Samtgemeinde sucht Betreuer

Kirchdorf will Kindertagespflege flexibler gestalten

Etliche Spielgeräte stehen bei Straßemeyers im Garten.

Die Samtgemeinde Kirchdorf will Betreuer qualifizieren - und damit die Kindertagespflege flexibler gestalten.

Kirchdorf - „Hast du Zeit für mich? Dann habe ich eine Aufgabe für dich!“: Mit diesem Slogan und drei Kinderkulleraugenpaaren wirbt die Samtgemeinde Kirchdorf um Bewerber. Gesucht werden männliche wie weibliche Interessenten, die sich als Tagesbetreuer für Kinder ausbilden lassen möchten – und diesen Service für den Nachwuchs in der Samtgemeinde Kirchdorf anbieten.

„Die Kindertagespflege ist eine Ergänzung für das Betreuungsangebot in der Samtgemeinde“, erklärt Fachbereichsleiter Thomas Schulz. Die Tagespflege bedeute eine flexible Unterstützung der Kindertagesstätten. Eine Unterstützung, auf die man nicht verzichten möchte. Schulz betont das ausdrücklich: „Wir wollen den veränderten Lebensbedingungen der Bürger Rechnung tragen.“ Dazu zähle auch, dass vielfach Arbeitszeiten außerhalb der Zeiten durch die Kitas liegen. Die Teilnahme an einem Qualfizierungskurs ist notwendig und ein neuer startet am 23. März in Bassum.

Tagesmütter sind komplett ausgelastet

Würde sich ein Bewerber, eine Bewerberin aus der Samtgemeinde finden, wäre man sehr froh, erklären Schulz und seine Stellvertreterin Sandra Meißner. Derzeit seien die beiden aktiven Tagesmütter in der Samtgemeinde komplett ausgelastet. Nicole Straßemeyer in Kirchdorf und Melanie Stöver in Bahrenborstel sind mit viel Herzblut und Engagement seit Jahren dabei.

Einst war der Kreis größer, „doch nachdem die Besteuerung im Jahr 2011 eingeführt wurde, sind viele Tagesmütter abgesprungen“, erklärt Sandra Meißner. Straßemeyer und Stöver verfügen über eine volle Pflegeerlaubnis, Straßemeyer hat ihr Angebot soweit ausgebaut, dass es als „Groß-Tagespflege“ firmiert: Sie bietet zehn Betreuungsplätze an (die derzeit alle ausgelastet sind) und wird in der Arbeit durch Vertretungskraft Helga Siebert aus Sulingen unterstützt.

Ein Besuch in den Einrichtungen der Samtgemeinde gehört für die Mitglieder des Ausschusses für Jugend und Soziales unbedingt dazu. Im Sommer erkundeten sie die „Groß-Kindertagespflege“ von Nicole Straßemeyer an der Großen Aue in Kirchdorf.

Aufnehmen können die Tagesmütter offiziell Kinder im Alter zwischen einem und 14 Jahren. Aktuell leisten die Tagesmütter wöchentlich 500 Betreuungsstunden, verrät Sandra Meißner.

Der Betreuungsschlüssel für die Tagesmütter bedeute eine kleinere Gruppe: „Und damit ist die Aufmerksamkeit und die Zuwendung höher, als in den Kitas“, erklärt Schulz. Darüber freuen sich besonders Eltern von Frühchen, weiß Sandra Meißner. Kinder, die in der Entwicklung etwas verzögert seien und in einer kleineren Gruppe besser Anschluss finden und „aufholen“ können, als in einer größeren Gruppe.

Wichtiger Baustein im Gesamtkonzept

„Für uns ist die Kindertagesbetreuung ein wichtiger Baustein, ebenso auch eine Alternative, wie etwa der Waldkindergarten. Wir wollen für unser Bürger attraktiv bleiben“, betont Thomas Schulz.

Die Checkliste für neue Interessenten umfasst ein polizeiliches Führungszeugnis, einen Gesundheitsnachweis eines Arztes, einen Erste-Hilfe-Kurs und die Pflegerlaubnis des Jugendamtes. Letztere bedeutet eine eingehende Überprüfung der fachlichen Qualifikation und Einhaltung der räumlichen Erfordernisse sowie die Prüfung der familiären und häuslichen Situation der Bewerber – die danach erst zum Qualifizierungskurs zugelassen würden.

Verwaltungsmitarbeiter wollen unterstützen

„Wir tun, was wir können, um Interessierte zu unterstützen“, sichern Schulz und Meißner die Unterstützung der Verwaltung zu. Man versuche, mögliche Steine aus dem Weg zu räumen, um ernsthaften Interessenten den Weg zu ebnen. Unterstützung gewähre das Land Niedersachsen etwa über ein Förderprogramm im Hinblick auf die Ausstattung für neue Betreuungsplätze.

„Randzeiten“ seien übrigens nur die Ausnahme, Betreuungszeiten werden wöchentlich von 6 bis 20 Uhr nachgefragt, der Großteil liege in der Zeit von 7 bis 13 Uhr. Gleich ein großes Holzschiff zu bauen, wie es im Garten der Familie Straßemeyer steht, ist nicht gefordert – den Kindern aber einen sicheren Hafen zu bieten, während die Eltern arbeiten gehen, das durchaus.

Ansprechpartner

Thomas Schulz (Tel. 0 42 73 /88 17, E-Mail schulz@kirchdorf.de), Sandra Meißner (Tel. 0 42 73 / 88 15, E-Mail meissner@kirchdorf.de)

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