Seminar offenbart gefährliche Angewohnheiten / Verkehrswacht-Profis schulen

Senioren wieder „fit im Auto“

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Ist der Sitz korrekt eingestellt? Fritz Landwehr prüft das bei Dorothee.

Kirchdorf - Dorothee nimmt Anlauf, Fritz Landwehr hebt die Hand und dann heißt es – Notbremsen. Zum Stillstand kommen mit 30 km/h, richtig tüchtig auf die Bremse treten, nicht nur antippen. Klappt gut. Super.

Einen Vormittag lang genießen Dorothee, Jürgen, Elise, Uwe, Hans, Wilhelm und Dieter das Fahrseminar für Senioren „Fit im Auto“. Bezuschusst vom Landkreis, zahlen die Teilnehmer nur die Hälfte der Kursgebühren. Wolfgang Rehling und Fritz Landwehr von der Verkehrswacht leiten das Seminar, mit viel Witz und dem notwendigen Ernst.

Übrigens ist Dorothee bei der Bremsübung korrekt angeschnallt, hat den Sitz passgenau eingestellt: Der Gurt würde ihr im Ernstfall nicht Leber und Milz zerreißen, wie es gerne mal passiert, wenn „das doofe Ding“, wie es viele nennen, aus Bequemlichkeit falsch angelegt wird. Die Technik des Autos unterstützt den Bremsvorgang, auch als Jürgen mit seinem SUV und „70 Sachen“ auf Landwehr zubraust. Pylonen markieren einen vorab für 50 km/h geschätzten Bremsweg. Jürgen kommt etliche Meter später zum Stehen. Fritz Landwehr verdeutlicht den Bremsweg, der bleibt für denjenigen, der sich über die Jahre angewöhnt hat, den Wagen „ausrollen zu lassen“ beim Erreichen des Ortsschildes. Das macht nachdenklich.

Fahrschullehrerin Bianka Griewe sitzt rechts, die Senioren abwechselnd links auf dem Fahrersitz – dass ihnen einer beim Autofahren so auf die Finger schaut, ist ungewohnt. Schnell haben sich die Teilnehmer daran gewöhnt. Allerdings: Ihre Angewohnheiten ändern sie nicht. Stopschild, die Fahrt wird verlangsamt, geguckt, ob wer kommt, kurz die Bremse angetickt und weiter. „Das reicht nicht“, moniert Bianka Griewe. Schwester Andrea stellt ähnliche Marotten bei ihrer Gruppe an Teilnehmern fest: Der Blick über die Schulter nach rechts fällt schwer, ist aber wichtig, um Fußgänger und Radfahrer zu erfassen – mit den Augen, nicht dem Auto. Wer den Kopf nicht so gut drehen kann, kann das gerne beim Rückwärtsfahren durch den Pylonenkurs üben. Auch das keine Übung nach jedermanns Geschmack.

Nach Theorie, Fahrstunde und Einzelübungen im eigenen Auto endet das Seminar mit einer Gesprächsrunde, nicht mit einer Prüfung. Die Fahrtüchtigkeit wird hier nicht auf den Prüfstand gestellt. Das habe aber mancher wohl missverstanden und sich nicht zum Seminar angemeldet, erklärt Dorothee. Schade, denn: Nach gut sechs Jahrzehnten ist es nicht nur das Passbild im alten grauen Lappen, das nicht mehr ganz aktuell ist. Der Senioren- und Behindertenbeirat der Samtgemeinde Kirchdorf hatte für eine Teilnahme geworben.

Neue Regeln der Straßenverkehrsordnung – auch hier sind die Teilnehmer nun auf dem aktuellen Stand. Die Verkehrswacht bietet ausgiebige Sicherheitstrainings an, referiert gerne auch bei Gruppen- und Vereinstreffen.

sis

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