt es: Überblick verschaffen und die Einsatzkräfte passgenau zu koordinieren – es geht nicht selten um Menschenleben.

„Chaosphase Einsatz – Wie organisiere ich die ersten 15 Minuten so, dass ein effektives Weiterarbeiten möglich ist?“: So lautete das Thema der Schulung für Führungskräfte der Feuerwehren der Samtgemeinde Kirchdorf. „Ziel der Ausbildung war es, die Lücke zwischen Gruppen- und Zugführer zu schließen. Im Einsatz könne es passieren, dass der ersteintreffende Gruppenführer bei größeren Schadenslagen zunächst alleine organisieren muss, da der Ortsbrandmeister noch auf Anfahrt ist und bis zur Übernahme der Einsatzleitung mehrere Minuten braucht“, erklärt Michael Fangmann, Ortsbrandmeister der Ortsfeuerwehr Wehrbleck.

Wenn derzeit durch die Leitstelle bereits zwei oder drei Feuerwehren alarmiert seien, müsse der ersteintreffende Gruppenführer übergangsweise einen Löschzug führen – oder auch mehr. Doch: Wie organisiert er das? Das wurden an zwei Ausbildungsabenden im Wehrblecker Gerätehaus geschult. Mehrere Unterthemen ergaben sich. „Thematisiert wurde, wie das menschliche Gehirn in Stresssituationen funktioniert. Es ist nicht in der Lage, eine unbegrenzte Anzahl von Informationen zu verarbeiten“, berichtet Fangmann. Es sei wichtig, dass die Faustformel „Zweier-bis-Fünfer-Regel“ beachtet werde. Die Gruppenführer sollen an der Einsatzstelle eine Führungsstruktur erstellen, sodass sie sich mit zwei bis maximal fünf Ansprechpartnern befassen müssen – damit wichtige Informationen nicht verloren gingen. Da sei ein Führungsassistent eine große Hilfe. Welcher Feuerwehrkamerad im Einsatz diese Rolle übernehmen könnte war ein eigenes Thema.

Vorträge und Planspiele 

Wie funktionieren die Abläufe, wenn der Einsatzleitwagen an der Einsatzstelle eintrifft? Welches Material und Personal bringt Eises Fahrzeug mit? Wie müssen Fahrzeuge an der Einsatzstelle aufgestellt werden, dass möglichst viele Entwicklungsmöglichkeiten erhalten bleiben – ohne dass sich die eingesetzten Einheiten gegenseitig behindern? Die Teilnehmer suchten nach Antworten auf diese Fragen.

Vorträge wurden durch kleine Planspiele unterbrochen. Die Teilnehmer übten so in Kleingruppen verschiedene Einsatzlagen in der Theorie.

Am Ende wurde ein großer Einsatz als Abschlussübung durchlaufen. „Über eine Einsatzsimulationssoftware aus den USA hatte der Organisator, Wehrblecks Ortsbrandmeister Michael Fangmann, eine Lage programmiert, die über einen Projektor auf der Leinwand zu verfolgen war. Es galt den Brand eines Handelsgeschäftes mit angeschlossener Tankstelle in Varrel zu bekämpfen“, heißt es in der Pressemitteilung der Feuerwehr.

„Worst-Case“ von den Teilnehmern verhindert

Der Einsatzleiter der Übung habe alle Hände voll zu tun gehabt, um der Lage Herr zu werden. Unterstellte Gruppenführer mussten eingewiesen werden, Einheiten nachalarmiert und ihnen Einsatzabschnitte zugewiesen werden. Personen waren im Geschäft vermisst, die es zu retten galt. Primäre und sekundäre Bereitstellungsräume wurden gebildet. Wichtig zu klären: „Woher bekommen wir genug Wasser?“, berichtet Fangmann. Am Ende waren mehrere Gruppenführer in die Lage eingebunden.

Der „Worst-Case“ wurde von den Teilnehmern verhindert: In Minute 10:30 der Simulation war die Durchzündung des Lagers mit Gasflaschen ins Drehbuch programmiert. „Da war der Einsatzleiter aber auf Zack“, gab Fangmann mit einem zwinkernden Auge zu.

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass eine solche Schulung regelmäßig in den Dienstplan aufgenommen werden solle – eventuell in anderen Feuerwehrhäusern und mit weiteren Themen. Gemeindebrandmeister Gerd Kemmann ergänzt: „Es ist wichtig, dass unsere Gruppenführer alle dieselbe Sprache sprechen.“ 

 fm/ sis

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