Wehrbleck: Erster Rundgang durch sanierte Turnhalle

Die Spieglein an der Wand sind für die Boxer

Gucken, ob die Körperhaltung auch stimmt: Gerhard Katscher gibt Peggy Dubenhorst ein kleines spontanes „Boxtraining“ vor der neuen Spiegelwand in der sanierten Turnhalle in Wehrbleck.
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Gucken, ob die Körperhaltung auch stimmt: Gerhard Katscher gibt Peggy Dubenhorst ein kleines spontanes „Boxtraining“ vor der neuen Spiegelwand in der sanierten Turnhalle in Wehrbleck.

Wehrbleck – Drei große Wandspiegel sind neu: Gibt es etwa eine neue Sparte im SV „Falke“ Wehrbleck, Ballett? „Nein“, sagt der SV-Chef, Carsten Falldorf. Für wen sind dann die Spiegel? Meldet sich Gerhard Katscher zu Wort: „Für uns Boxer natürlich!“ Überraschte Gesichter bei der ersten Inaugenscheinnahme (unter 2-G-Bedingungen) der frisch sanierten Turnhalle in Wehrbleck.

Gemeinderat, Sportverein, Feuerwehr, Kindergarten: Sie alle nutzen die Halle. Sie alle haben sich für die Dauer der Sanierungsarbeiten anderweitig fit gehalten. Und sie alle freuen sich, wenn die Halle wieder freigegeben wird. Wann das genau sein kann, kann Bauamtsleiter Olaf Heuermann noch nicht sagen. Die Reinigungsfirma für die mehrtägige Endreinigung sei beauftragt. Mit einer Nutzung sei „ab Ende Oktober“ zu rechnen.

Vertreter aller bisherigen Nutzer waren bei diesem ersten Ortstermin gehalten, genau hinzuschauen, bat Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher um Rückmeldungen. Er erinnerte an die Suche nach Drittmitteln, um die Finanzierung der Halle mit modernen Standards zu sichern.

Peggy Dubenhorst vom Kindergarten Wehrbleck fällt eine Schadstelle im PVC-Belag auf: „Wenn die Kinder hier barfuß laufen, kann das wehtun.“ Wird notiert. Feuerwehrchef Michael Fangmann guckt auf eine Wand und schüttelt den Kopf. Warum? „Da hingen die Reckstangen“, sagt er. Die eine Halterung für die Stangen ist noch an der Wand montiert. Die andere... äh, fehlt, an der Stelle befindet sich nun eine Tür. Wie also nun die Reckstangen gelagert werden sollen, bleibt ungeklärt an diesem Abend. Und die eine, nun nutzlose Halterung könnte entsorgt werden.

Einer der neuen Duschräume in der Turnhalle.

In der Neukonzeptionierung enthalten sind auch andere Zuwegungen, andere Laufwege für Zuschauer und Sportler. Vier Umkleideräume, zwei Duschräume, Abstellräume und zwei Eingänge biete die Turnhalle jetzt, den Gang entlang der Außenfassade gebe es nicht mehr. Dafür aber sei die Turnhalle nach der Sanierung barrierefrei. Inklusive WC und Duschen. Auch der Regie-Raum sei als zusätzliche Umkleideoption zu nutzen. Drei große Tore verbergen den Gerätebereich. Als Highlight werden die Deckenstrahlplatten genannt, die als Deckenheizung individuell steuerbar seien. Ebenfalls neu: Die LED-Beleuchtung, die, unter anderem, den sechs mal sechs Meter großen Ring für die Boxkämpfe ins richtige Scheinwerferlicht rückt. Boxer Marcel Katscher fragt nach den Mikrofonen für die Ansagen: Es gebe sowohl ein mobiles Mikro als auch ein Headset. Und, zack, kriegen die Wehrblecker Boxer die Erwartungen der Kollegen serviert: „Da erwarten wir jetzt aber auch Spitzenkämpfe, Deutsche Meisterschaften, mindestens.“ Puh. Vater und Sohn Katscher, beide Boxer, prüfen umso genauer, ob alle Trainingsgeräte wieder aufgebaut werden können.

Im Boden versenkbar sind Stangen, die, unter anderem, die Volleyballer benötigen, um das Netz zu spannen. Sie sind schon in Erinnerungen an frühere Trainingseinheiten versunken, als die Ein-Feld-Halle in gleich drei Volleyballspielfelder aufgeteilt werden musste, damit alle trainieren konnten. Und nach dem Training noch „dies und das“ bis in die Nacht hinein besprochen worden sei...

Die Arbeiten laufen seit Ende März und mancher habe sich gefragt, was denn da passiere, denn „von außen sah man ja nichts“, merkt Ratsherr Ulrich Spilker an.

Das neue Lichtband mit satiniertem Glas.

Ausgetauscht wurden die Fenster in dem Glasband unter der Decke – satiniertes Glas wurde gewählt, der Sportbetrieb werde nicht mehr geblendet. Neu ist auch der Technikraum, für den Olaf Heuermann ankündigt: In die Temperaturregelung sei nicht von jedermann einzugreifen. Eingestellt sei die „übliche Betriebstemperatur für Sportunterricht“. Und, ja, aus technischen Gründen sei die Notbeleuchtung durchgehend in Betrieb, erklärte Heuermann auf Nachfrage von Bürgermeister Heinrich Schwenker. Zugänglich sei jedoch der Regler, um die Fenster zu öffnen.

Ansprechpartner bei der Verwaltung für etwaige Änderungen und Fehlermeldungen sei Uwe Kellermann, auch, sollte die Temperatur geändert werden müssen.

Die ausgelagerten Sportgeräte befinden sich in einer Scheune des „Falken“-Vorsitzenden Carsten Falldorf. Der verrät mit einem Augenzwinkern, dass die Geräte keinen Staub ansetzen konnten – er trainiere da heimlich. Tatsächlich haben sich alle bisherigen Nutzer für die Dauer der Sanierungsarbeiten anderweitig arrangiert.

In die Freude darüber, dass bald wieder in der Halle Sport getrieben werden kann, purzelt die Erkenntnis: „Im kommenden Jahr feiern wir unser 75-jähriges Bestehen“, sagt Sportvereins-Präsident Falldorf. „Und wir unseren 50. Geburtstag“, addiert Peggy Dubenhorst für den Kindergarten. Und auch der Feuerwehr-Spielmannszug feiere im Jahr 2022 sein 50-jähriges Bestehen. Ungeklärt an diesem Abend bleibt, ob daraus eine Feier oder drei werden.

Von Sylvia Wendt

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