Samtgemeinde Kirchdorf investiert in Betreuung, Bildung, Sicherheit

Rat in Geberlaune

Mediengruppe Kreiszeitung
+
Mediengruppe Kreiszeitung

Kirchdorf - Als eine von nur wenigen Kommunen im Landkreis Diepholz wird die Samtgemeinde Kirchdorf im kommenden Jahr keine Schlüsselzuweisungen erhalten. Mit diesen Zuweisungen gleicht das Land Niedersachsen die unterschiedliche Finanzkraft der Kommunen aus. „Die Berechnungen ergeben, dass erstmals in der Geschichte der Samtgemeinde Kirchdorf die Steuerkraft höher ist als der Bedarf. Was zur Folge hat, dass ein Betrag in Höhe von 39800 Euro als Finanzausgleichsumlage in die Zuweisungsmasse einzuzahlen ist“, teilte Kämmerer Michael Kopecki mit.

Der Rat nahm die Nachricht während der Sitzung am Donnerstagabend wohlwollend zur Kenntnis. Auch, dass alle Ausgaben ohne Kreditaufnahmen geschultert werden – und die Samtgemeindeumlage ebensowenig erhöht wird.

Da die Samtgemeinde in 2015 und vermutlich auch in 2016 keine Schlüsselzuweisungen erhalte, entfalle auch die Zahlung einer Kreisumlage, so Kopecki.

Kopecki wies zudem auf den Durchschnitt der Verschuldung hin: Landesweit läge dieser bei 469 Euro, in der 7962 Einwohner zählenden Samtgemeinde bei 105 Euro. Der Schuldenstand werde kontinuierlich angebaut, liege aktuell bei rund 747000 Euro. Rund 85000 Euro sind als Tilgungsrate eingeplant. Im Ergebnishaushalt stehen ordentliche Erträge in Höhe von 4407800 Euro und ordentliche Aufwendungen in Höhe von 4492400 Euro.

Die Investitionen summieren sich auf 750000 Euro, der Rat folgte den Empfehlungen der Ausschüsse. Die größten Ausgaben sind 157500 Euro für den Aufbau des in 2014 angeschafften Lkw für das Löschfahrzeug der Ortsfeuerwehr Freistatt (die Gemeinde beteiligt sich mit einer Zuzahlung in Höhe von 10000 Euro, die Ortsfeuerwehr mit 2500 Euro), 68500 Euro für den Lkw für das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) der Ortsfeuerwehr Varrel (der Aufbau folgt im Jahr 2016). 4000 Euro sind für die Montage der Digitalfunkgeräte in den Feuerwehrfahrzeugen eingeplant und weitere 3000 Euro als Beteiligung an den Kosten für Führerscheine, die Kameraden benötigen, weil die Fahrzeuge immer größer werden und Lkw-Führerscheine erforderlich sind, sie zu fahren.

Rund um die Grundschule stehen weitere Posten zu Buche: PC, Zubehör und neuer Zentralrechner für die Grundschule summieren sich auf 24000 Euro, der Erweiterungsbau der Mensa (wir berichteten) ist mit 250000 Euro berücksichtigt, Ausstattungsgegenstände mit 8000 Euro und die Neugestaltung des Pausenhofes wird mit 30000 Euro berechnet.

20000 Euro (der Restbetrag) fallen 2015 an Kosten für den Umbau der ehemaligen Grundschule Barenburg zur Krippe an, die Außenanlagen müssen umgestaltet werden – 80 000 Euro stehen dafür bereit.

Insgesamt summieren sich die laufenden Kosten rund um die Kinderbetreuung auf 1,1 Millionen Euro – politisch gewollt ist das, wie fraktionsübergreifend bestätigt wurde. Damit die Eltern nur niedrige Beiträge zahlen müssen, schultert die Samtgemeinde jährlich einen Zuschuss pro Kind von 5000 Euro.

Für die SPD-Fraktion lobte Ortwin Stieglitz die gute Zusammenarbeit zwischen Politik und Verwaltung, kritisierte die Schlammschlachten andernorts. Heinrich Gödeker befand die Haushaltsplanung als „fast übervorsichtig“, angesichts der Rücklage. Die umfasst knapp 1,1 Million Euro. Friedrich Wietelmann (FDP) lobte die Pensions-Rückstellungen, die gebildet werden für eigene Beamte – im Unterschied zu Bund und Land. Rolf Lohmann von der WGS dankte angesichts der positiven Haushaltsentwicklung der Verwaltung für „Weitsicht zum richtigen Zeitpunkt“.

sis

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Politik appelliert: Anti-Corona-Maßnahmen einhalten

Politik appelliert: Anti-Corona-Maßnahmen einhalten

Trump rät zu Masken - will sich aber nicht daran halten

Trump rät zu Masken - will sich aber nicht daran halten

Erfolgsgeschichte: Mit dem Octavia begann Skodas Aufstieg

Erfolgsgeschichte: Mit dem Octavia begann Skodas Aufstieg

Der Blauregen hat viel Kraft

Der Blauregen hat viel Kraft

Meistgelesene Artikel

Wendiger Flitzer für schwieriges Terrain

Wendiger Flitzer für schwieriges Terrain

Coronavirus erfasst alle Branchen: „Als Künstler ist man immer auch Überlebenskünstler“

Coronavirus erfasst alle Branchen: „Als Künstler ist man immer auch Überlebenskünstler“

Mutter übt scharfe Kritik: Kita-Gebühren trotz Schließung eingezogen

Mutter übt scharfe Kritik: Kita-Gebühren trotz Schließung eingezogen

Es dröhnt in der Stube

Es dröhnt in der Stube

Kommentare