Investorengemeinschaft lässt Heike Hoffmanns Traum wahr werden

Senioren-WG mitten in der „City“

Auf diesem Grundstück wird der Traum von Heike Hoffmann, hier mit Rolf Lohmann, verwirklicht.
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Auf diesem Grundstück wird der Traum von Heike Hoffmann, hier mit Rolf Lohmann, verwirklicht.

Kirchdorf – „Ich kann doch nicht Haus und Hof verkaufen, um meinen Traum zu verwirklichen!“ Heike Hoffmann steht am Scheideweg. Hier die prima Idee, dort die fehlende Summe, sie zu realisieren. Wie wäre es denn mit einem Investor?

Heike Hoffmann, Inhaberin der Firma „Vergissmeinnicht“ in Kirchdorf, erkennt, dass viele ihrer Kunden alleine leben. Sie bietet Alltagsbegleitung für Senioren und Menschen mit Demenz. „Viele möchte gerne in der häuslichen Struktur bleiben. Aber: Es fehlt dann doch immer was.“ Der Kontakt nämlich zu anderen. Mittendrin in Kirchdorf eine Wohngemeinschaft gründen, mit Rückzugsmöglichkeiten in einen eigenen Bereich und solchen, in denen gemeinsame Veranstaltungen stattfinden. Etwa Fernsehgucken, Karten- oder gesellschaftsspiele, oder... Das wär’s doch. Aber wo?

Eine alte unbewohnte Hofstelle an der Langen Straße rückt ins Auge, der Schwiegersohn prüft die Bausubstanz und urteilt: „Du müsstest neu bauen.“ Erste Kostenberechnungen lassen Heike Hoffmann die Idee verwerfen – zu teuer ist das Projekt für eine Person allein. Doch bereits nach einem Gespräch mit Bauunternehmer Rolf Lohmann sagt der: „Das kriegen wir hin.“

Nun stehen die Kräne auf einem 1 200 Quadratmeter großen Grundstück in bester „Citylage“ in Kirchdorf, von dem gleich mehrere Schuppen, Unterstände und ein altes Wohnhaus entfernt wurden. Geblieben sind die alten Feldsteine, die einst die rund 200 Jahre alten Grundmauern des Hauses trugen. Und die nach dem Bau der neuen Seniorenwohnanlage ein Hochbeet einfassen sollen.

Erste Interessenten gibt es bereits für die je etwa 30 Quadratmeter großen insgesamt 14 Zimmer, alle mit Balkon, alle mit kleiner Teeküche und eigenem Bad.

An den Giebeln plant Lohmann zwei Zwei-Zimmer-Appartements, für Interessenten, die mehr Platz haben mögen. Die Zimmer und Appartements liegen im ersten und zweiten Obergeschoss, im Erdgeschoss befinden sich die unterschiedlichen Gemeinschaftsräume und die Bereiche für die ambulante Betreuung. Die Bereitschaftsräume umfassen auch Bereiche für eine Schlafbereitschaft, sollte die nächtliche Betreuung notwendig sein oder gewünscht werden.

„Selbstbestimmtes Leben, in der Gemeinschaft, gemeinsames Kochen, Essen oder Plaudern und natürlich Rückzugsmöglichkeiten“: Heike Hoffmann nennt die wesentlichen Stichworte, die die Senioren-Wohngemeinschaft kennzeichnen. Sie bietet über ihre Firma Unterstützung dort an, wo sie gebraucht wird. Leistungen können individuell und passgenau gebucht werden. Neben dem Betreuungsdienst durch Heike Hoffmann, ihre Tochter Jana und ihr Team solle die Gemeinschaft später über Putz- und Kochhilfen entscheiden. Seit Mai ist Heike Hoffmann mit der Zentrale der Firma „Vergissmeinnicht“ an der Steyerberger Straße in Kirchdorf, im ehemaligen „Alten Badehaus“, zu finden. Das Team beantwortet hier gerne Fragen rund um das Großprojekt an der Langen Straße. Als geschulte Alltagsbegleiter kommen Heike und Jana Hoffmann in viele Haushalte, nehmen die Wünsche auf.

Die zentrale Lage des Hauses erlaube es den Mietern künftig, fußläufig Apotheke, Kirche, Fitnessstudio, Rathaus, Friedhof und Supermarkt zu erreichen.

Mit welcher Bauzeit rechnet Rolf Lohmann? „Wir hoffen, dass die Mieter im Juni 2021 einziehen können.“ Coronabedingt gebe es im Rohbau keine Probleme, wohl aber bei manchen Gewerken im Innenausbau, aufgrund von Lieferproblemen für einzelne Teile.

Eine Investorengemeinschaft, die Lohmann nicht im Detail benennen mag, stemmt die Kosten, die deutlich über zwei Millionen Euro lägen. Stellplätze für die Bewohner wie auch die Mitarbeiter der Firma „Vergissmeinnicht“ sind nach Osten hin eingeplant und bedeuten damit eine gemeinsame Auffahrt mit den Beschäftigten im benachbarten Haus. „Das passt“, sagt Lohmann, man wolle nicht noch mehr Fläche versiegeln. Fernheizung, Dämmung nach KfW-40-Standard: „Wir können uns anschließen an die Biogasanlage der Familie Kannengießer, die an der Brinkstraße ein Blockheizkraftwerk betreibt“, erklärt Lohmann. Barrierefrei wohnen in einem Haus, das energetisch auf dem neuesten Stand ist und nicht mehr allein. Heike Hoffmann sucht noch Mieter – und noch nach einem Namen für die Senioren-WG.

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