Schüler in Lebenshilfe-Qualifizierungsmaßnahme bauen für „Baumann’s Hof“

Spielplatz in Lärche wächst

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Die neue Einfriedung für die Sandspielfläche steht schon, an dem Pfahl links im Bild soll ab Mittwoch der „Sitzpilz“ wachsen – das Modell dazu zeigt Klaus Ahlers, hier mit Karsten Bonke und den Inhabern von „Baumann’s Hof“, Astrid Unger und Ulf Meyer (von links).

Kirchdorf - Was da auf „Baumann’s Hof“ in Kirchdorf zu wachsen begonnen hat, soll einmal Kindern großen Spaß machen – und vorher 17 Schülerinnen und Schülern einer Qualifizierungsmaßnahme in Rehden der Paul-Moor-Schulen der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz ermöglichen, ihre Fähigkeiten durch praktisches Handwerken zu erweitern: Im Rahmen eines Kooperationsprojektes wird der Spielplatz der Hotelanlagen neu „möbliert“, komplett in Lärche.

Klaus Ahlers ist absoluter Fan des sehr beständigen Lärchenholzes. Und einer der Betreuer der 16- bis 18-Jährigen, die unter anderem die „Arche Noah“ auf dem Spielplatz des Tierparks Ströhen gebaut haben. „Ich habe ihn vor ein paar Monaten kennen gelernt“, berichtet Ulf Meyer, der „Baumann’s Hof“ im Frühjahr gemeinsam mit Astrid Unger erworben hat, „wir haben schnell festgestellt, dass wir hier auf dem alten Spielplatz schön etwas zusammen realisieren können.“

Die Betoneinfriedung der Sandspielfläche ist verschwunden und durch Lärchenstämme ersetzt worden, Mittwoch fangen die Jugendlichen an, einen Sitzpilz (eine runde Bank mit Dach) aufzubauen, dessen „Stiel“ schon verankert ist. Ein Modell soll die Umsetzung erleichtern. Und es gibt auch schon verkleinerte Ausgaben von weiteren Bausteinen des Projektes, für das ganz bewusst kein Zeitrahmen festgelegt ist. „Ein Baumhaus mit einer Seilbahn und ein ‚Hexenhaus‘, krumm und verwinkelt – das wird bestimmt total toll“, ist Ulf Meyer überzeugt. Das Hexenhaus wird ein Zwilling des Exemplars, „das wir gerade für den Weihnachtsmarkt bauen“, berichtet Ahlers, „es kommt in Sulingen und vermutlich auch in Diepholz zum Einsatz. Ein Hingucker.“ Was auch für die handgeschliffenen Holzobjekte als Tischnummernschilder im Restaurant gilt – und die Anhänger für die Zimmerschlüssel, auf die sich Astrid Unger schon freut. Die passen ebenso wie die hölzernen Deko-Kerzen zum „leichten Landhausstil“, den sie und Ulf Meyer umsetzen wollen.

„Alles Arbeiten, die klassischerweise nicht von Handwerksbetrieben ausgeführt werden“, betont Ulf Meyer, „das ist ein wichtiger Punkt, die Lebenshilfe steht hier nicht im Wettbewerb mit hiesigen Handwerkern.“

Die seit 2009 bestehende Qualifizierungsmaßnahme in Rehden ist für Schüler in Berufsschulpflicht mit Beeinträchtigung – zwischen Lernbehinderung und leichter geistiger Behinderung – gedacht, „die so viel Potenzial haben, dass sie in einer Werkstatt für Behinderte unter ihren Möglichkeiten bleiben würden“, erläutert Karsten Bonke, Leiter Fachbereich Schule der Lebenshilfe. „Ziel ist, sie in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis auf dem ersten Arbeitsmarkt zu bringen. Die Vermittlungsquote liegt zwischen 60 und 70 Prozent.“

Die Kooperation wird am Dienstagnachmittag mit einem Vertrag besiegelt. Darin steht etwa, dass die Hoteliers sämtliche Materialkosten tragen und den Schülerinnen und Schülern Ermäßigungen beim Minigolf, Kegeln, bei Softdrinks und Eis einräumen. „Und ganz sicher schmeißen wir eine Einweihungsfete“, ergänzt Astrid Unger lächelnd.

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