Wasserversorgung Sulinger Land und Kirche blicken auf Kooperation zurück

Für den Schutz des Grundwassers

Wir haben alles richtig gemacht.Klaus Puschmann Wasserversorgung Sulinger Land

Kirchdorf - Wasserschutz und Landwirtschaft: Das geht zusammen. Seit gut 25 Jahren zeigt dies die Kooperation zwischen der Kirchengemeinde Kirchdorf und der Wasserversorgung Sulinger Land. Flächen, im Besitz der Kirche, die verpachtet werden können, für die landwirtschaftliche Nutzung, aber im Einzugsbereich der Brunnen des Wasserversorgers liegen: Wie kriegt man die Parteien an einen Tisch? Vor gut 25 Jahren haben alle Beteiligten den Naturschutz im Blick: Der Gedanke, Grundwasser schützen zu können und damit Nachhaltigkeit zu gewährleisten, ist wegweisend für die Protagonisten aufseiten der Kirchengemeinde. Pastor ist zu der Zeit Joachim Kuklik.

Wie ist die Verhandlung zu führen? Kommt ein Pachtvertrag über Jahrzehnte einer Enteignung gleich? Auf welcher Grundlage können die Argumente geführt werden, wenn es solche Kooperationen vorher nicht gab? Für die Wasserversorger ist wichtig, dass Verträge und Abmachungen langfristig getroffen werden. Andreas Geyer, Geschäftsführer der Wasserversorgung Sulinger Land, erklärt: „Das Wasser, das wir heute fördern ist 70 bis 100 Jahre alt.“ Das erklärt, wieso langfristige Verträge notwendig sind, wieso über die Zeit auch die Bewirtschaftung genauen Regularien unterliegt - und wieso die Wasserversorger, Strömungsmodelle in der Hand, bestrebt sind, die Gebiete rund um die Brunnen als Schutzgebiete festlegen zu können.

Man kann Flächen kaufen - oder Pachtverträge schließen: Ist der Eigentümer gewillt, Wirtschaftlichkeit und ökologischen Nutzen zu diskutieren, mitunter auf Einnahmen zu verzichten, indem er die Fläche nicht in die intensive Landwirtschaft gibt, zugunsten des Grundwasserschutzes? Die Kirchengemeinde vor Ort ist nicht alleiniger Verhandlungspartner, die Landeskirche redet mit, wenn es um den Landbesitz des Klerus geht. Es sind damals viele kleine und kleinste Flächen an um die 45 Pächter vergeben. Es geht auch um die Idee eines Flächentausches.

Es gibt keine Vergleichswerte, auf die die Wasserversorgung Sulinger Land und die Kirchengemeinde Kirchdorf sich beziehen können, um die Nachhaltigkeit zu beweisen. Welche Parameter sind festzulegen für die Bewirtschaftung? Als Agaringenieurin spricht damals Dörte Röhl für die Wasserversorger. Frank Schmädeke ist als Agraringenieur beratend tätig, später als Koordinator für den Grundwasserschutz zuständig.

Heute bilanziert Klaus Puschmann für die Wasserversorger: „Wir haben alles richtig gemacht.“

Die Wasserqualität sei bestens, wie er mit dem Verlauf der gemessenen Werte zeigen kann, hat die Bodenwerte für die Schutzgebiete penibel festgehalten.

Festgelegt seien, in „freiwilligen Vereinbarungen“ grundwasserschonende Wirtschaftsweisen für die Landwirte, die Flächen in Wasserschutzgebieten bewirtschaften, dazu zähle, dass die Düngung und der Einsatz von Pflanzenschutzmittel reduziert werden. Und weiter: „Die erworbenen Flächen müssen extensiv genutzt werden, damit sich der Stickstoffaustrag deutlich reduziert.“

Die Kirchdorfer Protagonisten sind einen neuen Weg gegangen und haben den vor 25 Jahren geschlossenen Vertrag bis heute nicht bereut. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Akteure diene gemeinsamen Interessen, heißt es. Und: Es erfolge keine Abstufung des Wertes des Landes. Bis heute habe es keinen Umbruch in der Bewirtschaftung gegeben, würden die Flächen als extensive Weide genutzt. Eine Aufforstung werde gerne befürwortet, weil durch langjährige Untersuchungen wurde festgestellt, dass der Nitratgehalt und verschiedene andere Stoffe im Grundwasser unter Waldflächen erheblich niedriger sind als unter landwirtschaftlich genutzten Ackerflächen.

Der Pachtvertrag zwischen Kirche und Wasserversorgung für die Kirchdorfer Flächen endet im September 2023. Es gilt, die Weichen für die künftige Wasserversorgung zu stellen.   sis

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