Kirchstraße und Wichernstraße sind zuerst dran

Straßensanierung in Freistatt ohne Anliegerbeitrag

Die Kirchstraße, hier im gepflasterten Abschnitt an der Moorkirche, wird saniert.
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Die Kirchstraße, hier im gepflasterten Abschnitt an der Moorkirche, wird saniert.

Freistatt – Das Thema „Straßen“ taucht immer wieder in der Arbeit des Gemeinderates Freistatt auf – jüngst am Donnerstagabend, als die Mitglieder ein Straßenausbaukonzept einstimmig auf den Weg brachten. Welche – ausschließlich innerörtlichen – Straßen neu machen, wenn überhaupt, mit Anliegerbeiträgen oder ohne: Mit der Erarbeitung des Konzeptes wurde der Wegezweckverband Syke (WZV) beauftragt, der analysieren sollte, welche Straßenschäden vorhanden sind und wie sie beseitigt werden können. Im Grundsatz ist für jede der im Konzept aufgeführten Straßen keine Erneuerung vorgesehen, sondern eine Reparatur.

Empfohlen wird der Einbau einer sogenannten „DSK“ (Dünne Schicht im Kalteinbau). „Es ist davon auszugehen, dass sich dadurch die Lebensdauer der Straße um weitere zwölf bis 15 Jahre verlängert“, erklärte Olaf Heuermann, Bauamtsleiter der Samtgemeinde Kirchdorf. „Es handelt sich um reine Unterhaltungsmaßnahmen, und die sind nicht gebührenrelevant. Dafür können keine Straßenausbaubeiträge nach den Vorgaben des Niedersächsischen Kommunalabgabengesetzes erhoben werden“, betonte Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher.

Die Arbeiten in Freistatt sollen zusammen mit weiteren Aufträgen in Kirchdorf ausgeschrieben werden, erklärte Olaf Heuermann: „Je größer die Fläche, desto günstiger wird der Preis.“ Mit der Vergabe der Aufträge werde für Mitte Juni gerechnet. Die Arbeiten seien temperaturabhängig, weshalb die Fertigstellung für Ende September geplant sei. Vor Beginn werde es eine Bürgerinformationsveranstaltung geben, denn eine Straße, die im DSK-Verfahren repariert wird, sei „für etwa zwei Stunden mal nicht befahrbar.“ Die Gelder für die Straßensanierung sind im Haushaltsplan 2021 der Gemeinde Freistatt bereits eingestellt.

Die Sanierung der Von-Bodelschwingh-Straße erfolgt frühestens 2023.

Mit dem Konzept wurde auch die darin enthaltene Prioritätenliste beschlossen. Fragte sich Bürgermeister Gero Enders noch, für wie viele Meter der Wichernstraße das Geld wohl reiche, beruhigte Olaf Heuermann: „Ich gehe davon aus, dass wir die ganze Wichernstraße schaffen.“

Laut Prioritätenliste ist die Sanierung der Kirchstraße (Kosten: 14 000 Euro) als kurzfristig durchzuführen eingestuft, mittelfristig zu sanieren seien die Wichernstraße (16 500 Euro), die Deckertstraße (43 300 Euro) und die Von-Bodelschwingh-Straße (65 000 Euro), langfristig gesehen müsste die Von-Lepel-Straße (16 500 Euro) saniert werden. Zwei Maßnahmen, die Kirchstraße und die Wichernstraße, werden zuerst durchgeführt. Festgestellte Schäden an der Kirchstraße sind Unebenheiten im Pflaster sowie, in einem anderen Abschnitt der Straße, eine „ausgemagerte bituminöse Decke mit Rissbildungen“, und in der Wichernstraße wurden „Verdrückungen in der bituminösen Befestigung“ festgestellt.

Ratsherr Mario Enders fragte nach den Pflasterstraßen und deren Sanierung. Bürgermeister Gero Enders erklärte, dass nur die gröbsten Schadstellen beseitigt würden. Als großflächige Lösung sei nur eine Grundsanierung möglich – für die wären dann aber die Anlieger beitragspflichtig. Grundsätzlich sei das Konzept nicht in Stein gemeißelt und könne vom neuen Rat, der im September gewählt wird, verändert werden, erklärte Bauamtsleiter Olaf Heuermann.

Ratsherr Frank Kruse brachte die Diakonie ins Spiel, meinte, die Straßen dienten hauptsächlich „Bethel im Norden“. Dem widersprach Gero Enders: „Das würde ich erst mal prüfen lassen.“ Kruse insistierte, dass die Diakonie der Hauptnutzer sei. Olaf Heuermann gab zu bedenken, dass die Diakonie als Eigentümer von Gebäuden auch Anlieger sei und damit ebenfalls Beiträge zahlen müsse.

Frank Kruse merkte an, dass bei der geplanten Umstellung der Heizungsanlage der Diakonie etwaige Straßenbauarbeiten, die mit dem Verlegen neuer Leitungen einhergehen, nicht zu Lasten der Gemeinde gehen dürften. Olaf Heuermann erklärte, dass alle „Leitungsbetriebe“ für jegliche Arbeiten eine Genehmigung bräuchten: „Die können nicht einfach anfangen zu bauen.“ Angeraten wurde, den Straßenzustand vorab festzustellen und zu dokumentieren.

Abends wird die Wichernstraße in Freistatt gesäubert...

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