Samtgemeinde Kirchdorf ersetzt „Schaufel-Wurf-Prinzip“ durch Technik

Patchwork für die Straße

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Verwaltung und Lokalpolitik aus der Samtgemeinde Kirchdorf bei der „Probereparatur“ in Scharringhausen.

Kirchdorf - Rund 80 000 Euro plant die Samtgemeinde Kirchdorf jährlich ein, um kleine Reparaturen an den Gemeindeverbindungsstraßen und an den Wegen durchzuführen. Unterwegs ist meist der „Splitt-Trupp“ des Bauhofes, dessen Kapazitäten dann gebunden sind. Das hat wohl in diesem Jahr ein Ende.

Am Mittwoch Nachmittag sind die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde sowie der Ausschuss für Gemeindeentwicklung unter Leitung von Matthias Stelloh, der Leiter des Fachbereichs Bauen und Entwicklung, Günther Dahm und die Mitarbeiter des Bauhofes an der Verbindungsstraße zwischen Scharringhausen und Bahrenborstel versammelt.

Ein viel genutzter Abschnitt für die Gäste der Spargelbetriebe, aber auch Einheimische nutzen die Strecke gerne, etliche landwirtschaftliche Fahrzeuge sind größer und schwerer als ein regulärer Bus. Entsprechend zieren Löcher und Risse die Fahrbahn, etwas weiter auch schwarze Flecken. „Überfettung“, erkennt Rudolf Begger, Bauleiter der Firma Liesen as Lingen fachmännisch die nicht passende Belagsmischung. Er erklärt den Zuschauern die Arbeitsweise des so genannten „Patchers“. In der Probedurchführung will man die „Patchmatic Technik“ testen, die sich für „kleinflächige Straßenschäden und Schlaglochflickung“ eigne.

Der Lkw schultert das Material, eine Emulsion aus Splitt und Wasser, das für eine Tagesleistung zwischen sechs und zehn Tonnen Material ausreicht.

Vorneweg führt Mitarbeiter Kai Alexander die Düse, die zunächst mit Luft die Löcher reinigt, dann eine Schicht Bitumen-Emulsion aufträgt, darüber das Splittgemisch – und das in einer Verdichtung, die der Splitt-Trupp mit dem herkömmlichen „Schaufel-Wurf-Prinzip“ nicht erreichen kann. Sogar Günther Dahm ist nicht abgeneigt, das System gut zu finden.

Die Ausschussmitglieder fragen nach. Sie erfahren: Das System ist wetterabhängig. Es dauere gut zwei Stunden, bis alles komplett durchgetrocknet sei, deshalb würde Regen die Emulsion wieder wegschwemmen. Kälte verhindert einen Einsatz ebenso wie zu große Hitze. Das sei aber im Norden Deutschlands noch nicht geschehen, sagt Begger.

Allerdings verhehlt er nicht: Man habe mit dem System innerörtlich Schwierigkeiten mit den Anwohnern, die den Splitt im Rasenmäher so gar nicht goutieren. „Da könnte man aber Abhilfe schaffen, in dem man eine Walze hinterher fahren lässt“, kommentiert Matthias Stelloh. Tatsächlich empfiehlt das auch Begger.

Weniger personalintensiv und sofort befahrbare Straßen, ohne sie absperren zu müssen, dazu zügige Arbeitsfortschritte – der Ausschuss ist angetan: Man will das System nun ein Jahr ausprobieren, dann Kosten und Haltbarkeit auf den Prüfstand heben, bevor man sich für längere Zeit an eine Firma bindet. Straßenschäden und die Bitte sie zu beseitigen finden sich als Thema oder Anfrage aus Rat und Einwohnerschaft auf fast jeder Sitzung in der Samtgemeinde. Die will mit dem Einsatz der „Patchmatic Technik“ für eine bessere und längere Haltbarkeit der Reparaturen sorgen. Was auch Geld sparen könnte.

sis

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