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Gemeinsamer Schießstand? Eine Idee, die im Ansatz steckenblieb

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Von: Sylvia Wendt

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Sanierungsarbeiten am Schießstand in Bahrenborstel planen die Schützen.
Sanierungsarbeiten am Schießstand in Bahrenborstel planen die Schützen. © Wendt, Sylvia

Ja, es wurde darüber nachgedacht! Aber nein, die Idee wird vorerst nicht weiterverfolgt: Ein gemeinsamer Schießstand der Schützenvereine Bahrenborstel und Holzhausen ist nicht geplant. In Bahrenborstel werden dagegen Helfer gesucht, um den in die Jahre gekommenen Schießstand aufzuhübschen.

Bahrenborstel – „Haben wir was verpasst?“ Es war eine Frage, die Rainer Wiegmann am Mittwoch häufiger gestellt bekam. Und immer antwortete der Präsident des Bahrenborsteler Schützenvereins mit „Nein“. Die Schützenkollegen, die sich bei ihm meldeten, bezogen sich auf den Zeitungsartikel über das Schützenfest in Holzhausen, in dem die nicht optimale Situation der Schießstände beider Vereine angerissen wurde. Und so viel vorweg: Nein, es ist kein Neubau eines gemeinsamen Schießstandes geplant. Zumindest aktuell nicht.

„Wir hatten vor langer Zeit mal darüber nachgedacht, ob das überhaupt eine Option wäre“, räumt Rainer Wiegmann ein. Das war, als das Gasthaus Krome verkauft, der Saal abgerissen und das Haus umgebaut wurde zur Tagespflegeeinrichtung, die sie heute ist. Doch beide Vereine haben die Idee eines gemeinsamen Schießstandes nicht weiter verfolgt.

Dass in Holzhausen zwar noch das Gasthaus samt Saal neben dem Schießstand existiert, aber geschlossen ist, macht die Planungen dort ebenfalls nicht leichter. Beide Vereine schießen am Schützenfesttag ihre neue Majestät aus – das heißt, ein Hin und Her zwischen zwei Standorten (Zelt hier, Schießstand dort) kommt in Holzhausen nicht in Frage. Ebenso wenig in Bahrenborstel: „Wir bauen das Zelt neben dem Schießstand auf, und letztlich freuen wir uns über den Standort des Schießstandes – der ist schließlich mitten im Ort“, erklärt Rainer Wiegmann, warum die Bahrenborsteler Schützen ihr Domizil nicht aufgeben möchten.

Im Gegenteil: Aktuell sammelt Wiegmann freiwillige Helfer, die sich einbringen wollen in geplante Bauarbeiten am Schießstand. Dessen Grundsteinlegung datiert vom 9. März 1968. Laut Wiegmann sind seitdem manche Arbeiten, etwa die Erneuerung der Sanitäranlagen, nicht erfolgt und deshalb dringend notwendig. Auch das Fachwerk am Schießstand müsse dringend saniert werden. Nicht, weil es bei der Bewertung durch Fachleute bemängelt wurde, sondern weil die Abtrennwand laut Wiegmann die Sanierung nötig hat.

Das gelte auch für den Sanitärbereich. Wiegmann kann sich an keine Sanierung in dem Bereich erinnern und so müsste die gesamte Einrichtung noch aus den Anfangsjahren stammen. Abgestimmt seien die geplanten Arbeiten auf dem „kurzen Dienstweg“ mit dem aktuellen Eigentümer der Immobilie, der Familie Thiermann aus Scharringhausen. Da der Schießstand nicht Eigentum des Schützenvereins ist, wolle der Verein die Investitionskosten überschaubar halten: „Wir planen keine große Sanierung“, sagt Wiegmann, der Schützenverein rechne mit Kosten um die 1500 Euro – trotz der enormen Preissteigerungen für Baumaterial.

Wie häufig wird der Schießstand eigentlich genutzt? Tatsächlich ist der Bahrenborsteler Schießstand für den Schützenverein nicht wöchentlicher Treffpunkt, im Gegenteil. Sechs Monatsschießen, der Wettstreit um den Titel „König der Könige“, das Dorfpokalschießen sowie das Königsschießen –  kaum zwei Handvoll Termine. Und nach der Pandemie geht es auch im Bahrenborsteler Schützenverein darum, ob und wie die Vereinsaktivitäten wieder aufleben. Entscheidend ist: Was wollen die Mitglieder?

Mit den Arbeiten in Bahrenborstel soll demnächst begonnen werden, aber bis zum eigenen Schützenfest, zu dem der Schützenverein für den 9. und 10. Juli einlädt, werden die Bauarbeiten nicht umgesetzt sein, mutmaßt Wiegmann.

Für den Schützenverein Holzhausen bleibt die Saison ein Novum: Das Festzelt steht am 14. und 15. Mai am Dorfhaus, ein Container soll dort dem Königsschießen dienen.

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