Speichersonntag des Verschönerungs- und Heimatvereins Barenburg

Junge Hüpfer, altes Handwerk

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Sportlich: Albert Düvel testet das Seil, das die Tonnenheider Strickschläger gefertigt haben.

Barenburg - Dengeln ist keine leise Sache. Das feine Surren der Spinnräder in der direkten Nachbarschaft geht bei jedem Hammerschlag von Friedel Goldschrafe und Manfred Bürgel unter. Erika Rochner und Ilse Knoop lassen sich die Laune beim Speichersonntag des Heimat- und Verschönerungsvereins Barenburg dennoch nicht verderben, mit jedem Meter des einfädigen gesponnenen Garns werden die Hände weicher: In der Schafswolle steckt soviel Lanolin, dass der Faden „flutscht“.

Nebenan flutscht es ebenfalls, denn Anne Windhorn webt. Die einfädigen Knäuel sind zu einem dreifädigen zusammengefasst, die Wolle gewaschen, das Muster hat sich Anne Windhorn ausgedacht. „Es hängt ja auch von der Wollfarbe ab.“ Weiß und Braun dominieren. Lila und Orange klingt gewagt, aber die Tonnenheider Strickeschläger haben diese Farbkombination für ein neues Seil gewählt. Flugs wird der Speichervorplatz in eine Reeperbahn verwandelt und die Zuschauer verfolgen interessiert, wie aus der fröhlichen Gruppenarbeit schließlich ein zehn Meter langes Seil wird, das zuerst Jutta Sünkenberg zum kühnen Hüpfen nutzt, dann einigen Kindern Spaß bereitet – und schließlich Albert Düvel, 2. Vorsitzender des Heimatverein, zum sportlichen Einsatz ruft. Das Seilspringen verbindet altes Handwerk und die Menschen heute nicht allein. Familie Meyer hat eine alte Nähmaschine neben die aktuellen Modelle von Janna Wolff geparkt.

Speichersonntag in Barenburg

Unter dem Namen „Zottelkopf“ firmiert die gebürtige Barenburgerin als Designerin, kunterbunt sind selbst genähte Kleidung und Accessoires. Es sieht so einfach aus und in kurzer Zeit ist die nächste Sommerhose sauber verkettelt, umsäumt und ausgehfein zusammengenäht. Platz nehmen bei Beatrix Thannhäuser geht gerade nicht: Die gelernte Tischlerin hat den Holzstuhl auseinander genommen, die Einzelteile werden jetzt von altem Leim befreit und sollen, neu zusammengesetzt und verleimt, wieder zum dekorativen Sitzmöbel werden. „Im Winter sind die Tischler früher immer durch die Häuser gezogen und haben die Möbel ausgebessert“, erklärt die Barenburgerin. Dieter Roßberg aus Bassum übt sich derweil in Geduld. Brandmalerei geht nur in kleinen Schritten voran, mit 530 Grad heißem „Pinsel“ bearbeitet er das Holz, fertigt Tabletts an, die man sogar aus Australien bei ihm bestellt.

Am Nachmittag gesellt sich mit Hufschmied Adrich Iloff ein weiterer Vertreter eines alten, weiterhin aktuellen Handwerks zu den Ausstellern. Weil die Heimatpfleger sich nicht einig waren, wie man reiche Ritter macht, wird die „arme“ Version serviert, auch Milchreis, Bratwurst und Kuchen locken zur Einkehr am historischen Speicher im Flecken. Lektüre dazu gibt‘s auch, denn Stellwand und Chronik informieren über 50 Jahre Verschönerungs- und Heimatverein Barenburg.

sis

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