Malte Niemeyer ist Berufsimker 

Stets eine süße Ernte

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Akazienhonig ist sein Favorit. Oder doch lieber Sommerblüte? Malte Niemeyer ist Berufsimker.

Bahrenborstel - „Ursprünglich wollte ich Landwirt werden. Aber unsere Familie hat keine Flächen und keinen Hof, also fiel das schon mal weg“, sagt Malte Niemeyer. Die Berufsfindung des 24-Jährigen mit heutigem Wohnort Kirchdorf führte über Praktika in einer Baumschule / Gärtnerei, einer Friedhofsgärtnerei sowie beim Garten- und Landschaftsbau hin zu einem Lehrberuf, den pro Jahrgang bundesweit nur gut 20 Menschen ergreifen: Malte Niemeyer ist Imker.

Also Vollzeit-Imker, der das berufsmäßig macht, angetrieben von der Begeisterung über die Vielfalt der Arbeit (inklusive der handwerklichen Aufgaben), der Umgang mit den Völkern, dem kaufmännischen Aspekt – und der Tatsache, viel Zeit in der Natur verbringen zu können.

Aktuell gehört noch die Fahrschulbank dazu, denn Niemeyer strebt den Lkw-Führerschein an. Eine der Arbeiten ist es, die Völker zu versetzen. Sind die Waben gefüllt, ist das eine schwere Aufgabe. Zu mitunter zu schwer für kleine Kastenwagen.

Die Liste der Dinge, die man als Berufsanfänger zu bedenken hat, wenn man den Schritt in die Selbstständigkeit wagt, ist lang. Niemeyer arbeitet sie konsequent ab. Und jongliert deshalb mit vielen Themen gleichzeitig: Produktionsräume herrichten in Bahrenborstel (auf dem Hof Schmidt), dabei alle Auflagen beachten (das sind ziemlich viele), den Absatz des bereits abgefüllten Honigs ankurbeln (gar nicht so einfach, besonders als Berufsanfänger). Gleichzeitig zeigt der Blick auf den Wetterbericht, dass in diesem Jahr zwei Sachen zusammenfallen: Die Rapsblüte einerseits und der Wunsch der Landwirte nach der Obstbestäubung – für die kann man die 180 Bienenvölker, die Niemeyer aktuell besitzt, buchen. Stellt er jetzt seine Völker in den Raps, damit er Rapshonig produzieren kann? Oder bringt er sie zum Obstbauern? Niemeyer muss abwägen und eine Entscheidung treffen. Eine von vielen in diesen Tagen.

Mehrere Tonnen Honig pro Saison

Niemeyer arbeitet ohne Pestizide, ohne Medikamente, sein Honig ist bio-zertifiziert. Der Honig werde jährlich auf Rückstände geprüft. Pro Saison kann er im Schnitt mehrere Tonnen Honig ernten.

Und damit er sie auch benennen kann, sollten die Bienen ein klar ausgestattetes „Fluggebiet“ haben. Daher stehen sie in Rapsfeldern oder aber in Akazienwäldern. Die Flächen, die Niemeyer unter Vertrag hat, befinden sich nicht nur in der Region, sondern auch in Brandenburg. Und sie bieten die Bedingungen, dass er seinen Honig auch entsprechend bezeichnen, damit dem Kunden oder dem Händler gegenüber eine Verlässlichkeit bieten kann.

Niemeyer mag zwar Berufsanfänger sein, hat sich aber den Schritt in die Selbstständigkeit reiflich überlegt. Statt klein anzufangen, war sein Motto „wenn, dann gleich richtig“. Niemeyer begann seine Ausbildung im Jahr 2009 in einer Berufsimkerei in Osnabrück und wechselte nach dem Abschluss drei Jahre später in die Nähe von Kassel, zu einem anderen Berufsimker. Der Wunsch, einen Standort für seine eigene Berufsimkerei zu finden, hat Niemeyer zurück in die heimatlichen Gefilde gebracht. Gebürtig aus Groß Lessen, wohnt die Familie jetzt in Kirchdorf.

Erste Verkaufsstellen eingerichtet

Niemeyer hat bereits erste Verkaufsstellen errichtet: Etwa einen Hofverkauf in Bahrenborstel und in Kirchdorf, bei „Gemüse und Naturkost Möller“ in Diepholz, dem „Likedeeler“ in Sulingen sowie „Husmanns Obstgärten“ in Borstel – weitere dürfen, geht es nach Niemeyer, gerne dazukommen. Es gebe zwar (noch) keinen Online-Shop, aber wer Malte Niemeyer per E-Mail anschreibt, bekomme den Honig an die Wunschadresse geschickt.

Wie lang ist eigentlich so ein Imker-Arbeitstag? „Je nach Monat unterschiedlich, im Sommer acht bis zehn Stunden. Und wenn die Bienenvölker versetzt werden müssen, machen wir das natürlich nachts, wenn die Völker im Bienenstock sind.“

Mehr auf: www.imkerei-niemeyer.de

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