Traditionsfirma unter neuer Leitung

Christian Tönjes jetzt Chef bei Elektro Schwenker in Bahrenborstel

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Firmenübergabe in Bahrenborstel: Janin und Christian Tönjes mit den Töchtern Tarja und Thalea (vorne) übernehmen den Familienbetrieb von Renate und Wilhelm Schwenker (von links).

Elektro Schwenker in Bahrenborstel: der Fachbetrieb bleibt in Familienhand.

Bahrenborstel – Der Familienbetrieb bleibt einer: Aus Wilhelm Schwenker Elektro wird Elektro Schwenker GmbH. Firmensitz bleibt in Bahrenborstel. Und auch sonst bleibt vieles, wie bisher. Seit 18 Jahren ist der neue Chef, Christian Tönjes, bereits im Unternehmen. Der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann ergänzte das Team um den gelernten Elektroinstallateur Wilhelm Schwenker direkt im Anschluss an seine Lehre bei der Sulinger Firma BVG Ranck.

Dort habe er bereits etliche Elemente kennengelernt, die ihm in der neuen Firma wieder begegneten. Mittlerweile hat der 38-Jährige für seine Familie ein eigenes Haus gebaut, vieles selbst darin ausgeführt. Der Kaufmann kennt mittlerweile auch das Elektro-Handwerk.

In der Summe 247 Jahre Berufserfahrung

Zumindest so weit, dass er es sich zutraut, die Firma als neuer Chef zu übernehmen. Und er kann sich auf einen Erfahrungsschatz verlassen: Das 15-köpfige Team komme, wie Wilhelm Schwenker vorrechnet, auf 247 Jahre Berufserfahrung, die 44 von Schwenker selbst nicht mitgerechnet. Und auch nicht die 18 von Tönjes. Die Teamstärke beträgt seit Jahrzehnten etwa 15 Personen. „Mal mehr, mal weniger“, sagt Schwenker, der sechs der Kollegen selbst ausgebildet hat.

Die Firma bleibt Ausbildungsbetrieb, man freue sich auf Bewerbungen. Der Elektroinstallateur von einst heißt heute, passend, wie es die Aufträge für die Bahrenborsteler Firma hergeben, „Elektroniker für Energie und Gebäudetechnik“.

Jährlicher Spezialauftrag: Strom für den Kirchdorfer Herbstmarkt. Foto: S. Wendt

Elektro, Heizung, Sanitär, Telefon, Biogas und Photovoltaik: Die Firma kümmere sich um die Neuinstallation ebenso wie um Reparaturen. Ob private oder geschäftliche Kunden, ob Industrie oder Landwirtschaft: Die Expertise der Mitarbeiter ist gefragt. Der Umkreis der Einsatzorte ist regional: Bis zu 20 Kilometer fahren die Mitarbeiter, um die gewünschten Aufträge auszuführen.

Kontakt zur Firma Schwenker knüpfen die meisten mit dem Satz: „Unsere Waschmaschine ist kaputt“, verrät der nun ehemalige Firmenchef. Die Reparatur der sogenannten „weißen Ware“ bleibt eine Konstante in den Auftragsbüchern des zertifizierten Miele-Kundendienstes. Die Mitarbeiter werden zweimal jährlich speziell geschult. Die Reparatur der sogenannten „braunen Ware“, etwa Fernseher, habe hingegen deutlich abgenommen – viele Geräte würden einfach entsprechend gebaut oder seien in der Neuanschaffung kaum teurer, als eine notwendige (und vielleicht aufwendige) Reparatur. Haushaltsgeräte wieder flott zu machen gehört zum Standard, kurzum: die gesamte Haustechnik.

„Haben ein breites Spektrum“

Christian Tönjes bestätigt: „Wir haben ein breites Spektrum.“ Das solle beibehalten werden. Im Winter überwiegen Aufträge rund um Heizungsanlagen, bei Frost friere manches ein, aktuell ist ein größeres landwirtschaftliches Projekt in Borstel Thema für das Team.

Seit 30 Jahren Spezialauftrag ist die Stromversorgung für den Kirchdorfer Herbstmarkt, respektive sämtliche Beschicker. Ein Auftrag, der stetig gewachsen ist. Vor Jahren kam es dort einmal zum Totalstromausfall. „Das waren aber nicht wir, sondern der Stromanbieter, der neue Wege gehen wollte.“

Dass seine Handwerkskarte nun ungültig gestempelt wurde, betrübt Wilhelm Schwenker. Foto: S. Wendt

Dass die eigenen Kinder nicht in die Firma einsteigen, sei seit Langem bekannt, erklärt Wilhelm Schwenker. Er habe eine Firmenübernahme auch über externe Bewerber versucht. Die Erfahrungen damit, die Schwenker schildert, sind negativ. Es waren eher Glücksritter, aus Hamburg oder Husum, die sich gemeldet haben, sie wollten eher einen Schlüsseldienst anbieten, als eine Fachfirma in Sachen Elektrotechnik.

Christian Tönjes weiß mit Ehefrau Janin eine Partnerin an seiner Seite, die die Leitungsverantwortung ebenso mitträgt, wie Wilhelm Schwenkers Ehefrau Renate. Janin Tönjes werde im April mit einsteigen, im Büro: „Ich bin gespannt auf das, was kommt.“ Das Paar hat zwei Töchter: Thalea wird im August sechs Jahre alt und ein Schulkind, Tochter Tarja ist anderthalb Jahre alt und erkundet ab März/April die Krippe.

Wilhelm Schwenkers Feierabend gehört zukünftig der Familie

Und Wilhelm Schwenker? Er sagt zwar, mit 70 könne man eine Firma ja wohl abgeben. Er bleibe aber Angestellter von Christian Tönjes, werde Reparaturen übernehmen, als Springer arbeiten – und gute Tipps geben. Und den Feierabend sowie das Wochenende für die Familie haben, denn in den Notdienst sind nun alle anderen Mitarbeiter eingebunden. Die Notrufe erfolgen nämlich meistens nach Geschäftsschluss...

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