SG-Rat beschließt Haushaltsplan 2016

Lob für das Kirchdorfer Rathaus-Team

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Mediengruppe Kreiszeitung

Kirchdorf - 5,6 Millionen Euro an Erträgen, 5,8 Millionen Euro an Aufwendungen: Der Ergebnishaushalt 2016 der Samtgemeinde Kirchdorf wird erst ausgeglichen durch einen Griff in die Rücklage. Der Rat der Samtgemeinde verabschiedete das Zahlenwerk in seiner Sitzung am Donnerstagabend im Rathaus, einstimmig.

Was eingestellt ist, welche Investitionen getätigt werden, das erklärte Kämmerer Michael Kopecki, der den Haushaltsplan aufgestellt hatte. Zur Zufriedenheit aller Ratsmitglieder, denn alle Fraktionen dankten nicht nur Kämmerer Kopecki, sondern auch Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher und seinem Team in der Verwaltung. Traditionell ist die „Haushaltssitzung“ vor Weihnachten Zeit für Lob und Kritik – und Lob gab es reichlich. Frei von parteipolitischem Scharmützeltum arbeitet man in der Samtgemeinde zielorientiert – und offen. Die Kommunalpolitiker lobten die vertrauensvolle Zusammenarbeit: Man werde immer umfassend informiert. Man wolle die Samtgemeinde gut aufstellen und weiterentwickeln, bestätigte Kammacher. Und kritisierte die aktuelle Flüchtlingspolitik der Bundesregierung: Da es keine Richtlinie gebe, sei jede einzelne Kommune auf sich selbst gestellt. In Kirchdorf laufe dies bestens. Dennoch: Um die Kommunen zu entlasten, wäre es ratsam, nur jene Flüchtlinge auf die Gemeinden und Städte zu verteilen, deren Identität geklärt sei, die eine Chance auf Bewilligung des Asylantrages und den medizinischen Check absolviert haben. Weiterhin betreue man die Flüchtlinge dezentral, habe ausreichend Wohnraum und sei sehr dankbar für die zahlreich geleistete ehrenamtliche Arbeit. Seit 30.November laufen von montags bis freitags im Kirchdorfer Dorfgemeinschaftshaus Deutschkurse für die Flüchtlinge, die sehr wissbegierig mitarbeiten. Er, Kammacher, habe sich davon bei einem Besuch persönlich überzeugt. Als Dolmetscher fungiere ein Syrer, der seit 18 Monaten bereits in der Samtgemeinde lebe und Deutsch sehr gut gelernt habe. Dumm gelaufen: Der Mann habe den Asylantrag jedoch in Bulgarien gestellt, sei dann weiter nach Deutschland gereist. Und deshalb drohe ihm nun die Abschiebung nach Bulgarien. Kammacher erklärte, er würde ihn sofort als 400-Euro-Kraft für seine Unterstützung anstellen wollen und möchte ihn aufgrund seiner Fähigkeiten und der bereits auf den Weg gebrachten Integration nicht abgeschoben wissen.

Dass höhere Personalkosten im Haushalt 2016 aufgeführt seien, liege auch daran, dass eine zusätzliche Stelle im Fachbereich II (Bürgerservice) geschaffen worden sei, für den Bereich „Flüchtlinge“. „Die hierfür anfallenden Personalkosten werden allerdings vollständig kompensiert durch eine Zuweisung vom Landkreis für die Betreuung von Flüchtlingen“, erklärte Michael Kopecki.

„Ich brauche allerdings irgendwann eine Stelle mehr im Rathaus, um die Arbeiten zur Integration zu bewältigen“, kündigte Kammacher an. Die Eingliederung sei entscheidend.

sis

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