Dependance der Barenburger Firma nimmt Fahrt auf / Aufträge auch aus Mexico

Schwier goes Brasil

Jörg Dreger im Büro in Brasilien.

Barenburg - „Jedes Jahr passiert was“, sagt Stefan Schwier, Barenburger Unternehmer, und beschreibt die Entwicklung des 1986 gegründeten Familienbetriebes. Anbau, Umbau, Neubau, Neugründung und Ausgliederung von Geschäftsbereichen: Tatsächlich aber sind alle Entscheidungen nicht aus einer Laune heraus getroffen, sondern mit Bedacht – und nach dem Blick auf das Konto.

„Können wir uns das leisten?“ ist einerseits eine kaufmännisch wichtige Frage. Andererseits ist nicht nur die finanzielle Seite entscheidend - auch die Leistbarkeit der Aufträge. Die Firma bildet aktuell 13 junge Menschen in unterschiedlichen Bereichen aus: Bürokaufleute, Kälte-, Elektro- und Heizungsmechatroniker, in diesem Jahr gesellen sich weitere drei dazu. Techniker und Meister sowie Bachelor in allen Bereichen sowie eine duale Ausbildung bilden die weitere Fortbildungsstufe.

Die Firma hat die Auftragsbücher für die nächsten zwei Jahre prall gefüllt. Nicht jede Anfrage wird zugesagt. „Wir wollen liefertreu bleiben“, sagt Schwier. Soll heißen: Es kann nicht mehr angenommen werden, als erledigt werden kann. Die Firma sucht beständig nach qualifizierten Mitarbeitern.

Was tun, wenn Anfragen aus Südamerika kommen? Mit Jörg Dreger ist ein Planer im Unternehmen, dessen Ehefrau aus Brasilien stammt. Ja, er könne sich vorstellen, eine Dependance dort aufzubauen. 2014 war es soweit, mit Unterstützung der deutschen Industrie- und Handelskammer sowie der brasilianischen Außenhandelskammer wurden erste Schritte in Sao Jose do Rio Petro, nordwestlich von Sao Paulo, gesetzt. Schnelles Internet verbindet Dreger im brasilianischen Büro mit der Barenburger Firmenzentrale.

Dreger ist, noch, Einzelkämpfer. Die Firma bietet Fachkompetenz in den Bereichen „Beratung, Planung und Vermittlung“. Wie sich die brasilianische Dependance entwickele, „das hängt davon ab, wie sich das Land entwickelt politisch, wirtschaftlich. Wo geht die Reise nach Olympia hin?“ Man habe auch eine „Exit-Strategie“ sagt Stefan Schwier. Die Firma ist aktuell eine von 1200 deutschen Firmen, die im Raum Sao Paulo tätig sind. Aufträge gibt es bereits, auch aus Mexico.

Kann die Entwicklung der Firma in Brasilien weitergehen, inklusive Einstellung weiterer Angestellter, kann sich Schwier auch Austauschprogramme für die Mitarbeiter, Azubis inklusive, auf beiden Seiten des Atlantiks vorstellen, um das gegenseitige Verständnis, das Kennenlernen der jeweils anderen Mentalität zu fördern. Nach den Sommerferien wird firmenintern Portugiesisch unterrichtet, auf freiwilliger Basis, ebenso wie das bereits bewährte „Technische Englisch“, das die Kommunikation mit den europaweit verbreiteten Kunden erleichtert.

Die nächsten Ideen aber stehen bereits in den Startlöchern: Vom Standort Barenburg schwirren 45 Fahrzeuge aus, sind 55 Mitarbeiter aktiv, zusätzlich, um Auftragsspitzen abzufedern, weitere 15 bis 20 Fremdarbeiter und 15 bis 20 Mitarbeiter von Nachunternehmen. In der direkten Wertschöpfungskette der Firmengruppe nennt Schwier zudem 94 Mitarbeiter. Die Zentrale mit 500 Quadratmetern Büro- und Sozialflächen indes werde zu eng. Wo allerdings weitere Gewerbefläche in Frage käme, wenn nicht im heimischen Barenburg? „Ach, wir können auch nach Leipzig gehen oder in die Grenzbereiche zum Osten. Wir fahren ja ohnehin zum Kunden.“ Das wäre eine kaufmännische Antwort.

Aber Schwier ist der Region verbunden. Ebenso wie Ehefrau Daniela, die sich um die 2010 begründete Highland-Rinder Herdbuchzucht, ein Vollerwerbsbetrieb mit derzeit 80 Tieren, kümmert. Ein Zweig, der beide erde, sagt Schwier. - sis

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