Neueröffnung im August

26-Jähriger macht sich selbstständig: Sudmann steht in den Startlöchern

Steffen Sudmann (Mitte) weiß mit Bürgermeister Heinrich Hustedt (links) und Samtgemeindechef Heinrich Kammacher Unterstützer an seiner Seite.

In der Varreler City ist es merklich ruhiger geworden: Der Dorfladen als Treffpunkt, das ist mit der Schließung des Ladens weggefallen. Diesen Rückgang bemerken auch alle anderen Geschäfte. Doch es tut sich was: Steffen Sudmann, 26-jähriger Varreler mit Einzelhandelsausbildung, hat gerade den Vertrag unterschrieben und bereitet die Neueröffnung des Dorfladens für August vor. Es gilt nun, die geschäftsräume dafür herzurichten.

Varrel - Ausgeräumt ist er. Der Eingangsbereich bereits umgestaltet: Automatische Türen sollen sich in wenigen Monaten öffnen zum neuen Einkaufsladen in Varrel. Mit 1,20 Meter Breite bietet er auch Rollifahrern genügend Platz.

Barrierefreier Zugang und Einkaufsspaß

„Auch die Gänge im Laden sind 1,20 Meter breit“, sagt Steffen Sudmann. Der junge Varreler wagt den Sprung in die Selbstständigkeit, der in seinem Fall auch ein besonderer ist: Es gibt nämlich genügend Beispiele dafür, in denen ein Dorfladen gescheitert ist. „Das müssen die Varreler wissen, dass sie das Geschäft nicht halten, wenn sie nur Streichhölzer kaufen“, sagt Heinrich Hustedt. Der Bürgermeister der Gemeinde ist dankbar für die Initiative, die Sudmann zeigt. Hustedt wird bei allen Gelegenheiten mit Nachfragen konfrontiert: „Wie geht es weiter?“ Nun kann er antworten: „Im August.“

Steffen Sudmann hat sich intensiv mit seinem Vorgänger Ewald Langhorst besprochen. Sudmann hat keine unbegrenzte Verkaufsfläche und es gilt, aus einem 1 500 Seiten umfassenden Katalog mit gut 7 000 möglichen Artikeln jene zu finden, die in Varrel nachgefragt werden. Die Chancen, dass Steffen Sudmann da zahlreiche Treffer landet, stehen ausgesprochen gut. Und falls jemand Sonderwünsche hat? „Dann kann ich das bestellen“, sagt Sudmann. Eine gute Woche Lieferzeit sei einzuplanen. So hat das der Vorgänger auch gemacht.

Regionale Anbieter will Sudmann weiterhin im Programm belassen: Eier und Kartoffeln etwa liefere auch ihm die Familie Warneke.

Regionale Produkte weiter erhältlich

In Sachen Obst und Gemüse verhandelt der Jungunternehmer noch, will auch hier auf Frische aus der Nachbarschaft setzen. Für Käse und Fleisch wird es keine Frischtheke geben, dazu seien die Auflagen zu groß, als dass sie der Laden erfüllen könne. Sudmann löst das Problem über eine SB-Theke für Frischeprodukte. Abgepackte Fleischwaren etwa liefere Firma Bulk aus Freistatt. Der Bäcker wird aus dem hinteren Bereich ganz nach vorne geholt: Hier wird der Sulinger Bäcker Teerling, der derzeit die Kunden über einen Verkaufswagen in Varrel versorgt, seine Waren feilbieten. Sudmann weiß, dass es eine morgendliche Armada zu versorgen gibt, die belegte Brötchen und Kaffee für die Becher und Thermoskannen verlangt.

Die Aufträge an die Handwerker für den Umbau hat Steffen Sudmann erteilt: Bevor Ware in Regale sortiert werden kann, müssen neue Böden verlegt werden, soll eine neue Beleuchtung installiert werden, will Steffen Sudmann die bisherigen Pläne noch modifizieren, weil ein Gang eben nicht 1,20 Meter breit ist, sondern nur einen Meter.

Die Pläne für die Neugestaltung stehen. Fotos: S. Wendt

Das Team, das ihn bei der Neueröffnung des Dorfladens unterstützt, hat Sudmann bereits zusammen. Vier der ehemaligen Verkäuferinnen bleiben als „geringfügig Beschäftigte“, neu dabei ist Sudmanns Mutter Jutta. Eine weitere wichtige Zusage beschert Steffen Sudmann die Post-Dependance in seinem neuen Laden.

Und den will Sudmann jetzt in fast drei Monaten auf ein Top-„Nah-und-Gut“-Niveau bringen. Neben allem persönlichen Engagement der Familie weiß der Jung-Unternehmer auch die Unterstützung seitens des Gemeinderates und der Samtgemeindeverwaltung hinter sich, die Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher zusagte.

Und die der Kirchengemeinde: In der Buchhorster Straße nebenan sollen vier weitere Parkplätze entstehen dank der Zusage von „Kirchens“.

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