Auch in der Kirchdorfer Heide gilt Waldbrandgefahr der Stufe vier

Sie soll blühen, nicht brennen

Schöner Ausblick in der Kirchdorfer Heide. Das lila Blütenmeer lockt noch bis Anfang September..
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Schöner Ausblick in der Kirchdorfer Heide. Das lila Blütenmeer lockt noch bis Anfang September..

Kirchdorf – Einen Farbtupfer in Lila setzt derzeit die Kirchdorfer Heide. Das Naherholungsziel ist eine würdige Alternative zur großen Schwester in Lüneburg, mit ausgewiesenen Wegen für Wanderer (rund 40 Kilometer, Streckenpläne abrufbar unter www.kirchdorf.de) und für Reiter (ein acht Kilometer langer Gelände-Sprung-Parcours ist markiert), garniert mit Sitzbänken an idyllischen Stellen. Und derzeit mit Potenzial für eine Katastrophe.

Denn: Im Landkreis Diepholz gilt die Waldbrandgefahr Stufe vier (von fünf). Die Hitze und die Trockenheit setzen auch der Kirchdorfer Naturidylle, einer der größten zusammenhängenden Heideflächen Niedersachsens, zu. „Es ist Vorsicht geboten“, mahnt Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher. „Es muss alles vermieden werden, was Feuer verursachen könnte“, erklärt Klaus Speckmann, Fachdienstleiter Sicherheit und Ordnung des Landkreises Diepholz.

Nicht rauchen, keine Flaschen wegschmeißen

Kammacher nutzt einen Spaziergang durch die Heide regelmäßig zum „Auftanken“ und wird genauer: „Bitte keine Flaschen wegschmeißen und nicht rauchen.“ Vor Jahren begonnen wurden die Pflege- und Renaturierungsmaßnahmen, die als lila Blütenmeer jetzt deutlich sichtbare Erfolge aufweisen.

Im Bereich der Samtgemeinde Kirchdorf haben sich die Ortsbrandmeister auch in diesem Jahr mit den Landwirten abgesprochen. Letztere halten auf ihren Höfen und in der Nähe mancher entlegenerer Felder mit Wasser gefüllte Güllewagen für einen ersten Löscheinsatz bereit, sollte ein Brand ausbrechen.

Laut Klaus Speckmann sind die Feuerwehren kreisweit für einen Flächenbrand größeren Ausmaßes gerüstet. Eine Liste etwa gebe Auskunft, welche der Einsatzwagen der Ortsfeuerwehren im Kreis geländegängig sind. Und damit geeignet, an den Einsatzort zu kommen. Wenn nötig, würden die entsprechend ausgerüsteten Einsatzwagen aus gleich mehreren Kommunen gerufen, um schlagkräftig zu sein, erklärt Speckmann.

Die drei Bereitschaften im Landkreis seien zudem jeweils mit einem VW Amarok ausgerüstet. Diese Fahrzeuge haben einen 1 000 Liter fassenden Wassertank, sind deutlich kleiner als die Einsatzfahrzeuge und damit wendiger. Mit ihnen könne man in Bereiche kommen, die für die Tanklöschfahrzeuge nicht zugänglich sind. Taktisch vorbereitet sei „Feuerwehr“ so für das erste Löschen. „Ein Einsatzvorteil“, kommentiert Klaus Speckmann.

Werden eigentlich sogenannte Spähflugzeuge eingesetzt? „Das ist Sache des Landes Niedersachsen. Der Schwerpunkt liegt allerdings auf anderen Arealen: Das größte Waldgebiet haben wir im Harz, weitere größere an anderer Stelle im Land, und auch die Lüneburger Heide gehört zu den Flächen, die per Flugzeug im Auge behalten werden���, antwortet Speckmann. Würden sich die Bedingungen ändern, könnten die Zielgebiete für die Flugzeuge umdisponiert werden. Im Allgemeinen aber zähle der Landkreis Diepholz nicht zu den Arealen, die, um Brandherde in entlegenen Bereichen zu entdecken, überflogen werden.

„Wenn es nicht regnet, verdörrt die Heide“

Vorhergesagt sind Regengüsse für das Wochenende. „Dann könnte sich die Waldbrandgefahrenstufe ändern“, sagt Speckmann und schränkt das gleich ein: „Abhängig ist das natürlich von der Wassermenge.“ Ein kurzer Guss reiche nicht. Kammacher wird deutlicher: „Wenn es nicht regnet, verdörrt die Heide.“

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