„Stöberkästchen“ jetzt an der Wichernstraße / „Tag der offenen Tür“ geplant

Es ist eingerichtet

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Ilse Plate (r.) mit Bereichsleiter Frank Kruse und Projektleiterin Janine Husmann.

Freistatt - Fast 30 Jahre lang war das Haus Moorhort Anlaufstelle für Kunden, Mitarbeiter und Freunde des Stöberkästchens. Dann kamen die Filmleute, nun ist das Haus Moorhort eine bereits viel besuchte Erinnerungsstätte. Das „Stöberkästchen“ indes ist umgezogen, ist jetzt an der Wichernstraße 7c ansässig.

Demnächst auch mit Lulu und Yvette. Das sind zwei Schaufensterpuppen, die dann die neueste Kleidung, die käuflich zu erwerben ist, präsentieren. Noch liegt alles fein säuberlich in Regalen. Stöberkästchen ist ganz wörtlich gemeint: Man bringe Zeit mit, die Regale zu durchforsten. Wer keine Klamotten braucht, hat vielleicht Interesse an Büchern. Oder Gläsern. Oder findet eine Kaffeekanne. Oder Kinderspielzeug. Das Stöberkästchen bietet all das, was eine Wohnung wohnlich macht – und mehr, zu kleinstem Preis.

Und darin liegt der Ursprung. Früher beherbergte die Einrichtung in Deckertau, zwischen Freistatt und Heimstatt mitten im Moor gelegen, ein Haus für „verhaltensgestörte junge Menschen“. Eine Begrifflichkeit, die heute natürlich nicht mehr genutzt wird, wohl aber eine Idee, die man damals entwickelte: jenen Menschen, die wohnungslos waren und sesshaft werden wollen, eine Beschäftigung zu geben.

Ein derzeit siebenköpfiges Team schwirrt heute beinahe täglich aus, löst Haushalte auf, arbeitet Möbel auf. Im „Stöberkästchen“ kommt alles zusammen, wird begutachtet, gesäubert, die E-Geräte ausprobiert – und dient jenen, die sich ohne große finanzielle Mittel alles neu einrichten müssen, als Fundgrube. Endlich stehen Teller und Tassen im Küchenschrank. Kann man sich auf ein eigenes Sofa setzen.

Von Anfang an war der Betrieb Stöberkästchen ein öffentlicher. Man begrüßt heute noch Stammkunden, die immer wieder vorbeischauen, manche auf der steten Suche nach einem Schnäppchen. Aber Schnäppchen gibt es hier eigentlich nur.

Es ist kein soziales Kaufhaus, erklärt Ilse Plate, die das Stöberkästchen heute leitet. Vorbeischauen dürfe jeder. Das Team schule sich gegenseitig, manche hätten einst als Möbelpacker gearbeitet: Es dauert kaum zehn Minuten, dann ist ein eigentlich vierteiliges Sofa-Ensemble in U-Form in ein paar mehr Teile zerlegt und passgenau in den Sprinter gewuppt, damit es in Freistatt wieder aufgebaut werden kann, zum Ansehen für neue Kunden. Ilse Plate verneint eine Frage deutlich: Man mache keine Umzüge. Wohnungsauflösungen, gute gebrauchte Möbel und andere Spenden abholen – das sind die Aufgaben in einem Umkreis von etwa 50 Kilometern.

Aus dem Projekt von einst ist über den Status eines „Frei Pro Produktionsbetriebes“ nun eine „Institution“ in der Wohnungslosenhilfe von „Bethel im Norden“ geworden, die viele nicht missen möchten – und nun nach fast 30 Jahren im Haus Moorhort an neuer Wirkungsstätte. Ilse Plate hat die Räume hier thematisch eingerichtet, fast wie in einer richtigen Wohnung. Die ist geöffnet montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr sowie freitags von 8 bis 12 Uhr. Zum „Tag der offenen Tür“ wird für Samstag, 31. Oktober, eingeladen. Dann von 10 bis 17 Uhr. Rund um das Gelände können Flohmarktbeschicker ihre Ware feilbieten – sie melden sich bitte unter Tel. 05448/88276 an. Musikalische Unterhaltung bieten „Die Lachberger“, für Speis und Trank ist gesorgt.

sis

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