Spontantheater Bumerang aus Oldenburg gastiert in Kirchdorf / Romeo und Julia inszeniert vom Publikum

Wenn es zu bunt wird, dann fällt der Vorhang

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Das Ensemble des Spontantheaters Bumerang.

Kirchdorf - Fünf, vier, drei, zwei, eins“, zählten die Zuschauer am Freitagabend im Kirchdorfer Dorfgemeinschaftshaus, und los ging es mit der nächsten Darbietung des Spontantheaters Bumerang aus Oldenburg. Jede Szene, die das Ensemble des Improvisationstheaters spielte, war eine Uraufführung und einmalig.

Die Spieler improvisierten auf der Bühne nach Vorgaben des Publikums oder eines Spielleiters, die auf Zuruf oder schriftlich auf Zettel erfolgen. Begonnen wurde der Abend in Kirchdorf mit dem „Gefrierschrankspiel“, wobei zwei der drei Akteure auf ein Signal hin in ihrer Bewegung verharrten („einfrieren“) und einer der beiden durch den dritten, der die Szene nicht sah und hörte, in genau der Körperhaltung abgelöst wurde und nun weiterspielen musste. Diese Wechsel erfolgten bereits nach wenigen Sekunden oder Minuten Spieldauer und erzeugten komische Situationen, die stets für Gelächter im Publikum sorgten.

Ein Märchen-Mix aus Rotkäppchen und Hänsel und Gretel, dargeboten mit ganz verschiedenen, vom Publikum vorgegebenen Musikstilen wie Operette, Beat oder Country ergaben lustige Szenen, genauso wie das Einkaufen mit 250000 im Lotto gewonnenen Euro, die nach Publikumswunsch in Läden wie Aldi, im Möbelladen oder bei Victoria Secret ausgegeben werden sollten.

Rasant wechselten Situationskomik und Wendungen der Geschichte einander ab, und wenn es zu bunt wurde, fiel der imaginäre Vorhang, und die nächste Nummer begann.

Von den Schauspielern verlangte diese Art von Theater ein hohes Maß an Kreativität und Schlagfertigkeit, denn sie erfanden nach nur fünf Sekunden Bedenkzeit Geschichten und Szenen, die das Publikum wünschte.

Nichts war dabei unmöglich. Die Balkonszene aus Romeo und Julia wurde arg verfremdet, nachdem die Akteure ganz unterschiedliche Gefühle darstellen sollten, die das Publikum vorgab und die Shakespeare nun gar nicht im Sinn hatte.

So entstand die absurdeste Situationskomik und es gab viel zu lachen, die Spiellaune der Schauspieler Christian Schlageter, Ineke Tannert und Jonas Vogt kannte keine Grenzen.

Ezzat Nashashibi untermalte die Szenen mit passender Musik, musste sich genau wie die Schauspieler immer wieder innerhalb von Sekunden auf unerwartete Wendungen in den Geschichten einstellen und entlockte seinem Keyboard auch mal Zitherklänge, wenn es galt, eine Heimatfilmsituation zu begleiten.

Das Publikum erklatschte auch noch eine Zugabe, bei der alle Akteure mit einem Querschnitt durch die verschiedenen Kategorien den Abend noch einmal Revue passieren ließen, bevor Friedrich Orth vom „KunstKulturForum“ die Theatergruppe mit herzlichen Dankesworten entließ.

gk

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