Silvesterlauf in Barenburg mit Rekordbeteiligung / Dank an Christa Witte

Sportlich und gesellig

Karin Hoyer dankt Christa Witte mit Blumen.

Barenburg - Von Sylvia Wendt. Premiere für Christa Witte: Als Organisatorin wirbelte sie bisher hinter den Kulissen. In diesem Jahr hat sie die Regie für den Silvesterlauf des TuS Barenburg abgegeben. Und die Nordic Walking Stöcke geschnappt, um endlich auch einmal selbst mitzugehen. „Noch 78“ ist die Barenburger Vorzeige-Sportlerin, die das sportliche Angebot am letzten Tag des Jahres seit dem Jahr 2004 durchgeführt hat. Und überhaupt erst ins Leben rief.

„Das war eine gute Idee von dir“, lobt Volker Sielke, am Dienstag einer der fast 150 Teilnehmer, die in diesem Jahr auf die Strecke gehen. Eine Rekordbeteiligung, die sich erst kurzfristig ergibt, aufgrund vieler Anmeldungen in letzter Minute. Die Teilnehmer reisen aus dem gesamten Südkreis an, ebenso die „Stammsportler“ aus Ehrenburg, Schwaförden, Kuppendorf.

„Einfach mal rauskommen“

Natürlich sind auch Barenburger selbst am Start: „Froh, mal rauszukommen“ walken ganze Nachbarschaften und Freundeskreise, gehen sportlich spazieren. Manche mit Bollerwagen. Nein, Kohltour könne man das nicht nennen: „Es gibt ja keinen Kohl.“ Tatsächlich werden im Ziel die Silvesterbuffets ebenso diskutiert, wie die Orte, wo gefeiert wird. Das Wetter ist prima, es bleibt Zeit, mit Freunden und Bekannten zu plauschen.

43 Erwachsene und 13 Kinder wandern, 19 Walker gehen auf die Strecken, 23 wollen sechs Kilometer joggen und 48 Teilnehmer nehmen die sportlichste Variante: Sie laufen die zwölf Kilometer lange Schleife. Die „Profis“ der Varreler Roadrunner diskutieren im Ziel über Zehntelsekunden. 52 Minuten für zwölf Kilometer seien ein lockerer Lauf, „die Weihnachtsgans los zu werden“, erklärt Markus Grafe.

Der erste Läufer zurück im Ziel, gegen 11.33 Uhr, ist indes Joshua Ludewig, zu Besuch aus Sudweyhe. Der 15-jährige hat die sechs Kilometer kurz vor Christoph Witte aus Barenburg absolviert.

Bis 12 Uhr sind die meisten der Teilnehmer zurück auf dem Sportplatz an der Holzhütte des TuS. Hier haben Günter Meier und Hartmut Hoyer den Grill im Griff und die Bratwürstchen fertig. Das Startgeld umfasst Getränke und den kleinen Imbiss inklusive Krapfen.

Andrea und Edgar Pieper sowie Johann Küfe und Charleen Sandmann verpflegen die Teilnehmer entlang der Strecken mit Getränken.

Neues Team für die Organisation

Stephan Müller aus Barenburg lächelt: Zweieinhalb Jahre nach schwerer Krankheit kommt er nach neun Kilometern Walken glücklich ins Ziel. „Das tut so gut.“

Inmitten der größten Schar der Walker, Jogger und Läufer kommt auch Christa Witte zurück. Anderthalb Stunden für neun Kilometer: „Doch, das ist eine gute Zeit für mich.“

Sie ist dem Sport und dem TuS seit Jahrzehnten verbunden. „Eigentlich wollte ich durchhalten, bis ich 80 bin, aber… es hat keinen Sinn mehr.“

Christa Witte muss gesundheitlich einen Gang zurückschalten und für Witte heißt das: Die Organisation übernehmen eben andere, in diesem Jahr kümmern sich TuS-Chefin Karin Hoyer, Margret Lüdecke, Jana Knieling, Jannik Pieper, Hartmut Hoyer und Günter Meier um die Organisation, schildern die Strecken aus, nehmen die Anmeldungen entgegen, erledigen, was sonst noch dazugehört. Bis hin zu neuen Bechern: Man will weg vom Plastik.

Christa Witte aber läuft mit, neun Kilometer, forschen Schrittes. Die Füße hochlegen, das können andere übernehmen. Und letztlich jetzt auch die Sportgruppen, die sie noch leitete. TuS-Chefin Karin Hoyer ist eine der neuen Übungsleiterinnen, für die Kurse mittwochabends etwa.

„Ich dachte, mit Älteren turnen ist schön.“

Seniorin Christa Witte hatte einst jene Übungsgruppen ins Leben gerufen, um auch älteren Mitbürgern ein sportliches Angebot zu machen. „Ich dachte, mit Älteren turnen ist schön.“

Doch nicht alle setzen sich so hohe sportliche Ziele, wie die noch 78-Jährige. Der Leistungsunterschied sei erheblich gewesen: „Mir hat das nicht gereicht und manchen war es zuviel.“ Christa Witte habe für sich das Krafttraining entdeckt, hat ein Faible für Kettle Bells entwickelt („Die mit vier Kilo wären eigentlich besser, aber ich finde nur die sechs Kilo.“). Krafttraining wolle sie auch im Alter beibehalten. Das sei sehr wichtig, habe sie festgestellt.

Sabine Müller übernimmt die Kinderturngruppen und Birgit Rohlfing leitet die Fit-und-Fetzig-Gruppe. Übungsleiter zu finden ist auch in Barenburg schwierig.

Laut Christa Witte sei entscheidend, dass die Übungsleiterinnen vor Ort wohnen. Warum das? Sie seien dann im Ort ansässig, ihre Familie hier und sie hätten einen Überblick über andere Familien. Auf diese Übungsleiterinnen könne man bauen, die seien nicht so schnell weg wie andere, die von außerhalb kommen und in einem Sportverein Übungszeiten anbieten.

Überraschung am Ende des Silvesterlaufes: Mit Blumen dankt Karin Hoyer Christa Witte für deren Initiative und das 17 Jahre währende Engagement allein nur für den Silvesterlauf. „Wir werden diese Veranstaltung in Christas Sinne weiterführen.“ Der laute Beifall aller fordert sozusagen eine Neuauflage am 31. Dezember 2020. Sportlich für die einen, gesellig für die andern.  

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