Stets humor-, manchmal zu kraftvoll

Kripo-Chef Heinrich Schwenker: Anekdoten erheitern bei Ruhestandsfeier

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Die Entlassungsurkunde überreichte Polizeidirektor Thomas Kues (links) an Heinrich Schwenker, der nach über 43 Jahren im Polizeidienst seinen Ruhestand antritt, Blumen gab es für Schwenkers Ehefrau Brigitte.

Wehrbleck - Nicht als Wehrblecks Bürgermeister begrüßte Heinrich Schwenker am Donnerstagvormittag die Gäste im Gasthaus Lüdemann - das war schon daran zu erkennen, dass er sein Enkelkind Noah auf dem Arm trug. Dem Kleinen möchte er künftig mehr Zeit widmen, hat noch einige Pläne mehr für den neuen Lebensabschnitt: Im Kreise seiner Familie und zahlreicher Kollegen und Weggefährten aus den Polizeidienststellen der Region feierte der 62-Jährige, der seit 1998 den Kriminal- und Ermittlungsdienst im Kommissariat Sulingen leitete, nach über 43 Dienstjahren seinen Abschied in den Ruhestand. Und nutzte die Gelegenheit, seinen Nachfolger kurz vorzustellen: Ulrich Stark, den er aufforderte, seinem Namen alle Ehre zu machen.

„In meiner ganzen Laufbahn, in Nienburg, Diepholz und Sulingen, habe ich den Donnerstag immer als ,Polizei-Feten-Tag‘ empfunden“, stellte Schwenker fest. Und auch der Ort der Feier passe genau: „Da hinten auf der Bühne habe ich in den 80-er und 90-er Jahren Sketche gespielt. Meistens den jugendlichen Liebhaber...“

Mit seiner gewohnt humorvollen Art hatte der Kriminalhauptkommissar die Lacher auf seiner Seite - bis er Polizeidirektor Thomas Kues, Leiter der Polizeiinspektion Diepholz, das Wort gab, „ein paar Breitseiten kriege ich wohl ab“, unkte Schwenker schmunzelnd. Kues nannte zunächst einige Zahlen und Fakten aus Heinrich Schwenkers Laufbahn, angefangen bei dessen Dienstantritt bei der Landespolizeischule in Hannoversch Münden am 5. Januar 1976 als Kriminalwachtmeister. „1981 schon Kriminalkommissar, ein Jahr später schon Oberkommissar, Wachgruppenleiter im Kriminaldauerdienst in der Kriminalpolizeiinspektion Nienburg, 1993 Kriminalhauptkommissar, mehr als 20 Jahre Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes in Sulingen - eine schöne Karriere, du kannst stolz darauf sein.“ Man könne sagen, dass Heinrich Schwenker in seinem Berufsleben nicht so ganz weit herumgekommen sei. „Man könnte aber genauso gut einfach feststellen, dass du Land und Leute magst und weißt, was du an ihnen hast.“ Womit Kues zu den Anekdoten über Heinrich Schwenker kam, die er bei den Kollegen zusammengetragen hatte. „Aus Sulingen wird berichtet, du könntest hervorragend als Software-Tester arbeiten. Weil du es schaffst, jedes Programm zum Absturz zu bringen.“ Mit Enthusiasmus, manchmal etwas zu kraftvoll gehe Schwenker die Dinge an. So habe er schon vorab mit dem Abriss der alten Dienststelle in Diepholz begonnen, als er sich so schwungvoll auf die Treppe begab, dass er das komplette Geländer abriss. Mehr noch: Nach einer „Verfolgungsjagd“ mit einem Sportwagen, der deutlich zu fix unterwegs war, wollte er dem Fahrer die Leviten lesen - und riss beim Aussteigen die Tür des Streifenwagens aus den Angeln...

Heinrich Schwenker selbst gab noch einige weitere Anekdoten zum Besten, schlug aber auch nachdenkliche Töne an. „Es ist wichtig, dass man immer für den Bürger Respekt aufbringt. Wir erwarten aber auch Respekt vom Bürger. Das ist heute oft nicht mehr der Fall.“

Herzlich bedankte sich Heinrich Schwenker bei seiner Familie, vor allem bei seiner Ehefrau Brigitte, für die Unterstützung in all den Jahren, sowie bei seinen Kollegen für die familiäre und freundschaftliche Zusammenarbeit.  

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